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Kanti ist in Aesch gefordert

Nach vier Runden ist der VC Kanti in der NLA als Tabellenführer das einzige ungeschlagene Team. Nach einer vermeintlich leichteren Startphase stehen nun Spiele gegen vermeintlich schwerere Gegner an. 

Wohin geht der Pass von Lindsay Flory? 

Nach den Partien in Lugano, gegen Cheseaux, bei Volley Toggenburg und gegen die Volleyball Academy muss der VC Kanti morgen Nachmittag bei Aesch-Pfeffingen antreten. Die Schaffhauser Volleyballerinnen führen nach diesen vier Runden mit nur einem verlorenen Punkt die Tabelle noch vor dem Meister und erneuten Titelfavoriten Neuenburg an. Aesch-Pfeffingen liegt hinter Lugano, bei dem sich Kanti mit 3:1 durchgesetzt hatte, auf Rang vier.

Die Baselbieterinnen sind dabei das Team, welches in der vergangenen Saison den Munotstädterinnen vor der Sonne gestanden hatte. Aesch-Pfeffingen hatte Mitte Januar den VC Kanti in den Cup-Achtelfinals mit 3:1 geschlagen. In der letzten Partie der Qualifikation sowie in den anschliessenden Playoff-Viertelfinals konnte Kanti die Auswärtsspiele für sich entscheiden, musste jedoch die Heimspiele abgeben und verpasste mit einer knappen 2:3-Niederlage im entscheidenden Viertelfinalspiel den Einzug in die Halfinals.

In den Startrunden der Meisterschaft 2023/24 unterlag Aesch-Pfeffingen einzig gegen Neuenburg (0:3), setzte sich aber gegen Cheseaux (3:0), Düdingen (3:2) und Aufsteiger Glaronia (3:0) durch.

«Wir haben keine Revanchegelüste, es ist jetzt eine komplett andere Mannschaft», nennt Kantitrainer Nicki Neubauer einen Aspekt der morgen anstehenden Begegnung. «Nach der Historie der letzten Jahre kann man aber davon ausgehen, dass es wieder ein engeres Spiel gibt. Aesch-Pfeffingen wird die Favoritenrolle wohl wegdrücken, sie spielen noch nicht so gut, wie es der Kader vermuten liesse», erklärt der Kantitrainer. Mit der niederländischen Aussenangreiferin Nicole Luttikhuis haben die Gegnerinnen vom Sonntag eine verletzte Spielerin in den Reihen, während der VC Kanti bisher davon verschont blieb.

Rein vom Kader her sind für Neubauer Neuenburg und Aesch-Pfeffingen die beiden stärksten Teams in der NLA 2023/24. «Es ist schön, dass wir vorne sind, aber wir haben genug eigene Baustellen abzuarbeiten.»

Mit dem Spiel in Aesch beginnt für Neubauer auch eine Phase, in der der VC Kanti die eigene Leistung der letzten Wochen besser einordnen könne. Es sei eine gewisse Unsicherheit da. «Wir denken, wir spielen nicht so gut, gewinnen aber die Spiele.» Kanti hatte in den bisherigen Partien in manchem Satz zwar zurückgelegen oder abgegeben, aber alle vier Spiele am Ende gewonnen. «Einigen Mannschaften wäre wohl, die Punkte, die wir bereits gesammelt haben, schon auf dem Konto zu haben», meint Neubauer. «Wir wissen, dass wir besser spielen müssen und auch können gegen die besseren Mannschaften. Es wird in Aesch nicht leicht werden, wir wissen, was schon ganz gut bei uns funktioniert: Aufschlag, Block, Abwehr, da haben wir stabile Leistungen gezeigt in den letzten zwei, drei Spielen», so der Trainer der Schaffhauserinnen. «Wir brauchen aber eine bessere Angriffsleistung.»

In der kommenden Woche geht es dann für den VC Kanti Schlag auf Schlag weiter. Am Donnerstag steht das Heimspiel im CEV Challenge Europacup gegen den rumänischen Club CSO Voluntari 205 an, am Sonntag geht es zum Auswärtsspiel zum letztjährigen Meisterschaftszweiten Volley Düdingen.

Solides Spiel, das Niveau in allen drei Sätzen hochgehalten .

Lina Hinteregger (16) punktete serienweise.


