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Kanti dominiert ersten Satz, holt aber am Ende nur einen Punkt

Die Kantizuspielerin Norene Iosia lanciert ihre US-Landsfrau und Mittelblockerin Molly Lohman. BILD W SCH.

Nachdem der VC Kanti gegen ­Volley Lugano den ersten Satz klar gewonnen hatte, bestimmten in der Folge die Tessinerinnen das Spiel. Im Tiebreak unterlagen die Schaffhauserinnen mit 11:15 und rutschten in der Tabelle ­hinter Cheseaux auf Rang 5.

Reinhard Standke

Der VC Kanti begann gegen das Team der Stunde der NLA, Volley Lugano, in der aktuellen Stammformation und vom Spielstand her nach dem Geschmack der meisten der 392 Zuschauer. Nach dem ersten Abtasten (2: 2) sorgte Molly Lohmann mit dem Service für Druck (zwei Winner), mit starken Angriffen (Perkovac) und Blocks (Holaskova) stand es bald 10: 2, die Schaffhauserinnen dominierten das Spiel und liessen den Tessinerinnen kaum Raum zur Entfaltung. Lohman servierte später noch einmal stark (drei Winner), Kanti konnte nach nur 19 Minuten den Satzgewinn (25: 15) feiern.

Doch danach sollte es aber nicht so weitergehen, Lugano gab Kontra, sorgte seinerseits für Druck mit dem Aufschlag, kämpfte in der Abwehr, blockte und machte die Punkte. Konnte die Munot­städterinnen bis zum 6: 6 dranbleiben, zogen nun die Gäste über 11: 6, 15: 8 auf 22: 10 davon. Der VC Kanti agierte mit geringerem Fokus als zu Beginn sowie einer hohen Fehlerquote und musste einen klaren Satzverlust hinnehmen (14: 25). Lange ausgeglichen verlief der dritte Durchgang, zunächst lag Kanti zwei bis drei Punkte zurück, um dann mit 16: 14 in Führung zu gehen. Nach einem Kanti-Angriffsfehler gelangen Lugano vier Angriffs- und Blockpunkte (16: 19), die Schaffhauser vermochten den Rückstand nicht mehr wettzumachen (21: 25).

Die Schlussphase musste im vierten Satz den Ausschlag geben, nach dem 16: 16 wehrte sich Kanti, kämpfte und gab nicht auf (16: 18, 20: 18, 21: 22). Mit dem zweiten verwandelten Satzball ging es ins Tiebreak. Hier musste sich das Heimteam bis zum 3: 4 schon drei Fehler anschreiben lassen, danach zog Lugano davon (9: 7, 12: 8) und liess nach dem 15: 11 den Schaffhauserinnen nur einen Tabellenpunkt. Sorgten bei Kanti alle fünf Angreiferinnen für die Punkte, dominierte bei Lugano Topskorerin Runjic.

«Enttäuschend, zu Beginn machen wir alles richtig, dann sind wir jedoch nicht in der Lage, Lösungen zu finden, sind gehemmt, nicht frei und machen uns mit vielen Fehlern das Leben sel-ber schwer», so Trainer Nicki Neubauer. Das Thema sei es immer, Fokus und Energie beizubehalten. Weiter geht es für die Schaffhauserinnen am Samstag bei Genève Volley (8.) und dem Büsinger Trainer Andi Vollmer.

Lugano ist der nächste Prüfstein für den VC Kanti, Kuch verletzt

Die Kanti-Spielerinnen bedanken sich nach dem Sieg in Cheseaux für die Unterstützung durch die Fans. BILD WERNER SCHLÄPFER

Nach dem wichtigen Erfolg beim VC Cheseaux trifft der VC Kanti (4.) am Sonntag im Verfolger- duell auf das drittplatzierte Volley Lugano. Nicht dabei sein kann die junge Mittelblockerin Jasmin Kuch, die sich einen Bänderriss im Fuss zuzog.

 Reinhard Standke

Kaum ist mit Monika Krateva, die in Cheseaux eine erfolgreiche Premiere feierte, eine neue Angriffsspielerin zum VC Kanti gestossen, erreicht die nächste Verletztenmeldung das Team. Bereits vor Saisonbeginn fiel Elisa Suriano nach einem Wadenbeinbruch, ein Arbeitsunfall, aus und ist weiterhin nicht einsatzbereit. Dann musste Angel Gaskin die Mannschaft aufgrund einer alten Verletzung am Knie verlassen, ohne ein einziges NLA-Spiel bestreiten zu können. Nun erlitt der 20-jährige Neuzugang von Volley Toggenburg, Jasmin Kuch, während ei­nes Trainings am vergangenen Wochenende einen Bänderriss am Fuss, sie war schon in der Romandie am vergangenen Sonntag nicht dabei. So fehlt Trainer Neubauer und der Mannschaft für einige Wochen die Alternative auf der Mittelblockerposition.

