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VC Kanti gegen Volero mit erstem Saisonsieg

Geschafft: Die Kanti-Spielerinnen jubeln. Gegen Volero Zürich gelang der erste Sieg der Saison. BILD W.Sch.

Im dritten Spiel der Saison gelingt dem VC Kanti der Erfolg: Mit 3:0 schlagen die Schaffhauserinnen den Aufsteiger Volero Zürich klar und holen die ersten Punkte.

 Reinhard Standke

Vom Kader her hatte es VC Kanti Coach nach den Auftaktniederlagen gegen Düdingen und Neuenburg auch in der dritten Partie der Spielzeit 2022/2023 nicht leichter. Der Personalmangel bei den Angreiferinnen hatte sich vor dem Aufeinandertreffen mit Cupsieger Volero Zürich akzentuiert: Nach der rekonvaleszenten Elisa Suriano (Wadenbeinbruch), Angel Gaskin (Knieprobleme) fiel auch Jasmin Kuch, die die Amerikanerin am vergangenen Wochenende zum grossen Teil ersetzt hatte, krankheitsbedingt aus. «Wir sind personell am Anschlag», musste Kanti-Trainer Nicki Neubauer feststellen. Am Samstag stand gegen die Zürcherinnen von Beginn an die 19-jährige Julia Künzler auf dem Feld.

Kanti begann stark (5: 2), liess dann aber auch immer wieder den Gästen Raum zum Erfolg und machte diverse Fehler (8: 6). Diese konnten dadurch zunächst zum 7: 7, später zum 11: 11 ausgleichen. Dann agierten die Schaffhauserinnen wieder stark (17: 9, 23: 15), benötigen aber sechs Satzbälle bis zum 25: 21. Auch im zweiten Durchgang waren die Munotstädterinnen das bessere Team, liessen aber wieder Höhen und Tiefen folgen, in der Annahme und Angriff nicht richtig liefen und Volero zu Punkten kam. Nach 5: 1 kamen die Gäste bis auf einen Punkt heran, nach dem 16: 12 noch auf 20: 20. In der Schlussphase behielten die Schaffhauserinnen aber vor 408 Zuschauern die Nerven (25: 22).

Selbstvertrauen geholt

Deutlicher als zuvor dominierte der VC Kanti das Spiel im dritten Satz. Mit dem erfolgreicheren Angriff und Block zog das Heimteam auf 7: 3 und 17: 9 davon, Volero wechselte viel, kam aber nur 22: 16 heran. Kanti liess nichts anbrennen und sicherte sich mit dem zweiten Matchball um 25: 18 den ersten Sieg in der Saison. Während von den weiteren zuletzt angeschlagenen Spielerinnen Maëlle Corbach zum ersten Kurzeinsatz kam, wurde Lina Hinteregger nicht eingewechselt. Mit diversen Blocks und schnellen Angriffen avancierte im dritten Spiel der Saison Captain Katerina Holaskova zur erfolgreichsten Skorerin (18), gefolgt von Korina Perkovac (13), Romy Jatzko (12) und Julia Künzler (8). Bei Volero kam Valeriia Kharlova auf 12 Punkte.

Der Sieg gegen Aufsteiger Volero Zürich gebe Selbstvertrauen, freute sich Coach Nicki Neubauer. «Wir hatten gute Angriffswerte, haben im Service gut Druck gemacht und haben taktisch diszipliniert gespielt. Julia Künzler hatte ihre Aufgabe im Angriff sehr gut gelöst», so Neubauer. Spielerisch sei aber noch mehr möglich, er verwies auch auf die Zeiten mit vielen Fehlern (24: 16). «Diese Phasen müssen wir kleinhalten.»

Am kommenden Samstag geht es für den VC Kanti im ersten Auswärtsspiel zu Schlusslicht Volley Toggenburg, das noch ohne Punktgewinn dasteht, vorgestern aber Neuenburg einen Satz abknüpfen konnte. In Wattwil gilt es nun mit einem weiteren Erfolg nachzudoppeln.

Weiterhin Ungewissheit bezüglich Diagonalspielerin

Der VC Kanti empfängt heute (16.30 Uhr, BBC-Arena) im dritten Heimspiel der laufenden NLA-Saison Aufsteiger Volero Zürich. Keine Klarheit gibt es nach wie vor, was die Besetzung der Diagonalposition betrifft, denn wegen Knieproblemen fällt Angel Gaskin (USA) bis auf Weiteres aus.