In der heimischen BBC Arena traf in der 1. Liga das Team VC Kanti 2 (7.) auf Volley Rüschlikon (8.). Die Gäste gerieten von Anfang unter Druck. Die Kanti-Spielerinnen waren voll motiviert und feierten jeden Punkt. Sie waren immer voraus, steigerten sich im Laufe des Satzes stetig und gewannen diesen mit 25:19. Coach Claudio Kriech war sehr zufrieden mit dem Einsatz des Teams. Seine Tipps wurden postwendend umgesetzt. Lina Hinteregger aus dem NLA-Kader punktete zu Anfang des zweiten Satzes sogar serienweise. Beim Stand vom 19:10 nutzte der Trainer die Gelegenheit und nahm einige Wechsel vor. Auch die eingewechselten Spielerinnen zeigten sich von ihrer besten Seite, es gelang mit 25:20 der zweite Satzgewinn. Im dritten Durchgang ging es im gleichen Stil weiter. Ohne jeden Einbruch gewannen die Schaffhauserinnen auch diesen Satz mit 25:15 und der Sieg ging mit 3:0 an den VC Kanti 2, bei dem alle Spielerinnen Einsatzzeit erhalten hatten. Die Munotstädterinnen liegen in der Tabelle nun auf Rang fünf. Das nächste Spiel ist am Samstag auswärts beim Tabellenvierten VBC Spada Academica. (mrä)

Frauen, 1. Liga, Gruppe D: VC Kanti 2 - Volley Rüschlikon 3:0 (25:19, 25:20, 25:15). – VC Kanti 2: Kunz, Broder, Cavka, Hinteregger, N. Pazin, Brugger, Loffreda (Libera); eingewechselt: Ceçen, Brander, Neuhaus, Fuchs, Moser, Saipi (Libera).

Weitere Spiele: Pallavolo Kreuzlingen - STV St. Gallen 3:2. Volley Aadorf - VBC Spada Academica 3:2. BTV Aarau - TSV Jona Volleyball 0:3. VBC Andwil-Arnegg - NNV Volleyball Academy Zürich 2:3. VBC Voléro Zürich - Volley Toggenburg 1:3. – Rangliste: 1. Volley Toggenburg 6/18 (18:4). 2. VBC Voléro Zürich 6/15 (16:6). 3. TSV Jona Volleyball 6/11 (14:10). 4. NNV Volleyball Academy Zürich 6/10 (13:11). 5. VC Kanti Schaffhausen 6/9 (12:10). 6. STV St. Gallen 6/9 (13:12). 7. Pallavolo Kreuzlingen 5/8 (9:8). 8. VBC Spada Academica 5/6 (9:12). 9. Volley Aadorf 6/6 (11:15). 10. Volley Rüschlikon 6/6 (8:14). 11. Andwil-Arnegg 6/4 (5:16). 12. BTV Aarau 6/3 (6:16).

Männer. 2. Liga: VBC Wittenbach - VBC Schaffhausen 3:2 (25:22, 25:22, 20:25, 22:25, 21:19).

Frauen. 4. Liga, Gruppe A: VC Smash Winterthur 3 - KJS Schaffhausen 3:0 (25:22, 25:3, 25:15). VBC Hallau - VBC Schaffhausen 4 0:3 (13:25, 24:26, 19:25).

Frauen. 3. Liga, Gruppe A: VBR Rickenbach 1 - VC Kanti Schaffhausen 4 1:3 (25:27, 25:23, 19:25, 21:25).

Der VC Kanti gibt Punkt ab, wird aber Tabellenführer

Verrückte Welt in der NLA: Der VC Kanti, der gegen Schlusslicht Volleyball Academy auch hätte verlieren können, profitiert in der Tabelle von der ersten Saisonniederlage von Favorit Neuenburg und wird Leader. 

