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Der VC Kanti ist in Glarus erfolgreich in die neue Saison gestartet

Es war ein intensives, hart umkämpftes erstes Saisonspiel für den VC Kanti Schaffhausen gegen ein sehr gutes Volley Glaronia. Am Ende durften die Kanti-Spielerinnen jubeln.

Korina Perkovac versucht mit einer Finte den Glaronia-Block zu überwinden. BILD WERNER SCHLÄPFER

VOLLEYBALL. Um 18.50  Uhr am Samstagabend war es vollbracht: Der erste Sieg des VC Kanti in der neuen Saison war Tatsache. Die Schaffhauserinnen konnten die guten Resultate der Vorbereitungen im ersten Meisterschaftsspiel auswärts gegen ein starkes Volley Glaronia mit dem 3:1-Sieg bestätigen. Im ersten Satz gelang ein Start nach Mass, die 9:3-Führung brachten die Gäste souverän mit 25:19 nach Hause.

Nicht ganz so gut für den VC Kanti verlief der nachfolgende Spielabschnitt. Glaronia, das sich auf der Diagonalposition und am Pass verstärkt hatte, ging mit 5:2 in Führung. Gute Services von Brooke Botkin setzten die Einheimischen unter Druck und der Ausgleich bei 6:6 gelang. Ein Spiel, bei dem sich keines der Teams entscheidend absetzen konnte, war die Fortsetzung, als vor der Schlussphase (14:18 für Kanti) das Momentum auf die Seite der Gastgeberinnen kippte (22:18 für Glaronia). Auch die Einwechslung von Alessia Pazin und Lina Lieb bei 22:19 für Glaronia brachte nicht die erhoffte Wendung, und das 1:1 wurde Tatsache. Kanti reagierte, die Schaffhauserinnen verstärkten im folgenden Satz den Service und machten mit guter Blockarbeit die Angriffe der Gegnerinnen zunichte.  Nach der Serviceserie von Kapitänin Kateřina Holásková betrug die Führung 9:2. Es war die Vorentscheidung zum 2:1-Satzgewinn. Kanti-Trainer  Nicki Neubauer brachte beim Stand von 16:9 für Brooke Botkin Lina Lieb auf der Aussenposition

Finale nichts für schwache Nerven

Nochmals hielten nachfolgend die Glarnerinnen dagegen. Kanti, nicht mehr so druckvoll wie zuletzt, hatte viel Mühe. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, bei dem sich kein Team absetzen konnte. In der Endphase erarbeitete sich Glaronia die Führung zum 20:18, drei Punkte später führte Kanti mit 20:21, es blieb spannend bis zum 23:23. Der Angriff von Lina Lieb und der Block von Jordan Lockwood beendeten ein intensives erstes Meisterschaftsspiel beider Teams, in dem die Schaffhauser Volleyballerinnen sehr guten Phase zeigten, aber gegen einen starken Gegner zwei Sätze lang um den Sieg kämpfen mussten.

«Am Ende sind wir froh und zufrieden, im vierten Satz war es knapper und spannender, als wir vermutet hatten», fasste Kanti-Cheftrainer Nicki Neubauer die 109  Spielminuten zusammen. «Man hat schon gemerkt, dass wir zum Start in die Saison etwas nervös waren. Viele Teams werden sich in die Aussenseiterrolle zurückziehen, wir müssen an der Bürde, der Favorit zu sein, noch wachsen», meinte Neubauer weiter. «Wir haben viele, viele gute Phasen gesehen, aber es gab auch Phasen, in denen wir uns ein bisschen schwergetan haben. So, wenn der Gegner ein bisschen Glück hat, wir ein bisschen unglücklich agieren», sprach der Kanti-Trainer den Schluss des zweiten Satzes an, in der sein Team acht Punkte in Folge hinnehmen musste. «Das sind wichtig Erkenntnisse, wir müssen unseren Stempel dem Spiel aufdrücken, dann können wir viele Mannschaften dominieren.» (wschl/R.Sta.)

