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Kanti holt gegen Genf drei Punkte und bleibt auf Kurs in Richtung Rang drei

Gegen Genève Volley gab sich der VC Kanti keine Blösse und sicherte sich einen 3:0-Erfolg. Damit beträgt der Vorsprung auf den Verfolger Volley Lugano, das heute in Düdingen spielt, zumindest bis zum Abpfiff dieser Partie fünf Punkte.

 

Kanti-Topskorerin Romy Jatzko spielt den Block der Genferinnen aus. BILD REINHARD STANDKE

 

Reinhard Standke

Der VC Kanti bleibt auf Kurs: Gegen Genève Volley erreichte das Team von Nicki Neubauer einen 3: 0-Sieg und gab da­mit keinen Punkt ab. Vor den heutigen Spie­len liegt der drittplazierte VC Kanti somit fünf Punkte vor Volley Lugano, das sich auswärts mit dem zweiten Volley Düdingen misst. Die Schaffhauserinnen haben also gute Chancen, die NLA-Qualifikation auf dem dritten Rang abzuschliessen. Sollten die Tesserinnen al­lerdings aus dem Senseland zwei oder mehr Punkte entführen, hätten sie womöglich im Toggenburg (10.) die leichtere Aufgabe in der Schlussrunde als Kanti bei Aesch-Pfeffin­gen (6.).

 Wie in den letzten Wochen zeigten die Munotstädterinnen auch in der Begegnung gegen das Team aus der Westschweiz gute und schlechtere Zeiten. Vor den Augen des Schaffhauser Stadtpräsidenten Peter Neukomm sowie 245 weiteren Zuschauern gelang Monika Krasteva zum Spielbeginn ein Ass, Kanti zog auf 6: 3 davon, um die Gegnerinnen gleich herankommen zulassen. Das Heimteam vermochte sich erst nach dem 15: 15 wieder abzusetzen, nach der Mini-Service-Serie von Captain Holaskova stand es 19: 15. Den Vorsprung sollte sich Kanti nicht mehr nehmen lassen, allerdings nutzte das Team erst den dritten Satzball gegen die achtplatzierten Genferinnen zum 25: 22.

 Im zweiten Durchgang gelang den Schaffhauserinnen der Spielfluss besser. Kanti baute den Vorsprung von 9: 4 über 14: 6 in kurzen, schnellen Ballwechseln auf 18: 12 aus. Doch dann kam es zu einem Break, Genf kam auf 19: 15 heran. Das Heimteam fing sich jedoch wieder, vermochte erst den vierten Satzball zum 25: 20 zu nutzen. Gross war der Vorsprung der Gastgeberinnen zunächst auch im dritten Satz. Doch nach dem 13: 8 gab es im Spiel von Kanti wieder ein Loch. «Die Tür vom Bus und zu, und dann entscheidet einer, noch zwei bis drei Leute einsteigen zu lassen», beschrieb Kanti-Trainer Neubauer die dann folgenden Ballwechsel, in denen Genf nicht nur herankam, sondern bis zum 17: 16 immer wieder mit einem Punkt führte.

 Doch dann kamen die Minuten von Kanti-Passeuse Norene Iosia. Der Sprungservice ­gelang ihr perfekt, mit acht Aufschlägen und einem direkten Winner als Schlusspunkt führte sie ihr Team zum 25: 17. Das Skoring bei den Munotstädterinnen war wiederum gut verteilt mit Krasteva (14 Punkte), Holaskova (12), Perkovac (12), und Jatzko (9). Trainer Neubauer zeigte sich einerseits zufrieden mit den gewonnenen Punkten, bemängelte aber, dass man den Gegner in der Satzmitte herankommen liess: «Uns fehlt die Ruhe, die Kontrolle», daran müsse man weiter arbeiten.

 «Kanti isch besser», skandierten die «Super- Fans» der Munotstädterinnen nach den nur 64 Spielminuten. Das nächste Heimspiel folgt mit dem Auftakt der Playoff-Viertelfinals in zwei Wochen. Ob der Gegner wiederum Aesch-Pfeffingen oder Volero Zürich oder VBC Che­seaux heisst, wird man nach den verbleibenden Partien der Vorschlussrunde von heute besser absehen können.