Die Hiobsbotschaft, dass mit Angel Gaskin die Diagonalangreiferin des VC Kanti am Startwochenende sicher und wohl darüber hinaus nicht einsatzfähig sein würde, hatte die Clubverantwortlichen noch vor dem Saisonstart vor gut einer Woche erreicht. Diese Woche fanden nun weitere medizinische Untersuchungen und Abklärungen statt, eine definitive Diagnose liege ­jedoch noch nicht vor, sagte Kanti-Präsident Sandro Poles auf Anfrage. Bis ­Genaueres bekannt ist – das kann von einer kurzen Pause bis zum Saisonausfall alles sein –, wird Trainer Nicki Neubauer mit dem bestehenden Kader versuchen, das Mögliche herauszuholen. Erschwerend kam in dieser Trainingswoche hinzu, dass die Mittelblockerin Jasmin Kuch, die gegen Düdingen einen guten Einstand auf der Diagonalposition erlebte, krankheitshalber fehlte. Ob sie heute spielen kann, ist offen.

Am Sonntag im zweiten Heimspiel gegen Meister NUC – das dem Trainer trotz des 0: 3 vom kämpferischen Auftritt her besser gefiel als der fehlerhafte Startmartch gegen Düdingen – probierte Nicki Neubauer mit Romy Jatzko eine zweite Variante auf Diagonal aus. Anstelle der Deutschen kam dann im Aussenangriff die junge Julia Künzler zum Einsatz und Jasmin Kuch war die einzige Einwechselvariante. «Es ist gut, zu wissen, dass wir über zwei Varianten verfügen», betont Neubauer, «aber wenn wir auf Jasmin setzen, dann müssen wir in unserem Gesamtsystem mit Abwehr und Block etwas weniger verändern.»

Wie stark der heutige Gegner Volero Zürich ist, der nach Jahren der Absenz mit den gewohnt hohen Ambitionen in die oberste Spielklasse aufgestiegen ist, lässt sich nach den ersten Partien noch nicht abschliessend sagen: Im Supercup gegen Neuenburg UC (0: 3) war das Team von Svetlana Ilic chancenlos, dann kam es zum erwarteten 3: 0-Sieg über Toggenburg, bevor es am Sonntag in Kloten dem VBC Cheseaux mit 1: 3 (27: 25, 23: 25, 25: 22, 16: 25, 14: 16) knapp unterlag. (hcs.)

Hawaiianisches Treffen

Norene Iosia (links) vom VC Kanti und Mita Uiato von Düdingen

Zu einem Aufeinandertreffen zweier gebürtiger Zuspielerinnen aus Hawaii kam es am letzten Samstag beim ­Saisoneröffnungsspiel der Volleyball-Frauen-NLA zwischen dem VC Kanti und Volley Düdingen. Sowohl Norene Iosia vom VC Kanti (links im hcs.-Bild) wie auch Mita Uiato von Düdingen (r.) haben ihre Wurzeln auf der US-Amerikanischen Vulkaninsel im Pazifik – die Kantispielerin hat zudem den Pass von Amerikanisch-Samoa. Beide hatten als erste Volleyballstation die Hawaii University in Manoa angegeben, die ältere Mita Uiato (Jahrgang 1992) von 2010 bis 2014, und Norene Iosia (1998) von 2016 bis 2020. Beide erlernten das Zuspiel bei der in der Schweiz (von den Meistersaisons von 2004/05 bis 2008 bei Volero Zürich her) sehr bekannten und im internationalen Frauen-Volleyball berühmten Zuspiel-Lehrmeisterin Robyn Ah Mow-Santos, die seit 2011 zuerst als Co-Trainerin und seit 2016 als Cheftrainerin an der Hawaii University wirkt und ihr grosses Können so nachhaltig weitervermittelt; die momentan verletzte Kanti-Diagonalan­greiferin Angel Gaskin spielte von 2017 bis 2019 ebenfalls in Manoa unter Ah Mow-Santos. Am Spielfeldrand in der BBC-Arena fieberten auch einige Familien­angehörige und Freunde der beiden Hawaiianerinnen Iosia und Miato mit, die sich nach Spielschluss sehr herzlich begrüssten und natürlich ­Erfahrungen austauschten. (hcs.)

Für den VC Kanti beginnt die Saison mit zwei Niederlagen

Die Neuenburgerinnen war zu stark: Norene Iosia (l.) und Molly Lohman bei einem Angriff. Bild W.SCH.

Nach dem 1:3 vom Samstag gegen Volley Düdingen zeigte sich der VC Kanti gestern kämpferischer, dennoch gelang kein Satzgewinn gegen den Meisterschaftsfavoriten Neuenburg UC.

Reinhard Standke

Mit einem Sieg gegen Volley Düdingen hatte der VC Kanti Mitte April die vergangene Saison beendet und sich damit die Bronzemedaille in der Meisterschaft gesichert. Mit einer Partie gegen das Team aus Freiburg begannen die Schaffhauserinnen auch die Saison 2022/2023. Bei Kanti fehlte die neu verpflichtete Diagonalspielerin Angel Gaskin, bei der Probleme am Meniskus aufgetreten waren. Für sie begann die 20-jährige Jasmin Kuch. Bei den Gegnerinnen aus Düdingen stand die frühere Kanti-Spielerin, Captain Elena Steinemann, nur für 11 Bälle auf dem Feld und musste dann, offenbar wegen Oberschenkelproblemen, ausgewechselt werden.

