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Kanti startet siegreich in die Playoffs

Vor einer Saison-Rekordkulisse gelingt dem VC Kanti gegen Lugano ein erfolgreicher Auftakt in die Playoff-Viertelfinals. Nach dem 3:1 im Heimspiel fehlt noch ein Sieg aus zwei Spielen, um die Halbfinals zu erreichen.

 

Der Moment der Entscheidung: Korina Perkovac (r.) behält die Nerven und verwandelt den Matchball. BILD R. STANDKE

Reinhard Standke

Fernsehspiel ist, wenn man als Heimfan trotzdem in die Halle strömt: Obwohl die Viertelfinal-Partie zwischen dem VC Kanti und Volley Lugano live auf SRF zu verfolgen war, kamen starke 875 Zuschauer in die BBC Arena, darunter Regierungsratspräsident Patrick Strasser. Und die Rekordkulisse der bisherigen Saison sorgte lautstark für Stimmung und Unterstützung, die die Schaffhauser Volleyballerinnen in den 103 Minuten des Spiels immer wieder dankbar annahmen.

Kanti startete mit 4:1 in den ersten Satz, dann meldete sich das Gastteam mit schnellem Spiel sowie starkem Service zur Stelle und zog über 7:7 auf 11:9 davon. Dann kamen die Minuten der Elisa Suriano – am Aufschlag. Sie sorgte mit dem Service für Power bei Kanti und erzielte drei der Punkte bis zum 18:11 gleich selber. Doch die Tessinerinnen, die beim Stand von 11:18 die Passeuse gewechselt hatten, gaben noch nicht auf und rückten bis 20:23 heran, in der Schlussphase setzten sich jedoch die Munotstädterinnen mit 25:21 durch. «Wir sind sehr gut gestartet», konnte Trainer Neubauer nach dem Schlusspfiff entsprechend feststellen.

Lugano wird stärker

Der zweite Durchgang sollte dann vom Momentum, der Stärkenverteilung und dem Ergebnis her anders verlaufen. Jetzt war es Volley Lugano, das das Spiel an sich riss, mit Druck am Aufschlag, mit energischem Block insbesondere an den Antennen und mit den Punkten im Angriff. Insbesondere Puck Hoogers war kaum zu kontrollieren, etwas weniger erfolgreich war die Saison-Topskorerin Simona Nikolova. Da konnte keine der Schaffhauser Kontrahentinnen mithalten, so dass die Gäste über 5:1, 7:5, 16:9 mit 18:13 in Führung gingen. Auch ein «künstliches Timeout», verursacht durch langwierige Probleme beim Eintragen des Kanti-Doppel-Rückwechsels (Flory/Dapic für A.Pazin/Corbach) in das elektronische Matchblatt, sollte keine Wende hervorbringen. Volley Lugano verbuchte den Satz mit 25:17 für sich. «Bruch im Aufschlag, Mängel in der Ballkontrolle, unpräzise Pässe, keine Skoringsituationen», so lauteten die Stichworte von Nicki Neubauer zum Spiel seines Teams, das zum Satzausgleich führte.

Mit unterschiedlichen Spielanteilen und auf Messers Schneide wurde die Partie fortgesetzt. Kanti, zunächst gut am Aufschlag und Block (gegen Hoogers) und mit 5:2 in Führung gehend, geriet dann wieder unter Servicedruck und in Angriffsnöte und musste den Ausgleich hinnehmen (14:14 bis 22:22). Doch mit drei Angriffserfolgen gelang das 25:22. In der Folge begann Kanti wie im dritten Satz (10:7), dann servierten die Gäste zunächst stärker (11:12), um dann nach Fehlern zurückzufallen (11:17) und wieder zurückzukommen (20:22). Doch zum Schluss verwandelte Korina Perkovac den dritten Matchball zum 25:22. «Wir müssen unsere Lehren ziehen, zulegen, wegkommen von den Emotionen hin zur Balance», sagte Kanti-Trainer Neubauer im Hinblick auf die zweite Partie, bei der sein Team im Erfolgsfall in die Halbfinals einziehen kann.

Kanti startet in die Playoff-Viertelfinals

Kanti startet in die Playoff-Viertelfinals

Zwei Siege gegen Volley Lugano hat der VC Kanti in der Qualifikation erreicht. Mit zwei weiteren Erfolgen haben die Schaffhauserinnen die Chance, die Playoff-Halbfinals zu erreichen und die Meisterschaft in den Top 4 abzuschliessen. 

