News
Der VC Kanti will auch im Tessin gewinnen
Am Block vorbei: Kanti-Captain Katerina Holaskova bei einem Smash im Hinspiel gegen Volley Lugano. BILD Werner Schläpfer
Der in der NLA-Rückrunde noch ungeschlagene VC Kanti will morgen mit einem Erfolg bei Volley Lugano den dritten Platz in der NLA-Qualifikation sichern.
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. «Jetzt muss ein Sieg her» schrieb der VC Kanti Anfang Woche in seinem Newsletter, der periodisch an die Fans verschickt wird, zum morgigen Match, in dem das Team auswärts gegen Volley Lugano antreten muss.
«Wir sind immer noch im Fahrplan», meint Trainer Nicki Neubauer im Hinblick auf die Sicherung von Platz 3 und den angestrebten zweiten Platz in der NLA-Qualifikation. Mit einem 3-Punkte-Sieg in Cadempino (Anpfiff 19.30 Uhr) könnten die Schaffhauserinnen trotz sechs Punkten Vorsprung vor den letzten beiden Runden allerdings immer noch von Rang drei verdrängt werden.
Die Aufgabe in Lugano stufte Neubauer dennoch als schwer ein und wirft die Frage auf, wer bei den Gegnerinnen wie gut einsetzbar sein wird. Während Diagonalspielerin Runcic als wichtige Skorerin zuletzt wieder dabei war, kamen Angreiferin Kantor und Mittelblockerin Branca nur teilweise zum Einsatz. Aus der 2: 3-Heimniederlage Ende November habe er in der Analyse viele Lehren gezogen. Im zweiten Spiel mit Monika Krasteva waren beim Team die eigenen Fehler ein grosses Thema. «Eigentlich waren wir dominierend, machten das Spiel aber in einigen Situationen nicht ganz klar», erläutert der Kanti-Trainer. Jetzt sei sein Team stabiler, auch vom Kämpferischen her. Wichtig sei eine gute Aufgabe, «sie wackeln ein bisschen bei der Annahme».
Im Rückblick auf das vergangene Spiel gegen Cheseaux – beim 3: 2-Sieg musste Kanti zweimal einen Rückstand aufholen – spricht Neubauer von teilweise zu verspielten Aktionen. «Wir haben zeitweise nicht die einfachen Lösungen gefunden, waren vom Zuspiel her zu kompliziert. Finish und Konsequenz in den Aktionen haben ein bisschen gefehlt.»
U23-SM-Qualifikation
Auf dem späten Heimweg wird ein Teil der Kanti-Spielerinnen eine andere Route einschlagen: Die jüngeren Teammitglieder und der Staff übernachten auf dem Weg nach Köniz, wo sie am Sonntag an der U23-SM-Qualifikation teilnehmen, während der Rest im Teambus mit den Fans nach Schaffhausen zurückkehrt. In der ersten Qualifkationsrunde trifft Kanti in der Gruppe 4 auf die U23-Teams von Aesch-Pfeffingen, Volley Luzern und VBC Bulle. Während der Gruppenerste direkt die nächste Runde im März erreicht, muss der Gruppenzweite in einer Zwischenrunde gegen den Dritten der Gruppe 3 antreten. Gespielt wird jeweils auf zwei Gewinnsätze, zu absolvieren sind von den jüngeren Spielerinnen also nicht weniger als sechs bis acht Sätze.
Der VC Kanti lässt einen Punkt liegen
Korina Perkova, die gegen Cheseaux für die meisten Punkte sorgte, war auch bei der Abnahme gefordert. BILD REINHARD STANDKE
Schwerer als erhofft tat sich der VC Kanti in der Partie gegen VBC Cheseaux. Die Schaffhauserinnen machten im Heimspiel zweimal einen Satzrückstand wett und siegten am Ende 3:2.
Reinhard Standke
VOLLEYBALL. Immerhin 342 Zuschauer waren zu Beginn der Sportferien bei Gratiseintritt in die BBC Arena gekommen, um in der 15. NLA-Runde den Kampf des VC Kanti gegen VBC Cheseaux zu verfolgen. Für einmal nicht am Spielfeld präsent waren Linienrichter, das Fehlen sollte aber nicht für nennenswerte Probleme oder Diskussionen sorgen.