Elisa Suriano mit sehr gutem Spiel gegen ihren letzten Arbeitgeber aus Zürich. Bild Werner Schläpfer

 Reinhard Standke

Nach der 4. von 18 Runden in der NLA-Qualifikation ist nun nur noch ein Team ungeschlagen: der VC Kanti. Doch danach sah es in den 110 Spielminuten der Partie der Schaffhauserinnen gegen die Volleyball Acedemy Zürich nicht immer aus. So starten die Gäste mit einem 5:3-Vorsprung, den Kanti mit einer Serviceserie von Jacqui Armer wieder wettmachte (8:6). Doch diese Führung sollte nicht lange Bestand haben. Das Zürcher Nachwuchsteam mit Cheftrainerin Svetlana Ilic und Assistent Teemu Oksanen (beim VC Kanti 2016/2017 zunächst Assistenz- und zum Schluss Cheftrainer) kaufte Kanti mit Druck am Service und soliden Angriffen den Schneid ab und lag bald mit 2 bis 3 Punkten vorne. Das Heimteam agierte weniger aggressiv und souverän in Block und Feldabwehr, machte etwas mehr Fehler. Academy blockte stärker gegen die Schaffhauser Angriffe, das Gastteam baute den Vorsprung aus und sicherte sich Satz 1 mit 25:18.

Während die Heimmannschaft es bislang nicht geschafft hatte, die starken Leistungen im Training (gemäss Coach Neubauer) auf das Feld zu bringen, sollte es im zweiten Durchgang anders aussehen. Zwar begannen die Munotstädterinnen zögerlich 3.5), dann gelang es jedoch Korina Perkovac, mit starken Aufschlägen ihr Team mit 12:5 in Führung zu bringen. Nun war das Momentum auch im Angriff und Block bei Kanti, das nach dem 24:13 jedoch sechs Satzbälle benötigte, um den Sack zuzumachen (25:18).

Nach der Pause von zehn Minuten sollte es jedoch nicht in diesem Stile für Kanti weitergehen. Mal lag das eine Team mit 2 bis 3 Punkten vorne, dann der Gegner. Nach dem 16:16 zogen die Academy-Spielerinnen dann Service und Angriff am 22:16 davon, Kanti musste einen weiteren Satz mit 18:25 abgeben. «Wenn wir locker sind, spielen wir gutes Volleyball», erklärte Kantitrainer Nicki Neubauer im Anschluss. «Wenn wir etwas Stress haben, spielen wir unpräzise, es herrscht Chaos. Niemand kann damit umgehen, wir machen viel Unsinn, haben keine Geduld.» Im vierten Satz kehrte Neubauers Team jedoch wieder zu gutem Volleyball zurück, nach dem 2:4 servierten Perkovac, Captain Holaskova und Passeuse Flory zum 17:6-Vorsprung. Kanti blieb fokussiert und erreichte mit einem diskussionslosen 25:10-Satzgewinn das Tiebreak. Dieses blieb bis zum 6:6 ausgeglichen, dann vermochten sich die Schaffhauserinnen peu à peu abzusetzen und sicherten sich mit 15:12 2 der 3 möglichen Tabellenpunkte. «Die Academy hat das Maximum gegeben, wir nicht, aber wir haben den Schalter umgelegt», so Nicki Neubauer. «Die Spielerinnen haben sich untereinander gut gepushed, besser als in Toggenburg.»

In der vierten Runde der Meisterschaft verteidigte Korina Perkovac mit 19 weiteren Punkten das Saison- Topskorer-Trikot. Gegen die Volleyball Academy steuerte Captain Katerina Holaskova 16 Punkte bei, der zweiten Schweizer Aussenangreiferin auf dem Feld, Elisa Suriano, gelangen deren 14.

Der bisherige NLA-Leader Neuenburg brachte vorgestern eine 2:1-Führung bei Düdingen nicht durch, sondern gab zwei weitere Sätze ab und kassierte die erste Niederlage in der Saison. Die Schaffhauserinnen liegen einen Punkt vor dem Meisterschaftstitelverteidiger und müssen am nächsten Sonntag bei Aesch-Pfeffingen (4.) antreten. Bei einem Punktverlust von Kanti kann NUC mit einem Heimsieg über Aufsteiger Glaronia die Tabellenspitze zurückholen.