Die derzeit erfolgreichste Blockerin der Nationalliga A, Katerina Holásková (Mitte), zusammen mit Elisa Suriano gegen Simona Nikolova. BILDWerner Schläpfer

 «Volley Lugano liegt uns – theoretisch.» Nicki Neubauer Kanti-Trainer, vor dem ersten Playoff-Viertelfinal

Reinhard Standke

Im Maximum noch 13 Spiele bis Ende April kommen auf den VC Kanti zu, sollten die Schaffhauser Volleyballerinnen in der Meisterschaft um die Medaillen mitkämpfen. Minimal wären es noch sechs Begegnungen, wenn die Munotstädterinnen um die Ränge 5 bis 8 spielen würden. Über 72 Stunden hatten die Schaffhauser Volleyballfans zuletzt warten müssen, bis nach Abschluss der NLA-Qualifikation die Anspielzeit für den Start ihres Teams in die Playoff-Viertelfinals bekannt wurde. SRF wird die 1. Runde der von den Rängen her engsten Paarung zwischen dem VC Kanti und Volley Lugano als erstes Livespiel der Meisterschaftssaison ausstrahlen.

Der Startschuss in die Playoff-Viertelfinals fällt morgen Nachmittag um 16 Uhr in der BBC-Arena – die Verantwortlichen hoffen auf eine wiederum stattliche Kulisse. Hatte am vergangenen Samstag die NLA-Rekordkulisse mit 568 Zuschauern den Weg in die Halle im Schweizersbild gefunden – nur beim Europacupspiel gegen Voluntari waren es mit 612 mehr –, freuen sich die Kanti-Girls für morgen auf eine ähnlich grosse Unterstützung in der Halle.

Nicht weniger als sieben Spiele analysiert

«Volley Lugano liegt uns – theoretisch», so lautet die Einschätzung von Kanti-Trainer Nicki Neubauer vor der ersten der maximal drei Spiele gegen die Tessinerinnen. «Es beschränkt sich auf zwei, an guten Tagen auf drei Angreiferinnen», beschreibt er das Spiel der Gäste aus dem Süden der Schweiz. «Es passiert relativ wenig über die Mitte, auch wenn die Mittelblockerin Fernanda Campos, die sehr lange ausgefallen war, nun zurückgekommen ist.» Auch in der Defensive habe die Abwesenheit zu Problemen geführt, da die beiden weiteren Mittelblockerinnen beim Block nicht so erfolgreich waren, so Neubauer, der in der Vorbereitung nicht weniger als sieben Spiele analysiert hatte.

Herausragend im Angriff bei Lugano war bislang die Diagonalspielerin Simona Nikolova. Die Bulgarin liegt in der Liste der NLA-Topskorerinnen auf Rang 2. Dazu kommt die holländische Aussenangreiferin Puck Hoogers, mit der sie sehr schnell spielen. Nach dem Rückspiel in Schaffhausen hatte sich Lugano noch Mitte Dezember mit der Ukrainerin Olena Lymareva (zuvor Stal Mielec/Pol) verstärkt. «Mit ihr haben sie etwas mehr Möglichkeiten, sie kann aussen oder diagonal spielen», so Neubauer.

«In den bisherigen zwei Spielen haben wir es sehr gut gelöst», blickt der Kanti-Cheftrainer auf die bisherigen insgesamt 227 Spielminuten in dieser Saison gegen das Team aus dem Tessin zurück. «Insbesondere auswärts war es zu Saisonbeginn eine sehr gute Leistung». Dazumal hatten sich die Schaffhauser Volleyballerinnen mit 3:1 durchgesetzt. «Auch zu Hause hatten wir sie relativ klar im Griff.»

Guter Aufschlag als Ansatzpunkt

Es gehe im Spiel vor allem um die Ballkontrolle, um das Bremsen von Aussen- und Diagonalspiel, äussert sich Nicki Neubauer. «Das ist uns vor allem im Heimspiel sehr gut gelungen.» Dazu müsse ein guter Aufschlag kommen. «Das haben wir nicht immer geschafft, auch im Heimspiel nicht, da müssen wir mehr ansetzen», plant der Trainer der Schaffhauserinnen für den Start in die Viertelfinals.

