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Das Hallensportzentrum kommt
Kanton und Stadt wollen mehr Raum für Sport: Rund zwei Drittel der Stimmbevölkerung sprechen sich für die Erweiterung des Hallensportzentrums Schweizersbild aus. Hauptinitiant Giorgio Behr befürchtet derweil bereits Mehrkosten.
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So dürfte das riesige Hallensportzentrum nach seiner Vollendung aussehen. VISUALISIERUNG: GEMEINNÜTZIGE STIFTUNG SCHWEIZERSBILD
Tobias Bolli
Schaffhausen wird des Bauens nicht müde: Zwei Tage nachdem der Spatenstich für den Spitalneubau erfolgt ist, gab die Stimmbevölkerung grünes Licht für die bauliche Erweiterung der BBC-Arena – ein Hallensportzentrum, das bei seiner Vollendung zu den grössten Sportanlagen der Schweiz zählen wird. Die Vorlage wurde auf den Tag genau 30 Jahre nach der Einweihung der ersten Sporthalle am Standort Schweizersbild angenommen.
Sowohl Stadt als auch Kanton bewilligten den Kredit von je 6,03 Millionen Franken und beteiligen sich damit wesentlich an der Gesamtinvestition von 40,2 Millionen Franken, die auch vom Bund, von der Gemeinnützigen Stiftung Schweizersbild, der Jakob und Emma Windler-Stiftung sowie privaten Gönnern mitgetragen wird.
Breite Zustimmung
Sämtliche Gemeinden sagten Ja zum Grossprojekt, auch auf dem Land war die Zustimmung gross; einigermassen umstritten war der Kredit einzig in der Gemeinde Ramsen, wo 338 Ja-Stimmen 284 Nein-Stimmen gegenüberstanden. Insgesamt befürwortete die Stimmbevölkerung des Kantons den Projektbeitrag mit 73,9 Prozent bei einer sehr hohen Stimmbeteiligung. Auch die Stadt war grossmehrheitlich bereit, den Millionen-Scheck auszustellen, wenn die Zustimmung mit 72,3 Prozent auch geringfügig tiefer ausfiel.
Der städtische Bildungsreferent Marco Planas zeigte sich hocherfreut über die Zustimmung, die er als wichtiges Zeichen für die «Sportstadt Schaffhausen» interpretierte. Die 17 Sporthallen der Stadt seien vor allem in den kälteren Monaten abends bis zum Anschlag ausgelastet. «Mit der Erweiterung entstehen neue Hallen, die vor allem auch vom Breitensport genutzt werden können.» Planas hob den Rollstuhlsport hervor, der mit der Bereitstellung zusätzlicher Hallen nicht mehr länger auf Sportstätten in Winterthur ausweichen müsse.
Nächste Etappe
Auch wenn sich die öffentliche Hand an der Infrastruktur beteiligt, werden Vereine, Schulen und Sonderschulen diese nicht umsonst nutzen können, sondern eine Miete entrichten müssen. Laut Planas wird sie sich nicht automatisch erhöhen, sollten die Betriebskosten der Sporthallen einmal höher ausfallen als erwartet. Es werde dazu gerade eine Leistungsvereinbarung ausgearbeitet. «Wenn die Kosten irgendwann steigen, müsste der Kredit im Parlament neu beantragt werden.»
Selbstverständlich freute sich auch der Hauptinitiant des Projekts. Giorgio Behr sprach von einem «grossartigen Ja» und dankte der Stimmbevölkerung für die Unterstützung. Nicht nur er persönlich, sondern viele Leute im Kanton würden heute Freude verspüren, so der Präsident der Gemeinnützigen Stiftung Schweizersbild. «Das Abstimmungsergebnis gibt uns nun den Mut, zügig vorwärtszumachen und das Projekt zu realisieren.» Bereits kommende Woche werde das erste Baugesuch eingereicht.
Mögliche Mehrkosten
Der Baustart dürfte frühestens im kommenden Jahr erfolgen, die Umsetzung des Grossprojekts voraussichtlich etwa zwei Jahre in Anspruch nehmen. Nebenbei äusserte Behr die Befürchtung, dass das Projekt durch eine Anhebung der Mehrwertsteuer (zur Finanzierung der Armee und der 13. AHV-Rente) ab 2028 verteuert werden könnte. Es gelte deshalb, möglichst schnell loszubauen und unnötige Mehrkosten zu vermeiden.
Nicht zuletzt begrüsste auch Regierungsrat Patrick Strasser, seines Zeichens Vorsteher des Bildungsdepartements, den Volksentscheid. Der Bedarf der Verbände und Schulen für Sportinfrastruktur könne so zumindest mittelfristig abgedeckt werden. Im Übrigen komme die Erweiterung dem ganzen Kanton zugute. Schliesslich handle es sich um ein Projekt mit grosser Ausstrahlungskraft. «Eine so schöne Anlage mit so vielfältigen Möglichkeiten hat nicht jeder Kanton.»