In den ersten vier Durchgängen vermochten es die Schaffhauserinnen nicht, sich von Satzbeginn an abzusetzen. Im ersten Durchgang fiel Kanti von 5: 4 auf 5: 8 zurück, nach dem ersten Timeout sorgte Korina Perkovac am Service für Druck bis zum 11: 8. Anschliessend kamen die Gäste jedoch wieder heran, später zog das Heimteam auf 21: 17 davon. Doch diese vielversprechende Ausgangslage wusste Kanti nicht zu nutzen: Mit den Aufschlägen der erfahrenen früheren Nationalspielerin Inès Granvorka kam man nicht zurecht. Schluss war erst beim 21: 25: Hier eine schlechte Abnahme, dort ein schlechter Pass oder ein Angriff in den Block halfen den Gegnerinnen, bei denen nicht nur Topskorerin Pritchard oder Diagonalspielerin Novakova, sondern vor allem Katherine Ferguson für die Punkte gesorgt hatten.
Satzausgleich und erneuter Rückstand
Weil es mit dem Service so gut funktioniert hatte, begann Inès Granvorka auch im zweiten Satz. Kanti startete jedoch aggressiver und lag bald mit 5: 1 vorne. Die Munotstädterinnen gestatteten dem Team aus der Romandie zwar zwischendurch den Ausgleich zum 8: 8, zogen dann aber wieder davon und sicherten zum Schluss den Satz klar mit 25: 17. Doch so sollte es nicht weitergehen: Im dritten Satz punktete nach dem 5: 4 vor allem VBC Cheseaux, der bald mit 7: 14 vorne lag. Einige Probleme in der Abnahme erleichterten Passeuse Norene Iosia die Aufgabe nicht, beim Stand von 6: 9 hatte Kanti-Coach Neubauer anstelle von Mittelblockerin Molly Lohmann, die diesmal weniger punktete als die Mitspielerinnen, die junge Jasmin Kuch eingewechselt, die bis zum Spielende im Einsatz stehen sollte. Den Rückstand sollten die Schaffhauserinnen nicht mehr wettmachen (20: 25).
Den Spielstand ausgeglichen halten konnte Cheseaux im vierten Durchgang bis zum 24: 24, Kanti nutze erst den dritten Satzball zum 26: 24. Nach dem Abtasten im Timebreak servierte Monika Krasteva für ihr Team vom 3: 2 zum 6: 2, den Vorsprung liess sich Kanti nicht mehr nehmen und sicherte sich mit 15: 10 Satz und Match. Für die meisten Punkte hatten bei den Gastgeberinnen Korina Perkovax(21), Romy Jjatzko (20) und Captain Katherina Holaskova (17) gesorgt.
«Wir haben lange gebraucht, um in das Spiel zu finden, wir haben lange gebraucht, um mit dem Service für Druck zu sorgen», blickte Kanti-Trainer Neubauer auf die 113 Spielminuten zurück. «Am Ende müssen wir aus dem Spiel lernen, was es braucht, wenn es nicht perfekt läuft. Wir hatte zu viele Spielerinnen, die alleine und nicht für das Team spielten.»
Gegen Cheseaux gaben die Schaffhauserinnen also einen der erhofften Punkte ab, liegen aber vor der am kommenden Samstag anstehenden Begegnung im Tessin drei Punkte vor Volley Lugano. Um den dritten Rang am Wochenende zu verteidigen, muss Kanti mindestens einen Punkt mit heimnehmen. Welche Bedeutung der vorgestrige Punktverlust für das Behaupten des dritten Ranges beziehungsweise das Erreichen des angestrebten zweiten Platzes hat, lässt sich drei Runden vor Schluss der Qualifikation schwer abschätzen. In den letzten beiden Spielen müssen die Munotstädterinnen gegen Genève Volley und bei Aesch-Pfeffingen antreten.