 NLA, Frauen, 17. Runde: VC Kanti - Genève Volley 3: 0 (25: 22, 25: 20, 25: 17). - BBC Arena. - 246 Zuschauer. - SR: Hefti/M. Auricht. - Spieldauer: 22, 22, 20 = 64 Minuten. – VC Kanti: Iosia (Pass), Perkovac, Lohmann, Krasteva, Jatzko, Holaskova, Habegger (Libera); eingewechselt: Kuch; nicht eingesetzt: Suriano, Corbach, Contorno, Hinteregger, Künzler, Pazin. – Genève Volley: Guscetti (Pass), Mackevicuate, Larson, Gillon, Neciporuka, Szabo, Aveni (Libera); eingewechselt: Nowak; nicht eingesetzt: Brunat, Gomes. - Die weiteren Spiele der 17. Runden werden heute ausgetragen.

 Rangliste: 1. Neuchâtel UC 16/41. 2. Düdingen 16/38. 3. Kanti Schaffhausen 17/34. 4. Volley Lugano 16/29. 5. Cheseaux 16/27. 6. Sm'Aesch-Pfeffingen 16/24. 7. Volero Zürich 16/22. 8. Genève Volley 17/16. 9. Franches-Montagnes 16/11. 10. Toggenburg 16/1.

 Das nächste Spiel

Am Samstag, 18. Fe­bruar, steht das nächste Spiel für den VC Kanti in der NLA auf dem Programm. Gegner ist Aesch-Pfeffingen. Die Partie findet um 17.30 Uhr in der Mehrzweckhalle Löhrenacker in Aesch statt.

Kanti am Block und Service Top

Wie in den meisten Sportarten werden auch die Volleyballspiele der Profis von Statistikern beobachtet und bewertet. So fällt bei den Spielaktionen eine Menge an Zahlenmaterial an, die sich in unzähligen Rankings auswerten lässt. Der Softwarepartner von Swiss Volley, Dataprojekt, publiziert auf seiner Datenseite zur Saison 2022/2023 acht solcher Ranglisten. In fünf davon steht aktuell eine Akteurin des VC Kanti auf Platz 1. Dabei handelt es sich um zwei Spielerinnen, und zwar Mittelblockerinnen. So führt Kanti-Captain Katerina Holaskova nicht nur die Auswertungen nach «Blockwinner» und «Blockwinner pro Satz an», sondern auch die Angriffsexzellenz, berechnet aus Angriffspunkten geteilt durch die Anzahl aller Angriffsversuche. Teamkollegin Molly Lohman (im R.Sta.-Bild) dagegen führt die beiden Tabellen als beste Servicespielerin an, und zwar in der Wertung der Aufschlagsasse wie auch in der Berechnung Aufschlagsasse pro Satz. Bereits übermorgen werden die beiden Spielerinnen im Spiel gegen Genève Volley ihre Positionen verteidigen und ausbauen. Vor allem geht es aber darum, mit einem Sieg drei Punkte zu holen, um Rang drei in der NLA-Qualifikation zu sichern. (R.Sta.)

Der VC Kanti lässt zwei Punkte liegen

Mit voller Kraft schlägt Kateřina Holásková (l.) den Ball übers Netz. Am Ende verlor der VC Kanti aber im Tessin. BILD W. SCHLÄPFER

Mit dem 2:3 bei Volley Lugano bezog der VC Kanti die erste Niederlage in der Rückrunde. Die Schaffhauserinnen müssen nun noch kämpfen, um den dritten Rang nach der Qualifikation zu verteidigen.

 Reinhard Standke

Aus der vorzeitigen Sicherung des dritten Ranges in der NLA-Qualifikation wurde für den VC Kanti nichts: Für die Schaffhauserinnen setzte es beim Verfolger Volley Lugano eine 2: 3-Niederlage ab. Kanti konnte so den Vorsprung vor den letzten beiden Runden nicht auf sechs Punkte erhöhen, er reduzierte sich von drei auf zwei Punkte. Die Munotstädterinnen könnten aber rechnerisch nicht nur vom Team aus dem Tessin, sondern auch von VBC Cheseaux verdrängt werden, das im Toggenburg mit 3: 0 erfolgreich war.