Lugano überraschend stark

In der vergangenen Saison noch auf Rang sieben klassiert, liegt Volley Lugano nach sechs Runden der Qualifi­kation 2022/23 auf Rang drei. Die Tessinerinnen haben sich unter dem neuen griechischen Chefcoach Oikonomou Apostolos gezielt verstärkt und verloren bislang einzig das Auftaktspiel gegen Leader Neuenburg UC. «Sie strotzen vor Selbstvertrauen, treten mutig und ohne Respekt auf und machen sehr wenig Fehler», hat Nicki Neubauer die bisherigen Partien des nächsten Gegners beobachtet. Beim 3: 0-Sieg bei Aesch-Pfeffingen avancierte die neue Diagonalspielerin Marijeta Runic mit 14 Punkten zur Topskorerin und wird dies am Sonntag in der BBC Arena (Spielbeginn um 16.30 Uhr) wiederholen wollen. Allerdings weise das Team der Tessinerinnen nur sieben starke Spielerinnen auf: «Von der Bank kommt nichts», so die Einschätzung von Nicki Neubauer.

Lugano wird dennoch zu einem richtigen Prüfstein, so der Kant-Trainer, der für sein Team auf das Glück des Tüchtigen hofft. Die Hoffnung liegt auch auf dem kurzfristigen Neuzugang Monika Krasteva, die in Cheseaux ein starkes Debüt gefeiert hatte. «Sie ist sehr präsent, war gleich unsere Topskorerin, hat gut geblockt, ihr gelangen gute Aufschläge, und sie brachte Energie», fasste Neubauer den ersten Auftritt der Bulgarin zusammen.

Gegen das starke Team ist ein weiterer kompakter Auftritt des VC Kanti gefordert, auch der Aufschlag, der in Cheseaux sehr gut war, wird ein Thema sein.

Weiteres Verletzungspech bei den Kantigirls

Der VC Kanti befindet sich Mitten in der Qualifikationsrunde der Nationalliga A. Bereits vor dem Saisonstart musste das Team um Nicki Neubauer einen ersten verletzungsbedingten Ausfall hinnehmen, wir berichteten über den Arbeitsunfall von Elisa Suriano. Weiter ging es dann mit der Verletzungssträhne nach wenigen Spielen als klar wurde, dass Angel Gaskin das Team aufgrund einer alten Verletzung verlassen muss.

Am Montag wurde nun auch noch diagnostiziert, dass sich Jasmin Kuch während eines Trainings am vergangenen Wochenende die Bänder am Fuss gerissen hat. Die Mitteangreiferin der Kantigirls fällt somit leider ebenfalls für einige Wochen aus. Wir wünschen Jasmin eine gute und rasche Genesung. Das gesamte Medical-Team der Kantigirls wird wie immer ihr Bestes dazu beitragen.

Glücklicherweise konnte mit Monika Krasteva bereits eine zusätzliche erfahrene Angreiferin ins Team geholt werden. Trotzdem ist diese neue Verletzung auf der Mitteposition ein Verlust, da ein möglicher Wechsel für Head Coach Nicki Neubauer auf der dortigen Position damit wegfällt und das restliche Team in den Trainings und Spielen weiterhin gefordert ist.

Glatter Sieg des VC Kanti in Cheseaux

Nach einem schwierigen zweiten Satz dominiert der VC Kanti mit der neuen Angreiferin Monika Krastova die Partie in Cheseaux und liegt nach dem 3:0-Sieg auf Platz vier.

Reinhard Standke

In der 6. Runde der NLA-Qualifikation konnte der VC Kanti Schaffhausen zum ersten Mal die neue Angreiferin Monika Krastova einsetzen. Nachdem die Schaffhauserinnen in den bisherigen Runden durch den Abgang von Angel Gaskin andere Lösungen hatten suchen müssen, stellte sich die Bulgarin sogleich als der erhoffte Glücksgriff dar. Im Vergleich zur Vorwoche unterliefen den Munotstädterinnen deutlich weniger Fehler. Kanti startete gut in die Partie und konnte über 11: 7, 15: 11 auf 20: 11 davonziehen. Ein Doppelwechsel brachte beim Heimteam neue Impulse, Cheseaux kam auf 18: 20 heran. Kantitrainer Neubauer griff zu zwei Time-outs, sein Team blieb ruhig und entschied den Satz für sich (25: 20).