NLA, Frauen, 1. Runde: Volley Glaronia – VC Kanti 1:3 (19:25, 25:21, 18:25, 23:25). Kantonsschule Glarus. – SR: Bastante/Tobler-Kaufmann. Spieldauer: 26, 24, 25, 25 = 109  Minuten – Volley Glaronia: Bulajic, Szczyrba, Helm, Mazzoleni, Brzezińska, Wilhite; eingewechselt: Djuric, Egger. – VC Kanti: Kateřina Holásková, Korina Perkovac, Brigitta Petrenkó, Lea Ambrosius, Jordan Lockwood, Brooke Botkin, Viviane Habegger (Libera); eingewechselt: Pazin, Lieb; nicht eingesetzt: Capraro, Cavka, Loffreda; rekonvaleszent: Popić.

Das erste Heimspiel dieser Saison

Nach dem Auftakt in Glarus folgt am Freitag (20.00  Uhr, BBC-Arena) der Heimauftritt gegen Volley Toggenburg. «Da wollen wir ein paar Sachen ein bisschen besser, konsequenter machen», kündigt Trainer Nicki Neubauer an.


Fokus Finale: Das Kanti-Team hat die Qualität und die Breite

Optimistisch zeigt sich die Spitze des VC Kanti vor Beginn der Saison 2024/2025. Nach den enttäuschenden Rängen in den vergangenen beiden Spielzeiten soll das Team mindestens Rang vier erreichen. Kanti-Cheftrainer Nicki Neubauer strebt gar die Finalqualifikation an.

«Die Vorbereitung ist echt gut gelaufen, wir freuen uns, dass es losgeht», äussert Kanti-Trainer Nicki Neubauer nach den gewonnenen Turnieren in Linz und Innsbruck sowie dem Sieg im Abschlussspiel gegen VC Wiesbaden. «Die Leistungen in der Vorbereitung waren ansprechend, aber der Wettkampf ist immer noch etwas anderes. Die Spielerinnen sind hungrig, sich zu messen.»

Dabei wird ein anderes Kanti-Team auf dem Feld stehen als im Vorjahr. «Wir haben mehr Erfahrung dabei, mehr Ruhe, sind erwachsener geworden», beschreibt Neubauer die Entwicklung bei der Zusammensetzung der Mannschaft. «Dies ist bewusst so geplant.» Das aktuelle Team brauche andere Inputs als die der letzten Jahre. «In der Vorbereitung ging es eigentlich nicht darum zu gewinnen, sondern darum, dass wir jede Spielerin dahin kriegen, ihre aktuell maximale Leitungsfähigkeit abzurufen.» Die Entwicklung der einzelnen Spielerinnen soll, mehr als bisher, in der ersten Saisonhälfte im Vordergrund stehen. «Das, was wir im letzten Testspiel gegen Wiesbaden gemacht haben, werden wir hoffentlich auch in dieser Saison häufiger sehen: Wenn wir 2:0 führen, sollen Spielerinnen, die nicht gestartet haben, ihre Chance kriegen und diese dann hoffentlich nutzen.» In der Theorie sei die Mannschaft genügend breit aufgestellt, «dass wir dieses machen wollen und auch können».

Ambitionierte Saionzielsetzung

Im Rahmen der Teampräsentation vom letzten Freitag hatte Cheftrainer Neubauer ausgesprochen, dass er mit dem Team nicht nur eine Klassierung in den Top 4, sondern sogar den Einzug in das NLA-Finale anstrebe, um Neuenburg den «Pott zu entreissen». Die individuelle Qualität der Spielerinnen und so, wie er die Mannschaft erlebe und spüre, liessen die Einschätzung zu, äussert sich der langjährige Coach der Schaffhauser Volleyballerinnen.

