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VC Kanti fordert Vollmers Aesch im Halbfinal

In den Playoff-Halbfinalserien der Volleyballerinnen (best of 5) stehen sich Qualifikationssieger Neuenburg und Düdingen (4.) sowie Sm’Aesch Pfeffingen (2.) und der VC Kanti (3.) gegenüber. Zu favorisieren sind wohl die besser klassierten Teams, aber Überraschungen scheinen durchaus möglich zu sein.

 

Die Captains im Netzduell: Madlaina Matter (l.) und Katerina Holaskova. BILD W. SCHLÄPFER

 Das beste Beispiel, wie ein klarer Favorit straucheln kann, lieferte erst kürzlich Neuenburg UC, das die NLA-Saison bisher so klar dominiert hat – nun aber im Cup-Halbfinal mit 1:3 an Düdingen scheiterte. Ausgerechnet Düdingen heisst ab morgen wieder der Gegner der Neuenburgerinnen im Playoff-Halbfinal. In einer Best-of-5-Serie sei das schwierig zu wiederholen, meint auch Kanti-Trainer Nicki Neubauer, der die Mentalität im Freiburger Sensebezirk von seiner fünfjährigen Tätigkeit dort (bis 2017) bestens kennt: «Sie können sehr gut mit der Aussenseiterrolle umgehen und machen wenig Fehler.» Schon vor einem Jahr stand Düdingen im Playoff-Final, allerdings äusserst glückhaft, nachdem die Halbfinalserie wegen Coronafällen bei Aesch-Pfeffingen mit 1:0 für Düdingen – gemäss Reglement völlig korrekt – hatte beendet werden müssen. Das war bitter für Trainer Andreas Vollmer und sein Team, nachdem es im Vorjahr als Qualifkationssieger an NUC gescheitert war.

 

Diesmal hat sich das Team des Büsingers mit seinem ehemaligen Club, dem VC Kanti, auseinanderzusetzen, der ihm vor einem Jahr mit dem überraschenden Sieg im Halbfinal im Baselbiet die Cupfinal-Qualifikation und damit auch den Cupsieg weggeschnappt hatte. Nicki Neubauer wurde als zweiter Trainer nach Vollmer (2000 und 2009) mit den Schaffhauserinnen dank einem 3:2-Sieg über die Equipe von Lauren Bertolacci im dramatischen Final Cupsieger.

 Auf die Frage, ob der VC Kanti nun dem Favoriten wieder ein Schnippchen schlagen und ob der Playoff-Final 2022 auch VC Kanti gegen Düdingen lauten könnte, wollte sich Neubauer nicht auf die Äste hinaus lassen, aber er sagt dennoch: «Fürs Finale ist alles möglich.» Entscheidend in der Halbfinalserie wird wohl sein, wer nach einer gut zweiwöchigen Spielpause besser zum Rhythmus findet. «Das wird nicht so leicht werden für unsere Frauen, denn wir konnten im Gegensatz zu Aesch kein Testspiel absolvieren.» Denn der Besuch von Linz musste aufgrund von Coronafällen ausfallen, immerhin hätten sie mit drei Männern im Training versucht, die Wettkampfsituation zu simulieren. Derweil habe Vollmers Team ein Spiel gegen Franches-Montagnes bestritten.

Vom Spielsystem her sieht Neubauer sein Team mit Aesch auf Augenhöhe. «Beide Teams spielen ähnlich breit verteilt und sind gut organisiert. Am Block sind wir vielleicht etwas besser, während sie in den anderen Bereichen ein leichtes Plus haben. Es wird vor allem auf die Tagesform ankommen.» Und der Heimvorteil spiele gerade, was den Service betreffe, eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und dieser liegt in der Serie, die morgen in Aesch beginnt und am Mittwoch in der BBC-Arena weitergeht, eher bei Vollmers Team. «Unser Vorteil ist, dass wir schon 80 Prozent unserer Saisonziele erreicht haben. Da wollen wir mutig und mit viel Freude aufspielen», sagt Neubauer. (hcs.)

Der VC Kanti trifft in den Halbfinals auf Aesch-Pfeffingen

In den Playoff -Viertelfinals nutzte der VC Kanti den ersten Matchpunkt und setzte sich gegen Franches-Montagne ­erneut mit 3:0 durch. In den Halbfinals ist nun Aesch-Pfeffingen der Gegner.

 

Der befreiende Jubel bei den Kanti-Spielerinnen nach dem letzten Ball in Saignelégier zum 3:0-Sieg. BILD WERNER SCHLÄPFER

 

Reinhard Standke

VOLLEYBALL. Auch in der zweiten Playoff-Begegnung gegen Franches-Montagnes begann der VC Kanti mit der zuletzt gewohnten Aufstellung. Doch bald, beim 3:5-Zwischenstand, war Coach Nicki Neubauer gezwungen, die Mittelblockerin Karis Watson gegen Wiebke Silge auszuwechseln. Die Amerikanerin war wohl bei einer Aktion am Netz umgeknickt und konnte nicht weiterspielen. Wie schwerwiegend die Verletzung ist, soll ein Arztbesuch klären.«Wir sind gut gestartet und hatten bis Mitte des zweiten Satzes alles im Griff», fasste Neu- bauer den Beginn der Partie zusammen. Im ersten Satz hatten sich die Schaffhauserinnen nach dem 8:8 absetzen können und mit 25:16 vorgelegt.