Wo Kanti Spitze ist: Blick in die Statistik

Zwei Spielerinnen des VC Kanti führen nach den bisher 18 Saisonspielen drei von acht Wertungen in den Statistikwertungen des Volleyball-Software-Lieferanten Dataprojekt an. So gelangen Captain Katerina Holásková bisher die meisten Blockpunkte (66), sie führt mit einem Quotienten von 0.99 auch bei Verhältnis von Erfolg zu Versuch. In der Auswertung «Angriffsexzellenz» (Angriffspunkte geteilt durch alle Angriffe) liegt Jacqui Armer mit 53 Prozent (114/216) gleichauf mit NUC-Ass Tessa Grubbs (97/184). Topskorerin bei Kanti ist weiter Barbara Dapic mit 241 Punkten. (R.Sta)

VC Kanti gewinnt das Nachtragsspiel gegen Zürich


 

So einfach, wie es das Endresultat wiedergibt, war es dann doch nicht im Nachtragsspiel für den VC Kanti 2. Die Schaffhauserinnen taten sich zu Beginn der Sätze schwer und handelten sich jeweils einen 4-Punkte-Rückstand ein. Die Time-outs von Trainerin Seraina Backer brachten ihr Team jedoch wieder auf die Erfolgspur zurück.

Dank guter Annahme verteilte Dreh- und Angelpunkt Melanie Kunz die Bälle auf alle ihre Angreiferinnen. Mit starken Services und sehenswerten Angriffen vor allem von Nina Cavka, Melis Çeçen und Noelia Pazin holten die Schaffhauserinnen den Rückstand kontinuierlich auf. Im ersten Satz setzten sich die Kanti-Girls schlussendlich souverän durch.

Am Sonntag geht es weiter

Weitaus spannender ging es in Satz zwei und drei zu und her. Die Schreiber in Person von Kanti-Präsident Sandro Poles und Corinne Haas sahen einen Kampf auf Augenhöhe. In den entscheidenden Momenten am Ende der Sätze bei 23:23 behielten die Einheimischen die Nerven, machten keine Fehler und verbuchten die Punkte auf ihr Konto zum letztlich verdienten Sieg. Mit diesem Erfolg klassiert sich der Aufsteiger auf dem starken vierten Rang.

Um dieses gute Resultat weiter zu untermauern, braucht es im letzten Heimspiel der Saison gegen Jona an diesem Sonntag um 12 Uhr in der BBC-Arena auch die Unterstützung der Fans. (wschl)

Frauen, 1. Liga, Gruppe D: VC Kanti 2 - Volleyball Academy Zürich 3:0 (25:18, 25:23, 25:23). – VC Kanti 2: Kunz (Pass), Cavka, Moser, Çeçen, Broder, N. Pazin, Brugger, Loffreda (Libera); eingewechselt: Brander, nicht eingesetzt: Saipi, Neuhaus, Fuchs, Broder, Rubli.

Tabellenspitze: 1. Volley Toggenburg 20/58 (59:10). 2. VBC Voléro Zürich 19/46 (51:16). 3. STV St. Gallen Volleyball 20/37 (44:32). 4. VC Kanti 2 20/36 (45:32). 5. Volley Aadorf 20/33 (43:38). 6. TSV Jona Volleyball 20/32 (42:39).

VC Kanti startet gegen Volley Lugano in die Playoffs

Wie seit Längerem zu vermuten war, heisst der Gegner für den VC Kanti in den Playoff-Viertelfinals Volley Lugano. Das letzte Spiel der Qualifikation gewannen die Schaffhauserinnen mit 3:1 gegen Genève Volley.

 

Die Kanti-Girls um Alessia Pazin setzten sich im letzten Match der Qualifikation gegen Genève Volley durch. BILD Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Nach der 18. und letzten Runde der NLA-Qualifikation sollten sich alle Was-wäre-wenn-Rechenübungen der letzten Tage als überflüssig erweisen. In der Rangliste wurden keine Plätze mehr gewechselt. Während der VC Kanti in der Saison-Stammformation antreten konnte, mussten die Gäste aus Genf auf ihre Topskorerin Jody Larson verzichten. Die Amerikanerin hatte sich, wie der Büsinger Trainer Andi Vollmer erklärte, am Montag bei der Hausarbeit den Rücken verklemmt.

Beim Gratiseintritt dank des Sponsorenclubs Pallavolo waren 568 Zuschauer in der BBC-Arena präsent, darunter der Schaffhauser Stadtpräsident Peter Neukomm sowie einige Vertreter der Pontoniere Diessenhofen. Dem VC Kanti, dem nur noch ein Tabellenpunkt fehlte, um Rang 4 zu sichern, legte gleich mit 5:1 los. Dann liess die Konsequenz im Spiel nach, die Gäste konnten mit druckvollen Aufschlägen den Ausgleich bis zum 10:10 einleiten. Dann kam Kanti mit Barbara Dapic am Service vom 12:11 zum 16:12 und baute die Führung auf 19:12 aus. Anschliessend schlichen sich beim Heimteam wieder einige schlechte Lösungen in Angriff und Block ein, es sicherte sich jedoch Satz 1 mit 25:21.