«Das Team hat klar die Qualität, in die ersten drei zu kommen, wir spielen in einer Liga, in der man Schweizer Meister werden kann – und das muss das Ziel sein.» Es gehe auch darum, den Spielerinnen zu signalisieren, dass man an sie glaube. «Wir müssen uns hinter keiner Mannschaft verstecken, wir haben das Potenzial», so Neubauer. «Wir haben jetzt sieben Monate vor uns, da kann viel passieren, in alle Richtungen. Wir wollen ins Finale, dieses Ziel kann man klar kommunizieren.» Ein Wermutstropfen ist zurzeit die Knieverletzung von Mittelblockerin Astrid Popic. Noch ist unklar, ob die Spielerin in einigen Wochen eingesetzt werden kann oder der Verein am Transfermarkt aktiv werden könnte.

Auftakt morgen in Glarus

Morgen startet der VC Kanti in die Liga mit dem Auswärtsspiel in Glarus. Volley Glaronia hat wie bisher die beiden polnischen Angreiferinnen Daria Szczyrba und Ewelina Brzezińska sowie die serbische Mittelblockerin Ivana Bulajic in ihren Reihen. Neu sind die US-Amerikanerinnen Noelani Helm (Pass) und Peyton Wilhite (Diagonal) gekommen. «Die Mannschaft hat sich auf jeden Fall verstärkt», so die erste Beobachtung von Kanti-Trainer Neubauer. Volley Glaronia darf also nicht unterschätzt werden und für das Team der Schaffhauser Volleyballerinnen gilt es ab morgen, die eigenen Ansprüche auf dem Spielfeld umzusetzen.



Die neuen Spielerinnen aus dem Ausland

Im 13-köpfigen Kader des VC Kanti Schaffhausen stehen sechs Spielerinnen, die bereits zum Ende der vergangenen Saison mit dabei waren. Neben Captain Katerina Holaskova, die nun ihre zehnte Saison in der Munotstadt spielen wird, blieben auch Angreiferin Korina Perkovac, die auch als Apothekerin in der Stadt arbeitet, wie auch Libera Viviane Habegger dem Team treu. Dazu kommen die drei Eigengewächse Alessia Pazin (Pass), Isabella Loffreda (Libera) und Angreiferin Nina Cavka (18), die an die NLA herangeführt werden soll, aber vor allem in der 1. Liga spielen wird. Neben der Schweizer Diagonalspielerin Lia Capraro (bisher Aesch Pfeffingen) wurden sechs Spielerinnen aus dem Ausland verpflichtet. Diese stellt Cheftrainer Nicki Neubauer nachfolgend näher vor. (R.Sta.)

Astrid Popić (3) «Astrid ist eine erfahrene Spielerin, die bereits einige Profistationen hinter sich hat. Sie bringt eine grosse Ruhe und Gelassenheit mit, davon werden wir profitieren. Sie hat einen guten Aufschlag und ist variabel einsatzbar.» Astrid Popić wechselte von AO Thiras (Santorini,Griechenland) in die Munotstadt zu den Schaffhauser Volleyballerinnen.



Brooke Botkin (7) «Brooke ist eine Spielerin, die es gewohnt ist, Verantwortung zu übernehmen. Sie soll mit ihrer Ruhe und Übersicht der Stabilisator sein, im Team, auf dem Feld. Sie ist eine sehr effiziente Spielerin. Es macht zwar oft den Anschein, dass sie nicht so spektakulär ist, aber sie findet immer gute Lösungen.» Brooke Botkin spielte zuvor während zwei Saisons bei Steelvolleys Linz-Steg.



Lina-Marie Lieb (8) «Lina-Marie ist eine jüngere, talentierte Spielerin, die über extrem viel Angriffspower verfügt. Sie ist sehr variabel einsetzbar. Lina-Marie kann auch Diagonal spielen, hat sehr viele Varianten im Angriff. Sie kann und soll noch dazulernen, ist aber eine Spielerin, die zusätzliche Energie aufs Feld bringen kann.» Ihr erstes Auslandengagement führt die Spielerin von den Grimma Volley nach Schaffhausen.