Hohen Rückstand aufgeholt

Der Start in den zweiten Satz missriet jedoch, beim Service von Inès Granvorka unterlief den Kantispielerinnen der eine oder andere Fehler und bald stand es 0: 5. Das Team aus der Romandie zog sogar auf 10: 4 und 14: 7 davon. Wiederum griff Nicki Neubauer zu zwei Time-outs und legte im Coaching den Wert auf Ruhe und Geduld, wie er nach den vor 250 Zuschauern ausgetragenen 76 Spielminuten erläuterte. «Gott sei Dank hat es geklappt», konnte der Coach im Nachhinein bilanzieren. Die neue Akteurin, Monika Krastova, führte ihr Team mit einer Serviceserie vom 13: 17 zum 18: 17. Die Kantispielerinnen liessen sich auch von den vier Satzbällen für die Gegnerinnen nicht beirren und nutzen ihren dritten Satzball zum 30: 28.

Eine klare Angelegenheit für den VC Kanti sollte der dritte Satz werden. Kanti agierte kompakt und mit Druck, zog über 6: 3 auf 12: 7 davon. Mit einer Serviceserie führte Molly Lohman den VC Kanti vom 15: 9 zum 22: 9, die Schaffhauserinnen nutzten den zweiten Matchball. Nach dem dritten Saisonsieg rückte der VC Kanti auf den vierten Rang vor. Sorgte bei Cheseaux die Topskorerin Erika Pritchard quasi im Alleingang für 15 Punkte, waren die Erfolge bei den Schaffhauserinnen mit Molly Lohman (14), Monika Krastova (14), Katerina Holaskova (13), Korina Perkovac (12) und Romy Jatzko (12) breit und gut verteilt.

«Ich bin mega stolz auf die Mannschaft, wir sind mit mehr Hingabe in der Feldabwehr und mehr Aggressivität aufgetreten», äusserte sich Kanti-Trainer Neubauer. Dabei habe das Team am Freitag und Samstag nicht gut trainiert. «Monika Krastova hatte einen super Einstand, wir haben einen hohen Rückstand aufgeholt, das setzt Kräfte frei.» Das Team müsse nun auf den Erfolg aufbauen, mehr Vertrauen und Sicherheit holen.

Greift der VC Kanti erst in den beiden Wochen vor Weihnachten in den CEV Challenge Europacup ein, setzen die beiden möglichen Gegner bereits übermorgen eine erste Duftmarke. Das serbische Team ZOK Ub trifft auf Apollon Limassol. Das Rückspiel erfolgt eine Woche später auf Zypern. Für den VC Kanti geht es in der NLA am kommenden Sonntag (16.30 Uhr, BBC-Arena) gegen den Tabellennachbarn Volley Lugano, der fünf Punkte Vorsprung aufweist und hinter Neuenburg und Düdingen auf Rang drei liegt, weiter.

NLA, Frauen. 6. Runde: VBC Cheseaux - VC Kanti 0: 3 (20: 25, 28: 30, 12: 25). - Collège du Marais-du-Billet. - 250 Zuschauer. - SR: Jungen/Droguett. - Spieldauer: 25, 30, 21 = 76 Minuten. – VBC Cheseau: O. Hämmeri (Pass, 2), Granvorka (9), Ferguson (5), Pritchard (15), Oseghale (5), Hanon (7), M. Hämmerli (Libera); eingewechselt: Kostadinova (1), Monge (1), Freymond (1), Trezzini. – VC Kanti: Iosia (Pass), Krastova (14), Lohman (14), Jatzko (12), Perkova (12), Holaskova (13), Habegger (Libera); nicht eingesetzt: Contorno, Corbach, Hinteregger, Künzler, Pazin; ohne Suriano (rekonvaleszent).

 

Weitere Resultate: Franches-Montagnes - Düdingen 1: 3 (19: 25, 20: 25, 25: 18, 14: 25). Sm’Aesch-Pfeffingen - Volley Lugano 0: 3 (14: 25, 21: 25, 15: 25). Volero Zürich - Neuchâtel UC 0: 3 (17: 25, 23: 25, 20: 25). Toggenburg - Genève Volley 1: 3 (16: 25, 40: 38, 11: 25, 15: 25).

 

Rangliste: 1. Neuchâtel UC 6/17 (18: 5). 2. Düdingen 6/16 (17: 6). 3. Volley Lugano 6/15 (16: 4). 4. VC Kanti SH 6/10 (12: 10). 5. Cheseaux 6/8 (10: 11). 6. Volero Zürich 6/7 (9: 12). 7. Genève Volley 6/6 (8: 15). 8. Sm’Aesch-Pfeffingen 6/6 (6: 12). 9. Franches-Montagnes 6/5 (8: 15). 10. Toggenburg 6/0 (4: 18).

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