News
Grosse Euphorie nach Finaleinzug
Freude, Genugtuung und Hoffnung: Der VC Kanti spielt zum ersten Mal seit 2013 wieder um den Titel in der NLA.

Smash von Jordan Lockwood gegen NUC im November. Bild:W.Sch.
Reinhard Standke
Zwölf Jahre lang musste die Kanti-Familie warten, bis das Fanion-Team des Vereins nun wieder um den Titel spielen kann. 2013 unterlag das Team des damaligen Coachs Dirk Gross gegen Volero Zürich, die Schaffhauserinnen konnten den Gewinn der Silbermedaillen feiern. Im Anschluss an den Cupsieg 2021 holte das Team 2022 mit dem noch heutigen Trainer Nicki Neubauer die Bronzemedaille (gegen Volley Düdingen). Nach zwei zum Ende enttäuschenden Spielzeiten, in denen man nicht über Rang fünf beziehungsweise sechs hinausgekommen war, stiess das neu konzipierte Team des VC Kanti am Mittwoch in den NLA-Playoff-Final 2025 vor, in dem der Gegner ab dem 13. April Neuenburg UC heisst.
«Es ist eine grosse Genugtuung nach den letzten beiden Saisons, nach denen wir uns viele Gedanken gemacht haben über die Zusammenstellung der Mannschaft», äussert Neubauer. Das knappe Ausscheiden in den Viertelfinals mit fehlendem Spielglück 2022/23 und 2023/24 habe «schon etwas gemacht» mit den Verantwortlichen des Vereins. «Gehen wir den richtigen Weg mit ganz vielen jungen Spielerinnen oder fehlt die Breite?», dies sei eine der Fragestellungen gewesen. Auf den Input des Trainers hin setzt der Verein nun auf weniger junge Schweizerinnen, die man aber besser fördern könne. «Dem Anspruch gerecht zu werden, eine Topmannschaft zu sein und gleichzeitig Ausbildungsverein, ist extrem schwer», sagte Nicki Neubauer. Mit dem Finaleinzug hat die Führung des VC Kanti nun eine Bestätigung für das aktuelle Konzept erhalten. «Wir haben eine etwas breitere Mannschaft, wir haben mehr Möglichkeiten, Verletzungen, Krankheiten oder individuell schlechte Phasen auszugleichen. Und gleichzeitig können wir die jungen Leute mit mehr Verantwortung und mehr Spielzeit auf dem Feld ausstatten, als wenn wir zwei, drei Jüngere mehr hätten.» Der Verein konnte die finanzielle Herausforderung mitgehen.
Der sportliche Weg der letzten Monate brachte immer mehr Zuschauer zu den Spielen. Verfolgten Anfang November gut 400 Fans die Hinrunde gegen Neuenburg UC, strömten am Mittwoch über 1000 Anhänger in die BBC-Arena. «Es ist megaschön, dass die Wertschätzung da ist», freut sich Kanti-Präsident Sandro Poles. Man habe einerseits viel Werbung gemacht, andererseits habe der sportliche Erfolg viele Leute in die Halle gebracht, die noch nie ein Volleyballspiel gesehen hätten. Die Zuschauereinnahmen machen zwar nur einen kleinen Teil vom Budget aus, viele Fans, die die Werbung am Spielfeldrand sehen, ermöglichen aber eine bessere Vermarktung. Insbesondere der Verkauf der Werbung auf den neu angeschafften LED-Banden entwickele sich sehr gut, so der Vereinspräsident.
Neben der Freude, die der Finaleinzug bei Team und der erweiterten Vereinsführung ausgelöst hat, ergibt die Organisation der ein bis zwei Heimspiele (19. April, gegebenenfalls 26. April) auch neue Aufgaben. Aufgrund der Fernsehübertragung müsse wohl der spezielle Volleyballboden verlegt werden. Zwar stehen für die Finalserie bislang die Spieltage fest, nicht aber die von den TV-Übertragungen abhängigen Anspielzeiten.