Unisono fürs Hallensportzentrum
Die Erweiterung im Schweizersbild sieht zwei grosse Anbauten am bestehenden Multisport-Komplex vor. Visualisierung: zVg
Das Schaffhauser Stadtparlament stimmt ohne eine Gegenstimme für die Erweiterung des Sportzentrums Schweizersbild. Es geht um gut 6 Millionen Franken. Auch der Kanton soll mitzahlen. Das Volk hat das letzte Wort.
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Mark Liebenberg
SCHAFFHAUSEN. Dass ein Geschäft im Schaffhauser Grossen Stadtrat ohne einzige Gegenstimme durchkommt, ist selten – und noch rarer ist es, wenn es dabei um einen Millionenbetrag geht. Doch im Falle der Erweiterung des Hallensport-Komplexes im Schweizersbild herrschte schon in der vorbereitenden Kommission nur eitel Freude. Die BBC-Arena, schon heute der grösste Multisport-Komplex des Kantons Schaffhausen, soll in ein paar Jahren ein Sportcampus mit europäischer Ausstrahlung sein: Für 40 Millionen Franken werden neue Grossturnhallen, zusätzliche Unterkünfte, eine Indoor-Leichtathletik-Bahn, ein nationales Tischtenniszentrum und eine speziell für den Rollstuhlsport geeignete Halle gebaut. Stadt- und Kantonsregierung sowie die Sportvereine sind begeistert.
Des Lobes voll
Es handle sich um ein Projekt mit Vorzeigecharakter, so der Tenor gestern: Die drei P spielten hier in mehrfacher Hinsicht ideal zusammen – Private-Public-Partnership. Die gemeinnützige Stiftung Schweizersbild GSS als Projektherrin bringt insgesamt rund 8,7 Millionen Franken ein, die Jakob-und-Emma-Windler-Stiftung finanziert genau 40 Prozent der Gesamtsumme, der Bund gibt etwa 2 Millionen Franken, und Stadt und Kanton schiessen im Rahmen ihrer Sportanlagenförderungskonzepte je gut 6 Millionen Franken ein.
Beträge also, die in der Stadt wie im ganzen Kanton eine obligatorische Volksabstimmung nach sich ziehen werden. Die Volksvertreter im Stadtparlament jedenfalls waren gestern Abend über die Parteigrenzen hinweg bereits des Lobes voll. Und doch gab es Nuancen. «Wir hätten uns einen Architekturwettbewerb gewünscht, damit Nachhaltigkeitskriterien ein noch grösseres Gewicht hätten entfalten können», merkte Daniela Furter (Grüne) an. Das veranlasste Res Hauser zur Feststellung: «Unsere Fraktion begrüsst gerade, dass es keinen Wettbewerb gibt, damit die Bauten funktional sind und nicht irgendein Architekt sich hier selber verwirklichen kann.»
Auch bei der SP mischte sich in grosses Lob ein leises Klagen. «Es ist klar, bei solchen Private-Public-Partnerschaften ist die demokratische Mitbestimmung immer ein wenig eingeschränkt», sagte Fraktionschef Thomas Weber. Doch unter den vorliegenden Umständen entlockte das sogar dem Freisinnigen Christian Mundt hymnische Worte. «Private realisieren ein super Projekt und die Stadt steht nicht im Weg, sondern unterstützt, wo sie nur kann.»
Leuchtende Augen bekam auch Finanzreferent Daniel Preisig (parteilos), wenn er vorrechnete: «Die Stadtbevölkerung erhält einen viel höheren Gegenwert, als die öffentliche Hand dafür aufwenden muss.» Sportreferent Marco Planas (parteilos) empfahl ein Ja zur Vorlage, weil sie «eine einmalige Gelegenheit darstellt, Schaffhausen als Sportstadt zu stärken». Vor allem im Winter bestehe seitens der Sportvereine, aber auch der städtischen Schulen ein ausgewiesener Bedarf an Hallen, der bisher nicht gedeckt werden kann. Der geplante Ausbau im Schweizersbild schaffe da Abhilfe.
Laut Preisig sollen die zuständigen Gremien im Kanton baldmöglichst entscheiden – die kantonsrätliche Kommission hat Mitte Februar ebenfalls einstimmig Ja zum Kantonsbeitrag gesagt. Die städtische und die kantonale Volksabstimmung sollen am gleichen Tag stattfinden, so Preisig.
Profitieren sollen Breiten- und Jugendsport. Neben dem Tischtennisklub besonders nötig haben den Ausbau des Sportkomplexes auch der Unihockey-, der Basketball- und der Rollstuhl-Klub. Letzterer muss heute nach Winterthur ausweichen, um trainieren zu können.