Im folgenden Durchgang überzeugten die Schaffhauserinnen bis zum 6:7 in der Serviceannahme nicht, mit Lindsay Flory am Aufschlag kehrte jedoch Ruhe und Beharrlichkeit in den Spielaktionen bei Kanti ein. Die lange Serie ging erst mit einem Schlag ins Netz zum 18:8 zu Ende. Anschliessend war die Intensität im Spiel der Munotstädterinnen wieder geringer, sie brachten den Satz jedoch mit 25:19 heim. Dank des Punktgewinns sollte Lugano den Platz mit dem nun feststehenden nächsten Gegner nicht mehr tauschen können.

Auch junge Formation überzeugt

So konnte Kanti-Trainer Nicki Neubauer sein Team umstellen und nach und nach den jungen Schweizerinnen Einsatzzeit gewähren. Ab Satzbeginn drei sorgte Alessia Pazin für die Verteilung der Bälle. Später stiessen auch Jasmin Kuch, Maëlle Corbach, Lina Hinteregger und die zweite Libera Isabelle Loffreda dazu. Nach einer Führung von 16:13 musste das verjüngte Kanti-Team diese abgeben (17:21), die Fehlerquote war gestiegen, sie lag in Satz zwei und drei knapp doppelt so hoch wie zuvor und danach. Genf kämpfte stärker und sicherte sich die Punkte am Block (4:0) und sollte mit Angreiferin Szabo die Topskorerin des Tages stellen (23). Die Schaffhauserinnen kamen noch einmal heran (24:24), vergaben zwei Satzbälle und kassierten dann einen dritten Satzball der Genferinnen (27:29).

Im vierten Satz dominierte zunächst das Heimteam (7:4, 18:9), nach einem Time-out kamen die Gäste schnell näher (19:15, 23:2). Mit einem dritten Satzball (25:23) hatte schlussendlich Kanti drei weitere Tabellenpunkte erspielt, konnte damit aber Düdingen, das mit 3:1 in Cheseaux gewann, nicht mehr von Rang 3 verdrängen. Die meisten Punkte für die Schaffhauserinnen erzielten Dapic und Armer, die weiteren Stammspielerinnen (Suriano/11), Holásková (10) und Perkovac (9) lagen nur wenig dahinter.

«Lugano liegt uns theoretisch», zeigte sich Neubauer vor der nächsten Spielpaarung optimistisch. Auf die Spielweise von Genf ohne die Saisontopskorerin habe sich sein Team neu einstellen müssen. Die junge Formation in der zweiten Hälfte des Spiels habe es nach Anlaufschwierigkeiten dann super gemacht.

Für den VC Kanti geht es in den Viertelfinals weiter am kommenden Sonntag mit dem ersten Heimspiel, die Anspielzeit hängt davon ab, ob diese oder eine andere Partie der 1. Runde live von SRF übertragen wird. Das Auswärtsspiel in Cadempino ist bereits für den Samstag, 9. März (20 Uhr), angesetzt.

Volleyball-Übersicht

NATIONALLIGA A, FRAUEN

Qualifikation/18. Runde. VC Kanti – Genève Volley 3:1 (25:21, 25:19, 27:29, 25:23). - BBC Arena. - 568 Zuschauer. - SR: S. Auricht/Simonovic. - Spieldauer: 23, 23, 30, 26 = 102 Minuten. – Kanti: Flory (Pass), Suriano (11), Holásková (9), Dapic (13), Perkovac (10), Armer (13), Habegger (Libera); eingewechselt: Kuch (2), Corbach (6), A. Pazin (Pass, 1), Hinteregger (3), Loffreda (Libera); ohne Künzler (rekonvaleszent). – Genève: Lyklema (Pass, 2), Nowak (5), Biermann (3), Szabo (23), Warren (12), Remy (9), Reesink (Libera); eingewechselt: Gillon (12), Bartu, Guscetti (Pass); nicht eingesetzt: Brunat, Aveni.

Abschlussrangliste (nach 18 Spielen): 1. Neuchâtel UC 43. 2. Sm’Aesch-Pfeffingen 37. 3. Düdingen 36. 4. VC Kanti SH 33. 5. Volley Lugano 28. 6. Genève Volley 26. 7. Cheseaux 26. 8. Glaronia Glarus 19. 9. Toggenburg 11. 10. Academy Zürich 11.

Nächste Spiele: Playoff-Viertelfinals (best-of-3): Sonntag, 3. März (Zeit offen): VC Kanti - Volley Lugano (BBC Arena). Samstag, 9. März, 20 Uhr: Volley Lugano - VC Kanti (Cadempino).

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