Der VC Kanti steht im Playoff-Final
Im NLA-Playoff-Final 2025 spielen der VC Kanti und Neuenburg ab Mitte April um Gold und Silber.

Grenzenloser Jubel bei Spielerinnen und Fans: Der VC Kanti hat den Einzug in den Playoff-Final geschafft. Bild: Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Mit dem gestrigen dritten Sieg (3:0) in der Halbfinalserie gegen Volley Lugano schaffte der VC Kanti seit 2013 zum ersten Mal wieder die Qualifikation für den Playoff-Final der Nationalliga A. Dort trifft das Team mit Coach Nicki Neubauer auf den Titelverteidiger Neuenburg UC. Beide Teams erreichten die Finalrunden (Best of 5), die ab dem 13. April ausgetragen werden, auf dem kürzesten Weg. NUC setzte sich mit drei Siegen gegen VBC Cheseaux durch. Die Heimspiele in der BBC-Arena sind für den Ostersamstag, 19. April, und, falls die Serie noch nicht entschieden ist, am Samstag, 26. April, angesetzt.
Bei Saisonrekordbesuch von 1011 Zuschauern, das Programmheft war schnell vergriffen, begann die Partie mit 15 Minuten Verspätung, da die Gäste erst eine knappe halbe Stunde vor dem vorgesehenen Spielbeginn in der Halle eingetroffen waren. Besser ins Spiel fand zunächst Volley Lugano, das trotz vielen (Service-)Fehlern den Spielstand ausgeglichen gestalten konnte, da im Gegensatz zu den Gastgeberinnen im Angriff die Punkte gelangen. «Lugano hatte etwas umgestellt und anders gegen uns geblockt», erläuterte Kanti-Coach Neubauer.
Dann fanden die Gastgeberinnen über den Servicedruck (Botkin) ins Spiel, zogen davon (11:6, 17:11). Doch Lugano leistete, wie schon in den ersten beiden Begegnungen, immer wieder Gegenwehr und kam auf 20:16 bzw. 21:18 heran. Die Schaffhauserinnen «durchtauchten», so drückte Trainer Neubauer es am vergangenen Samstag aus, diese Situationen erneut. Mit Lina Lieb, als kurzzeitige Verstärkung in der Annahme, sicherte sich das Heimteam den ersten Satz (25:18).
«Wir haben in Satz eins und zwei sehr gut gespielt», so der Coach der Schaffhauserinnen nach den nur 66 Spielminuten. Im zweiten Durchgang baute sein Team den Vorsprung schnell auf 12:6 aus und ging mit 25:17 in die Pause von 10 Minuten. Auch danach lief es zunächst nach Plan in Richtung Finalqualifikation (12:8). Doch dann kam es zu einem Bruch im Spielfluss, Lugano kam mit starken Aufschlägen und guter Blockarbeit heran (17:17, 22:22). «Es gab eine Torschlusspanik, wir wurden passiv», erklärte Trainer Neubauer diese Phase. Doch dann gelangen seinem Team die letzten drei Punkte im Spiel.
«Ich bin stolz auf die Mannschaft», zollte Kanti-Trainer Neubauer seinem Team mit der Gewissheit, den Finaleinzug erreicht zu haben, ein Lob. Zur Vorbereitung auf die Mitte April beginnenden drei bis fünf Finalspiele verbleiben den Schaffhauserinnen nun zweieinhalb Wochen Zeit, dabei gibt der Trainer den Spielerinnen die ersten fünf Tage frei. Konkurrent Neuenburg trifft am Samstag, 5. April, noch im Cupfinal in Winterthur auf Aesch-Pfeffingen.
Nationalliga A, Playoff-Halbfinals (best of 5). 3. Runde: Volley Lugano - VC Kanti 3:0 (25:18, 25:16, 25:22), Endstand 3:0. - BBC-Arena. - 1011 Zuschauer. - SR: Rüegg/Droguett. Spieldauer: 23, 20, 23 = 66 Minuten. – VC Kanti: Petrenko (Pass), Perkovac, Botkin, Lockwood, Holaskova, Ambrosius, Habegger (Libera); eingewechselt: Lieb; nicht eingesetzt: A. Pazin, Popic, Loffreda (Libera), Capraro, Cavka. – Volley Lugano: Hayward (Pass), Solvik, Leban, Sordo, Armer, Zanetti, Mortati (Libera); eingewechselt: Cveticanin, Kovacic; nicht eingesetzt: Garovi, Sacher, Paya (Libera).