 Kanti setzte die Überlegenheit im zweiten Durchgang zunächst fort, liess dann aber ein letztes Aufbäumen beim Gegner zu, der die Saison-Topskorerin Yvonne Montaño nun besser einsetzen konnte. Das Team aus dem Jura glich nicht nur immer wieder aus, sondern spielte nach dem 15:15 bis zu drei Punkte Vorsprung heraus. «Wir haben da ein bisschen gewackelt und mussten wieder Ruhe in das Spiel bringen», so Nicki Neubauer weiter, der zu einem zeitweiligen Doppelwechsel (Guyer und Jatzko für Ubavic und Deisl) griff. Nach dem 20:23 kämpften sich die Schaffhauserinnen aber zurück und erzielten fünf Punkte in Folge, dem Heimteam unterliefen drei Service- bzw. Angriffsfehler.

 Danach war «die Messe eigentlich gelesen», so Trainer Neubauer. Sein Team lag bald mit 17:10 vorne, verlor aber noch einmal den Faden und machte es spannend. Franches-Montagnes kam nach und nach bis auf 18:20 heran, Neubauer musste zum zweiten Timeout in diesem Satz greifen. Auch beim 23:22 musste man noch einen Satzverlust befürchten, doch mit zwei Angriffspunkten stellten die Schaffhauserinnen mit dem zweiten Sieg in der Best-of-3-Serie den Halbfinaleinzug sicher.

In den anderen Viertelfinalpaarungen schlossen Aesch-Pfeffingen (3:0 in Genf) und Neuenburg (3:1 in Lugano) die Serie ebenfalls mit 2:0 ab. Somit steht mit der Paarung Aesch-Pfeffingen gegen VC Kanti der erste Halbfinal fest. Der Gegner von Neuenburg wird erst am Samstag ermittelt, da Cheseaux mit einem 3:2 Heimsieg über Düdingen die Auswärtsniederlage vom Samstag ausglich. Für den VC Kanti geht es nun erst am ersten Märzwochenende weiter.

 NLA, Viertelfinals (best of 3), 2. Runde: Franches-Montagnes - VC Kanti 0:3 (16:25, 22:25, 22:25), Endstand 0:2. - Maurice Lacroix, Saignelégier. - 280 Zuschauer. - SR: Sanapo/Ciemiega. - Spieldauer: 22, 25, 24 = 71 Minuten. - VFM: Marin (Pass), Staffelbach, Rothenbühler, Monnin, Arrechea, Mantano, Chappatte (Libera); eingewechselt: Faivet, Varé, ­Gomes, Gerber; nicht eingesetzt: Parts, Vallat. - VC Kanti: Deisl (Pass), Perkovac, Watson, Svobodova, Ubavic, Holaskova, Merkofer (Libera), eingewechselt: Silge, Jatzko, Guyer; nicht eingesetzt: Contorno (Libera), Corbach.


Bilder Werner Schläpfer    

VC Kanti kann in Saignelégier heute die Serie beenden

Die Erinnerung an den vorletzten Auftritt des favorisierten VC Kanti im Jura bei Franches-Montagnes ist nicht gut. Denn der Titelverteidiger musste sich im Cup-Viertelfinal in Saignelégier 3:2 schlagen lassen. Das war bitter. Aber auch die Jurassierinnen sind bereits nicht mehr im Schweizer Cup dabei. Am letzten Sonntag verloren sie den Halbfinal beim (Noch-)NLB-Club Volero Zürich deutlich mit 0:3.

 Das ist indes alles Geschichte. Die Zeichen mit zwei folgenden Siegen über VFM sind gesetzt, und die Gegenwart bringt heute das zweite und allenfalls entscheidende zweite Spiel in der verkürzten Best-of-3-Serie zwischen Franches-Montagnes und den Schaffhauserinnen. Ob die Karten in Saignelégier neu gemischt werden und die Jurassierinnen ein drittes Spiel – am Samstag in Schaffhausen – erzwingen können, ist offen. Erfahrungsgemäss kann sich die Equipe von Trainer Leonardo Portaleoni bei ihrer letzten Chance, kurz vor dem Ausscheiden, in der laufenden Saison nochmals steigern. Kämpferisch sowieso.

 Kann der VC Kanti wie beim Spiel am vergangenen Samstag in der BBC-Arena die NLA-Topskorerin Ivonne Montaño erneut so kontrollieren, dass sie nur acht Punkte erzielt, dann kann das klappen. Die Kolumbianerin hatte aber schon Partien mit gegen 30 Punkten, und letztes Mal war ihre Landsfrau Diana ­Arrachea mit 16 Punkten die beste Punktesammlerin. Auch auf sie gilt es gut zu achten. Ansonsten müsste das ausgeglichenere Kollektiv den Ausschlag zugunsten des Teams von Nicki Neubauer geben. (hcs.)