NLA, Frauen. 15. Runde: VC Kanti - VBC Cheseaux 3: 2 (21: 25, 25: 17, 20: 25, 26: 24, 15: 10). - BBC Arena. - 342 Zuschauer. - SR: Ciemiega/M. Auricht. - Spieldauer: 24, 21, 24, 28, 16 = 113 Minuten. –VC Kanti: Iosia (4), Krasteva (10), Lohmann (3), Jatzko (20), Perkovac (21), Holaskova (17), Habegger (Libera); eingewechselt: Pazin, Künzler, Corbach (2), Kuch; nicht eingesetzt: Contorno, Hinteregger, Suriano. – VBC Cheseaux: Granvorka (10), Ferguson (14), O. Hämmerli (1), Pritchard (20), Oseghale (13), Novkovic (15), M. Hämmerli (Libera); eingewechselt: Freymond (1), Konstadinova, Hanon (3), Monge.
Weitere Resultate: Neuchâtel UC - Volero Zürich 3: 0 (25: 23, 25: 22, 29: 27). Düdingen - Franches-Montagnes 3: 0 (25: 12, 25: 21, 25: 19). Volley Lugano - Sm’Aesch-Pfeffingen 0: 3 (21: 25, 23: 25, 22: 25). Genève Volley - Toggenburg 3: 0 (25: 10, 25: 21, 25: 14).
Rangliste: 1. Neuchâtel UC 15/41. 2. Düdingen 15/35. 3. Kanti Schaffhausen 15/30. 4. Volley Lugano 15/27. 5. Cheseaux 15/24. 6. Volero Zürich 15/22. 7. Sm’Aesch-Pfeffingen 15/21. 8. Genève Volley 15/13. 9. Franches-Montagnes 15/11. 10. Toggenburg 15/1.
Kanti orientiert sich nach oben
Nicki Neubauer gibt Inputs an sein Team, hier beim Spiel bei Franches-Montagnes. BILD WERNER SCHLÄPFER
In den letzten vier Partien der NLA-Qualifikation will der VC Kanti nicht nur den dritten Rang verteidigen, sondern auch das zweitplatzierte Volley Düdingen angreifen.
Reinhard Standke
Die Überraschung der vergangenen NLA-Runde war der 3: 1-Heimsieg des VBC Cheseaux über Volley Lugano, durch welchen (und den eigenen 3: 0-Erfolg bei Franches-Montagnes) der VC Kanti auf den dritten Tabellenplatz vorrücken konnte. Cheseaux und Lugano sind die beiden Teams, gegen die die Schaffhauserinnen in den nächsten acht Tagen antreten müssen. Danach folgen mit Genf (daheim) und Aesch-Pfeffingen weitere zwei Gegner, die durchaus zu schlagen sind.
In der Rückrunde und somit auch in diesem Jahr ist der VC Kanti in der Liga noch ungeschlagen. «Wir haben einen guten Lauf», freut sich Trainer Nicki Neubauer. «Vom Restprogramm her, da muss aber Düdingen Punkte liegen lassen, ist noch Platz zwei möglich», rechnet sich der Coach für sein Team aus, das aber dafür alles gewinnen muss. Zumindest in den nächsten beiden Wochen wolle man Rang drei sichern. «Da kommen aber auch die Ergebnisse der anderen Mannschaften zum Tragen. Wenn wir etwas Glück haben, können wir den Platz nach dem Lugano-Spiel fix haben.»
Schlüsselspielerinnen kontrollieren
Zunächst steht jedoch heute (16.30 Uhr, BBC Arena) die Aufgabe gegen Volley Cheseaux an. Gegen das Team aus dem Raum Lausanne hatten die Munot-städterinnen auswärts mit 3: 0 gewonnen. «Cheseaux ist eine gefährliche Mannschaft», warnt Coach Neubauer und verweist auf die Topskorerin, die amerikanische Aussenangreiferin Erika Pritschard, sowie die serbische Diagonalspielerin Jelena Novakovic. «Sie kann das Zünglein an der Waage sein. Spielt sie gut, dann haben sie zwei gefährliche Skorerinnen, spielt sie nicht so gut, dann verlieren sie halt.» Das von Cheseaux geschlagene Lugano habe am letzten Samstag aber zum einen nicht so gut gespielt, zum andern plagen die Tessinerinnen Verletzungssorgen.