Zweite Halbfinalserie: Neuenburg UC - VBC Cheseaux 3:0 (25:19, 25:15, 25:16), Endstand 3:0.
Playoff-Finals (best of 5), Ansetzungen gemäss Modus: 1. Runde: Sonntag, 13. April, Neuenburg UC - VC Kanti. 2. Runde: 19. April, VC Kanti - Neuenburg UC. 3. Runde: Donnerstag, 24. April: Neuenburg - VC Kanti. Ev. 4. Runde: Samstag, 26. April, VC Kanti - Neuenburg UC. Ev. 5. Runde: Neuenburg - VC Kanti.
Den ersten Matchball nutzen
Der VC Kanti hat heute die erste von drei Chancen, zum ersten Mal seit 2013 wieder in den Playoff-Final einzuziehen.

Der VC Kanti ist bereit: Lea Ambrosius (r.) und Jordan Lockwood vor dem Spiel in Lugano. Bild: W. Schläpfer
Reinhard Standke
Die Chancen für den VC Kanti sind gross, nach 12 Jahren Unterbruch wieder in den Final der NLA-Playoffs einzuziehen. Nach dem zweiten Sieg in der Halbfinalserie gegen Volley Lugano ist dafür nur noch ein weiterer Erfolg nötig, während die Tessinerinnen alle drei noch möglichen Spiele gewinnen müssten, um dem Team von Nicki Neubauer den Platz noch streitig machen zu können.
Nach der fünften Partie in der Saison ist das Abtasten schon lange vorbei, die Mannschaften kennen sich gegenseitig. Die mentale und körperliche Erholung werden bedeutender, nur noch Details im eigenen Spielrhythmus, den es durchzuziehen gilt, sind anzupassen.
Nach der Rückkehr vom Spiel im Tessin vom Samstag legte das Team des VC Kanti am Sonntag einen Ruhetag ein, der Montag umfasste ein Krafttraining am Vormittag sowie ein Balltraining, in dem auf «Kleinigkeiten» eingegangen wurde, am Abend, berichtet Trainer Nicki Neubauer. Am Dienstagmorgen wurden individuell Dinge, die es zu verbessern gilt, wiederholt, gefolgt von einer kurzen Videoanalyse und einem 90-minütigen Abschlusstraining. Der Spieltag beginnt mit einem Warm-up mit Aufschlag und Annahme, bevor es am Abend (20 Uhr) «in einer möglichst gut gefüllten BBC-Arena» zur Sache geht.
«Wir wollen den ersten Matchball nutzen», gibt Coach Neubauer die Marschrichtung vor. «Die Mannschaft ist hoch motiviert, wir wollen nicht noch einmal am Freitag ins Tessin fahren.» Dennoch müsse man eine gute Balance finden und den Erfolg nicht zu fest erzwingen. Am vergangenen Samstag hatten die Schaffhauserinnen den Verlust des ersten Satzes zu verdauen. Volley Lugano hatte die Gäste mit dem starken Aufschlag permanent unter Druck gesetzt und den Satzerfolg an sich gerissen. «Da müssen wir kurz durchtauchen und versuchen, ihnen das eigene Spiel aufzudrücken», so Nicki Neubauer zum Fall eines erneuten möglichen Satzgewinnes. «Wenn wir dies schaffen, dann werden wir das Spiel auch gewinnen, weil sie im Moment zu wenige Lösungen haben», so die Analyse des Kanti-Chefcoaches. Das Team habe im Januar deutlich besser gespielt. «Wir müssen so arbeiten, dass die Stimmung bei ihnen runtergeht», so Neubauer. «Wir müssen ruhig bleiben, auch wenn das Spiel wie im vierten Satz lange ausgeglichen ist, und irgendwann den Hebel ansetzen.» Dies war den Kanti-Spielerinnen am Samstag gelungen: Nach dem 22:22 erzielten sie drei Punkte in Folge. «Mit jedem Punkt und jedem Satz, den wir gewinnen, steigt der Stresslevel bei ihnen», denn mit dem Rücken an der Wand steht vor der dritten Begegnung Volley Lugano. Die Sicherheit von zwei Siegen in der Best-of-5-Serie sollte dagegen dem Team des VC Kanti das notwendige Selbstvertrauen geben.