Zu viele Fehler

Die erste Duftmarke im Spiel vom Samstag setzte mit drei schnellen Angriffen das Heimteam. Nach einem Servicefehler kamen dann zunächst die Gäste zum Zug (6: 5), ehe Kanti beim Service von Passeuse Norene Iosia auf 12: 7 davonziehen konnte. Beim Heimteam wechselten sich die Phasen mit gutem, schnellen (Angriffs-)Spiel ab mit Phasen mit Angriffs- und Servicefehlern oder Bällen, deren Annahme nicht gut gelang. Nach und nach kam Düdingen näher, vom 16: 16 bis 21: 21 war der Spielstand ausgeglichen. Dann servierte Romy Jatzko bis zum 24: 21, Kanti nutze den zweiten Satzball. Höhen und Tiefen folgten auch im zweiten Durchgang. Die Munotstädterinnen legten mit 5: 2 vor, um dann eine Serviceserie von Tea Kojindzic zu kassieren (5: 11). In der Folge konnte Kanti prompt zum Ausgleich (12: 12), geriet dann aber wieder in Rückstand und konnte diesen nicht mehr wettmachen (20: 25). Guten und schlechte Zeiten bot auch der dritte Satz: Beim 9: 6 waren die Schaffhauserinnen gut unterwegs, machten dann aber keine Punkte mehr (10: 14). Trainer Neubauer gab Romy Jatzko eine Pause und wechselte bis zum 17: 19 Julia Künzler ein. Sein Team arbeitete sich dann die die 23: 22-Führung, kassierte zum Satzende jedoch drei Angriffspunkte. Von Beginn an im Rückstand (0: 4) lagen die Schaffhauserinnen im vierten Satz, kamen zwar verschiedentlich bis auf einen Punkt heran (zuletzt beim 18: 19), kassierten dann aber eine kleine Serviceserie von Düdingens Passeuse Rainette Uiato und gaben Satz (19: 25) und Match ab. «Wenn wir heute nicht gewinnen, geben wir keine gute Referenz ab», zeigte sich Trainer Nicki Neubauer nicht zufrieden und bemängelte die hohe Fehlerquote. «Im Angriff und Block haben wir noch Luft nach oben», der Coach verwies aber auf durch die Änderungen in der Aufstellung fehlende Stabilität.

Gegen NUC mit mehr Herz und Einsatz

Die nächste Bewährungsprobe für den VC Kanti stand nur 24 Stunden später mit der Partie gegen Meister und Supercup-Sieger Neuenburg UC an. Kanti begann in der gleichen Formation wie am Samstag und konnte zu Beginn mithalten. Nach dem 7: 7 konnten die Gäste, bei denen in den ersten beiden Sätzen mehr Fehler auftraten als bei den Schaffhauserinnen, auf bis zu sieben Punkten wegziehen. Doch nach dem 16: 23 begann Kanti eine Aufholjagd, die bei 23 Punkten endete, Neuenburg verwandelte jedoch den zweiten Satzball. Im zweiten Durchgang liess Kanti-Trainer Neubauer dann Julia Künzler für Jasmin Kuch beginnen. Die Schaffhauserinnen lagen bald 2: 5 zurück, konnten jedoch gegen das fehlerhafte NUC nicht nur gleichziehen, sondern ab 15: 14 auch immer wieder eine Führung herausspielen. In der prickelnden Schlussphase führte zunächst Kanti mit 23: 22, kassierte dann zwei Punkte, konnte aber nach dem abgewehrten Satzball den eigenen nicht nutzen und verlor den Satz noch mit 25: 27. Nach der zehnminütigen Pause spielten die Neuenburgerinnen konzentrierter und mit weniger Fehlern, Kanti lag bald mit 4: 12 und 15: 20 zurück und gab auch den dritten Satz ab mit 20: 25. «Wir hätten einen Satzgewinn verdient», meinte Trainer Neubauer, der seinen Spielerinnen mehr Herz und Emotionen als am Samstag attestierte. «Wir haben nie aufgegeben. Ohne die Stamm-Diagonalspielerin ist es schwieriger, die jungen Spielerinnen haben es gut gemacht.» Nach der Steigerung gegenüber dem ersten Spiel der Doppelrunde geht es am kommenden Samstag im nächsten Heimspiel mit Volero Zürich gegen einen Gegner, der geschlagen werden könnte.

Die nächste Aufgabe

Das nächste Spiel für den VC Kanti steht am nächsten Samstag auf dem Programm. Um 16.30 Uhr kommt Volero Zürich nach Schaffhausen.

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