Jordan Lockwood (9) «Jordan ist die Power-Hitterin, die wir gesucht und gefunden haben, sie weist unheimlich viel Kraft und Power auf. Sie hat einen extrem schnellen Arm. Sie soll die Punktemaschine bei uns werden. Jordan hat viel Mut, ist in Aufschlag, Block und Abwehr sehr gut.» Vor dem Wechsel in die Munotstadt spielte sie bei Quimper Volley 29 in Frankreich.



Brigitta Petrenkó (16) «Brigitta ist ein Rohdiamant, sie bringt hervorragende Voraussetzungen mit, ist unheimlich gut ‹coachable›, versteht gut, was man ihr erklärt und was man machen möchte. Sie ist eine Spielerin, die technisch sehr gut ist und es sehr gut versteht, unser Spiel aufzuziehen.» Zuletzt trug die ungarische Nationalspielerin das Trikot der Louisville University (Kentucky/USA).



Lea Ambrosius (18) «Lea ist sicher eine der am besten ausgebildeten Blockerinnen in Deutschland. Gesundheitlich wurde sie ein gutes Jahr zurückgeworfen, ist jetzt aber wieder gut ‹in Schuss› und wird sich im physischen Bereich weiter verbessern. Sie ist eine ganz tolle Spielerin mit sehr viel Lust auf Volleyball, an ihr werden wir viel Freude haben.» Ambrosius stand zuletzt beim SSC Schwerin unter Vertrag.


Nachgefragt bei Sandro Poles, Klubpräsident des VC Kanti Schaffhausen


Sandro Poles PräsidentVC Kanti

«Wir haben mehr erfahrene Spielerinnen»

Sandro Poles, welchen Weg hat der VC Kanti Schaffhausen eingeschlagen, um die kommende Saison auf einem besseren Rang abzuschliessen als zuletzt?

Sandro Poles: Wir haben mehr erfahrene, ältere Spielerinnen im Team und eine nicht mehr ganz so grosse Streuung bei den «lokal ausgebildeten Spielerinnen». Das heisst, weniger Spielerinnen, die an die NLA herangeführt werden sollen, sondern ausgebildete Spielerinnen, die jederzeit eingesetzt werden können.

Wie hat sich das Budget im Vergleich zu den vergangenen Jahren entwickelt?

Poles: Wir sind mit dem Gesamtlohnbudget leicht günstiger geworden, da wir besser auf dem Markt «einkaufen» konnten. Wir konnten potenziell qualitativ bessere Spielerinnen zu günstigeren Bedingungen verpflichten.

Cheftrainer Neubauer hat das Erreichen des NLA-Finales als Saisonziel ausgegeben. Ist das realistisch?

Poles: Klar scheint dies nach den letztjährigen Platzierungen hochgegriffen, aber mit dem Potenzial, das wir im Kader haben, sagt unser Cheftrainer Nicki Neubauer, wieso er sich bei diesen Aussagen verstecken solle. Er ist überzeugt, dass wir etwas erreichen können. Realistisch und gewünscht ist ein Rang zwischen Platz eins und vier, aber wieder einmal eine Medaille wäre schon toll.

Welche Bedeutung hat die jährliche Teilnahme am Europacup?

Poles: Die Teilnahme hat sowohl für den Verein, wie auch für die Spielerinnen einen grossen Stellenwert! Aus Vereinssicht stellt dies zwar jedes Mal eine grosse organisatorische und finanzielle Hürde dar, die Spiele auf der grossen Sportbühne und meist vor sehr gut besuchter Halle entschädigen uns aber immer wieder dafür. Für die Spielerinnen ist es natürlich eine gute Gelegenheit, sich auch international zeigen zu können. (R.Sta.)

Sandro Poles

PräsidentVC Kanti


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