Playoff-Halbfinal, 3. Runde:VC Kanti - Volley Lugano, Mittwoch, 26. März, 20 Uhr, BBC-Arena; Stand 2:0.
VC Kanti 2 trotz weiterer Niederlage im «Final Four».
Bereits vor dem letzten Spiel der Gruppenphase bei Volley Aadorf stand fest, dass das 1.-Liga-Team des VC Kanti in der Gruppe D nicht mehr vom zweiten Platz verdrängt werden konnte.

Niederlage des VC Kanti 2: Libera Anna-Lena Rubli in der Abnahme, flankiert von Vivian Guyer (16) und Melis Cecen (5), rechts. Bild: M. Räss
Im ersten Satz war Kanti noch nicht richtig angekommen. Die Spielerinnen aus Aadorf spielten von Anfang nahezu fehlerfrei. In Kürze gehörte den Aadorferinnen der erste Satz mit 25:14. Im zweiten Satz legte Vivian Guyer so richtig los, unterstützt von den variantenreichen Angriffen von Jeanne Neuhaus. Leider verhinderten die vielen Servicefehler den Gewinn des zweiten Satzes für den VC Kanti. Dieser ging an Aadorf mit 25:19. Claudio Kriech ermahnte seine Spielerinnen noch einen Zacken zuzulegen, und es ging lange gleichauf bis 16:16. Es wurde noch so richtig spannend, bis die Aadorferinnen den letzten Satz eher etwas glücklich mit 25:23 und somit die Begegnung mit 3:0 gewannen. Als Zweiter der Gruppe D treffen die Schaffhauserinnen in den Halbfinals des Final-4-Turniers am Samstag auf den Sieger der C-Gruppe, VB Therwil (14 Uhr, 99er-Sporthalle beim Mühleboden in Therwil BL). Die Ränge 1 bis 4 werden dann am Sonntag in Sursee ausgespielt. (mrä)
Frauen, 1. Liga, Gruppe D. Volley Aadorf 2 - VC Kanti Schaffhausen 2 3:0 (25:14, 25:19, 25:23). - Aufgebot des VC Kanti 2: Kunz (Passeuse), Cavka, Guyer, Schaber, Nussbaumer, Çeçen, Libera: Saipi, Rubli; eingewechselt: N. Pazin, Neuhaus, Brugger; nicht eingesetzt: Schmid, Pensini.
Weitere Resultate: BTV Aarau - VC Smash Winterthur 0:3. STV St. Gallen Volleyball - Volleyball Academy 3:0. Pallavolo Kreuzlingen - TSV Jona Volleyball 3:1. Volley Rüschlikon - VBC Voléro Zürich 1:3. Pizol Volley - VBC Kanti Baden 3:1. – Schlussrangliste: 1. VBC Voléro Zürich 22/60 (62:17). 2. VC Kanti 2 22/49 (54:26). 3. STV St. Gallen 22/49 (56:27). 4. Volley Aadorf 22/39 (45:32). 5. Volley Rüschlikon 22/38 (48:38). 6. Pallavolo Kreuzlingen 22/36 (45:37). 7. VBC Kanti Baden 22/31 (39:43). 8. VC Smash Winterthur 22/30 (39:47). 9. BTV Aarau 22/26 (35:50). 10. Pizol Volley 22/20 (28:54). 11. TSV Jona 22/15 (29:56). 12. Volleyball Academy 22/3 (12:65).