Kanti-Trainer Nicki Neubauer blickte so auf die 108 Spielminuten vom Samstagabend in Cadempino zurück: «Als Topteam dürfen wir nach einer 2: 0-Führung nicht gegen Volley Lugano verlieren, man kann es aber.»

Dies sollte sich vor rund 200 Zuschauern –auch einige Kanti-Fans unterstützten ihr Team lautstark – zeigen. «Es war ein gutes und kämpferisches Spiel von beiden Seiten», fasste Neubauer die Partie zusammen. «Lugano begann super aggressiv am Aufschlag.» Nach dem ersten Hin und Her zogen die Tessinerinnen mit Passeuse Gebhardt am Service auf 15: 9 davon, Kanti kämpfte sich erst beim 20: 21 heran, gab noch einmal zwei Punkte ab, konnte aber mit Molly Lohmann am Aufschlag den Satz noch drehen (25: 23). «Ab Mitte 1. Satz haben wir gut gespielt, Passeuse Iosia hat die Bälle gut verteilt, die Stimmung war gut, die Energie auch», schilderte Coach Neubauer.

Das Spielgeschehen dreht sich

Der zweite Satz war zu Beginn geprägt vom Side-out-Spiel. Erst nach dem 19: 18 vermochte Kanti, mit Molly Lomann am Aufschlag, zum 25: 18 Satz-Sieg davonzuziehen. Im dritten Satz sollte sich nach und nach das Momentum im Spielgeschehen verändern. Das Heimteam erhöhte wieder den Druck im Service, bei Kanti vergösserte sich die Fehlerquote leicht. Nicht nur die Spannung am Block sei heruntergegangen, überall habe sein Team 2 bis Prozent nachgelassen, erläuterte Coach Neubauer. Die Topskorerin Runjic habe man im Griff gehabt, Lugano wechselte die Diagonalspielerin, das Team brachte sich ins Spiel. «Wir machen die Tür auf und sie gehen durch», drückte es der Kanti-Trainer aus. Nach dem 11: 11 konnte sich Lugano auf 16: 11 absetzen, Kanti kam später bis auf zwei Punkte heran, musste aber den Satzverlust (21: 25) hinnehmen. «Es war so, als wenn man mit einem Sieb schaufeln will, wir hatten keinen Zugriff mehr auf den Gegner.» Das habe Energie und Spannung gekostet, man zwar habe gekämpft, es habe aber an der Präzision im Finish, im Block und im Angriff gefehlt. Neubauer brachte Ende des dritten Satzes Elisa Suriano für den Aufschlag und im vierten Satz ab 3: 7 auch im Angriff für Krasteva. Die junge Spielerin machte ihre Sache gut, Kanti blieb jedoch 3 bis 4 Punkte hinten und musste auch diesen Satz (22: 25) und damit den ersten Tabellenpunkt abgeben.

«Der Mut von Lugano im Aufschlag wurde im Angriff belohnt», meinte Nicki Neubauer. «Den Mut hatten wir am Anfang, dann ging er zurück.» Im Tiebreak war kurz nach dem Seitenwechsel (8: 8) noch alles offen. Dann zog das Heimteam auf 12: 8 davon. Kanti gelang nur noch ein Punkt, Lugano deren drei. Nach der 2: 0-Führung hatte der VC Kanti, bei dem Perkovac (19), Holásková (18) und Jatzko (17) für die meisten Punkte gesorgt hatten, das Spiel aus der Hand gegeben. «Wir müssen über die Bücher gehen, was wir in solchen Situationen machen müssen», so Trainer Neubauer.

Die Überraschung der 16. Runde war die erste Saisonniederlage von Leader Neuenburg, der in drei engen Sätzen (jeweils nur zwei Punkte Unterschied) bei Aesch-Pfeffingen unterlag. Für den VC Kanti geht es weiter am Freitagabend mit dem Heimspiel gegen Genève Volley. Das Team des Büsingers Andi Vollmer hat sich in den letzten Monaten mit einigen Neuzugängen verstärkt. Im letzten Spiel der Qualifikation muss der VC Kanti am 18. Februar bei Aesch-Pfeffingen antreten.

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