«Im Hinspiel in Cheseaux haben wir es sehr gut gemacht, da fehlte allerdings Novakovic», erinnert Nicki Neubauer. Am Ende gehe es darum, diese beiden Spielerinnen zu kontrollieren und mit dem Aufschlag gut zu arbeiten. Weiter müsse Kanti versuchen, nicht zu viele Geschenke, sprich Fehler zu machen.
Dem VC Kanti gelingt die Revanche und der Sprung auf Rang drei
So jubeln Sieger: die Spielerinnen des VC Kanti nach ihrem Sieg gegen Franches- Montagne. Rechts freut sich Trainer Nicki Neubauer. BILD WERNER SCHLÄPFER
Mit einem glatten 3:0-Sieg bei Franches-Montagnes machte der VC Kanti die 2:3-Heimniederlage wett und profitiert in der Tabelle von der 1:3-Niederlage von Lugano in Cheseaux. Neu sind die Schaffhauserinnen Dritte hinter Neuenburg und Düdingen.
Reinhard Standke
Einen Blitzstart legte der VC Kanti am Samstag in Saignelégier hin: Erst beim 7: 2 endete die Serviceserie von Molly Lohmann (mit einem Schlag ins Aus). Auch Romy Jatzko und Korina Perkovac hielten den Druck aufrecht und brachten ihr Team zu einer 12: 5-Führung. Danach sollte jedoch das Heimteam herankommen, nach zwei Servicewinnern (u. a. vier Angriffsfehlern von Kanti) lag das Team von den Freibergern nur noch 11: 13 zurück. Dessen Trainer suchte den Erfolg mit vielen Wechseln. Durchsetzen konnte sich im ersten Satz u. a. mit den Punkten von Monika Krasteva und trotz vieler Fehler die Schaffhauserinnen mit 25: 19.
Viele Fehler
Noch grösser sein sollte die Fehlerquote beim VC Kanti im zweiten Durchgang. Trainer Neubauer sprach nach den 71 Spielminuten vor 230 Zuschauern davon, dass von 41 Punkten bei Franches-Montagnes in Satz eins und zwei 18 aus Angriffsfehlern von seinem Team stammten. Die Munotstädterinnen konnten zwar auf 6: 2 davonziehen, nach vier eigenen Fehlern in Folge war das Heimteam dran. Dann konnten sich die Gäste wieder zum 12: 7 absetzen, um dann Franches-Montagnes auf 11: 12 herankommen zu lassen. In der Folge geriet Kanti sogar in Rückstand (14: 15, 19: 21). In der Moneytime servierte dann Captain Holaskova ihr Team wieder in Führung, Kanti nutzte den zweiten Satzball zum 25: 22.
Lange ausgeglichen verlief der folgende Durchgang: Mal konnten sich die Gäste um zwei Punkte absetzen, dann liessen diese wieder eine Führung vom Heimteam zu (9: 7). Erst nach dem 14: 13 erspielte sich Kanti einen Vorsprung von mindestens zwei Punkten. Bei Kanti gab es weniger Fehler als zuvor, mit Monika Krasteva am Aufschlag kam ihr Team vom 18: 16 auf 23: 16, Coach Neubauer brachte in der Schlussphase die lange verletzten Jasmin Kuch (zwei Blockpunkte) und Elisa Suriano, mit 25: 18 gingen Satz und Sieg an die Schaffhauserinnen. «Drei Punkte, das ist das Wichtigste. In der Endphase von jedem Satz waren wir richtig stark und haben wenig Fehler gemacht», blickte Nicki Neubauer zurück. «Wir hatten eigentlich alle Spielerinnen gut unter Kontrolle, lassen aber sehr viel liegen.» Die besten Skorerinnen bei Kanti waren Monika Krasteva und Romy Jatzko mit 16 Punkten.
In der Tabelle der Nationalliga A liegt der VC Kanti nun mit einen Punkt vor Lugano, das sich nach einem Satzgewinn in Cheseaux noch mit 3: 1 schlagen liess, auf dem dritten Rang. Cheseaux folgt vier Punkte dahinter. Genau gegen diese beiden Teams treten die Schaffhauserinnen an den beiden folgenden Wochenenden an: Diesen Samstag ist Cheseaux in der BBV Arena zu Gast, eine Woche später muss Kanti ins Tessin reisen.