Der VC Kanti legt in der Best-of-3-Serie vor

Mit einem letztlich deutlichen 3:0-Sieg gegen Franches-­Montagnes startete der VC Kanti in die Play-off-Viertelfinals. Am Mittwoch könnten die Schaffhauserinnen in der ­zweiten der drei Runden nun ­bereits den Einzug in Runde der letzten vier sicherstellen.

Ein Dreierblock des VC Kanti: Isidora Ubavic, Karis Watson und Korina Perkovac (v. l.).

Reinhard Standke (Text und Bild)VOLLEYBALL NLA. Zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen trafen am Samstag der VC Kanti und Franches-Montagnes aufeinander. Nach dem Ausscheiden im Cup (2:3) und dem Sieg zum Abschluss der Qualifikation (3:1) trafen die Schaffhauserinnen nun im Heimspiel auf das Team aus dem Jura. Optisch schön war diesmal die BBC-Arena ausgestattet, anlässlich der SRF-Web-Übertragung hatte der Verband einen Volleyballboden legen lassen. Würde der VC Kanti auf diesem, mit der Startaufstellung der letzten Wochen beginnend, an die Leistung vom vergangenen Samstag anknüpfen können?

Vom Spielstand her lange auf Augenhöhe sollte der erste Satz verlaufen. Die Gäste erspielten sich immer wieder die Führung (6:4, 10:8, 19:18), insbesondere Aussenangreiferin Diana Arrechea sorgte mit ihren Punkten dafür, während die Topscorerin der Saison Ivonne Montaño deutlich seltener zum Zuge kam als z.B. im Cupspiel vor zwei Wochen. Aber auch der VC Kanti konnte zwischenzeitlich die Führung übernehmen (14:11, 17:15), hier sorgten Katerina Holaskova und Karis Watson für die meisten der Punkte. In der Moneytime hatte dann der VC Kanti die Nase vorne: allein Korina Perkovac gelangen nach dem Stand von 21:20 drei Punkte.

Auch im zweiten Durchgang sollten die Munotstädterinnen zeitweilig in Rückstand geraten. Nach einer 4:2-Führung setzte sich das Gastteam mit 9:11 ab. Dann dominierte wieder Kanti, mit Holaskova und Ubavic am Service zog das Team von Coach Neubauer auf 16:12 davon, Franches-Montagnes sollte nicht mehr herankommen, mit zwei Perkovac-Punkten schlossen die Schaffhauserinnen den Satz mit 25:19 ab.

Mit Druck am Service und vielen schnellen Angriffen kam es danach zu einer klaren 16:6-Führung; die Gäste konnten zwischenzeitlich auf 15:20 verkürzen. Dann dominierte Kanti wie-der, die verschiedentlich eingewechselte Romy Jatzko blockte beim ersten Matchball zum 25:16. Während beim Heimteam mit Perkovac (14 Punkte), Ubavic (11), Holaskova (10), Watson (9) und Svobodova (8) das Skoring breit verteilt war, kamen bei Franches-Montagnes nur Arrechea (16) sowie Staffelbach und Montaño (je 8) nennenswert zu Punkten. «Wir wussten, dass wir im Service zulegen mussten», so Nicki Neubauer, der sich mit der guten Effizienz und Verteilung im Angriff zufrieden zeigte. «Wir können aber noch besser abwehren.»

In der Best-of-3-Serie hat der VC Kanti nun zwei Matchpunkte. Den ersten könnten die Schaffhauserinnen am Mittwoch im Auswärtsspiel nutzen. «Es gilt, ruhig zu bleiben. Wenn wir sie aussen und diagonal ins Spiel kommen lassen, dann sind sie gefährlich» so Kantitrainer Neubauer. Sollte Franches-Montagnes ausgleichen können, käme es zum entscheidenden Showdown am Samstag in der BBC Arena (dann wiederum mit SRF-Übertragung). Auch in den weiteren Partien der Viertelfinals setzten sich die nach der Qualifikation besser klassierten Teams durch. Einzig Düdingen gab beim 3:2 gegen Cheseaux Sätze ab. In den Halbfinals würde der VC Kanti wohl auf Aesch-Pfeffingen mit dem Büsinger Trainer Andi Vollmer treffen.

NLA, Frauen, Playoff-Viertelfinals (Best of 3), 1. Runde: VC Kanti - Franches-Montagnes 3:0 (25:22, 25:19, 25:16), Stand 1:0. - BBC Arena. - 326 Zuschauer. - SR: Enkerli/Rüegg. - Spieldauer: 24, 23, 22 = 67 Minuten. - VC Kanti: Deisl (Pass, 3), Svobodova (8), Holaskova (10), Ubavic (11), Perkovac (14), Watson (9), Merkofer (Libera); eingewechselt: Jatzko (3), Silge (1), Guyer; nicht eingesetzt: Kunz, Contorno, Hinteregger. - Franches-Montagnes: Marin (Pass, 1), Monnin (4), Staffelbach (8), Montaño (8), Arrechea (16), Rothenbühler (1), Chappatte (Libera); Nicolet, Varé, Gomes, Gerber.

Bilder Werner Schläpfer   Statistik

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