Frauen, 4. Runde: VC Kanti - Volleyball Acedemy 3:2 (18:25, 25:18, 18:25, 25:10, 15:12). - BBC-Arena. - 312 Zuschauer. - SR: Hefti/Schemeth. - Spieldauer: 23, 23, 26, 20, 18 = 110 Minuten. – VC Kanti: Flory (5), Perkovac (19), Armer (10), Dapic (10), Holaskova (16), Suriano (14), Habegger (Libera); eingewechselt: Corbach (2), Pazin, Künzler, Loffreda (Libera); nicht eingesetzt: Kuch, Hinteregger. – Volleyball Academy: Lüthi (5), Solvik (4), Giroud (8), Kellenberger (6), Ammirati (18), Mico (21), Paya (Libera); eingewechselt: Schibli, Koutsogiannakis, Zingg, Lohrer, Mäder, Wenger (Libera); nicht eingesetzt: Rodriguez. – Weitere Resulate: Volley Lugano - Toggenburg 3:1 (16:25, 25:13, 25:20, 25:11). Genève Volley - Cheseaux 3:1 (25:23, 22:25, 25:19, 25:18). Düdingen - Neuchâtel UC 3:2 (25:20, 23:25, 23:25, 25:20, 17:15). Glaronia Glarus - Sm’Aesch-Pfeffingen 0:3 (20:25, 22:25, 23:25). – Rangliste: 1. Kanti Schaffhausen 4/11. 2. Neuchâtel UC 4/10. 3. Volley Lugano 4/9. 4. Sm’Aesch-Pfeffingen 4/8. 5. Düdingen 4/7. 6. Genève Volley 4/5. 7. Toggenburg 4/3. 8. Cheseaux 4/3. 9. Glaronia Glarus 4/3. 10. Academy Zürich 4/1.

Ein weiterer vermeintlich leichter Gegner

 Peilen die nächsten Punkte an: Maëlle Corbach und ihre Kolleginnen. BILD R. STA.

Reinhard Standke

Nach der dritten Runde in der Nationalliga A führen zwei Teams ohne Punktverlust die Tabelle an. Dies sind Titelverteidiger Neuenburg UC und der VC Kanti. Die Schaffhauser Volleyballerinnen empfangen heute in der BBC Arena (16.30 Uhr) das Schlusslicht der Tabelle, die Volleyball Academy Zürich, welche nach der Fusion mit dem langjährigen Meisterschaftsdominator Volero Zürich die Lizenz für die höchste Schweizer Liga geerbt hat.

«Wir dürfen die Academy nicht unterschätzen», sagt Kanti-Trainer Nicki Neubauer. «Bei uns ist das Thema, dass wir unsere deutlich besseren Leistungen im Training auch im Spiel umsetzen. Dann gibt es mehr Ruhe und mehr Klarheit im Spiel.» Dies habe sein Team in Grossteilen der Partie vom letzten Sonntag bei Volley Toggenburg (3:1) vermissen lassen. In Wattwil hatte das Kantiteam auch nach Rückständen beziehungsweise Satzverlust wie schon in Lugano und gegen Cheseaux das Spiel am Ende siegreich abgeschlossen.

Trainingsleistungen umsetzen

Die Academy sei eine sehr junge Mannschaft, die nichts zu verlieren habe, das sei das Gefährliche. «Für einen Satz oder zwei sind die jungen Spielerinnen immer gut.» Es sei die Frage, wie lange die Academy gut spielen und mit Druck umgehen könne. «Den Druck müssen wir aufbauen, im Heimspiel, das ist ganz klar.» Sein Team fruste ein wenig an Dingen, die im Spiel nicht so funktionieren wie im Training. Wenn die Mannschaft aber zum Beispiel die «Galligkeit» vom Donnerstags-Training am letzten Sonntag gezeigt hätte, wäre das Spiel in weniger als 45 Minuten beendet gewesen.

Im Heimspiel könne sein Team im Vergleich zum vergangenen Sonntag noch zulegen, was Aufschlag und Aggressivität angehe: «Das ist auch notwendig, nicht wegen des Gegners, sondern für uns, damit wir den Schalter umlegen und zumindest ein bis zwei Sätze auf dem Level spielen, auf dem wir trainieren. Mit dieser Einstellung und Intensität müssen wir in das Spiel reingehen.» Nach den ersten Saisonspielen gegen Lugano, Cheseaux, Toggenburg und Volleyball Academy kommen dann wohl stärkere Gegner auf die Munotstädterinnen zu: Aesch-Pfeffingen (auswärts 5. November) und im CEV Challenge Cup CSO Voluntari aus Rumänien (Hinspiel daheim am 9. November).

Neben den gestrigen Trainingseinheiten waren Neubauer und einige der Spielerinnen am Nachmittag und Abend noch auf der Herbstmesse am Sport-Stand 

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