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Der VC Kanti braucht mehr Killerinstinkt
Nach der eigentlich unnötigen Niederlage in Neuenburg muss der VC Kanti heute versuchen, daheim in der Finalserie auszugleichen.

Angriffe und Punkte sind gefragt: Jordan Lockwood (hinten l.) und ihre Teamkolleginnen sind heute gefordert. Bild: Werner Schläpfer
Reinhard Standke
Eigentlich hätte der VC Kanti am vergangenen Sonntag den Auftakt in die Playoff-Final-Serie nicht nur gewinnen können, sondern gewinnen müssen. Im ersten und vierten Satz hatten sich die Schaffhauserinnen, ohne die verletzte erste Passeuse Brigitta Petrenkó, eine Führung herausgespielt, die man durchbringen kann, und war zu Satzbällen gekommen. Dazwischen hatte das Team den dritten Satz für sich entschieden. Doch bei den Satzbällen kam es, wie so oft im Sport, anders, als es die Spielverhältnisse zuvor aufgezeigt hatten. Die Satzbälle wurden nicht genutzt, die Gegnerinnen sahen und nutzen ihre Chancen und holten sich die Satzgewinne. So musste das Team von Nicki Neubauer mit einer 1:3-Niederlage die Heimreise antreten.
Megaärgerlich
«Wir haben natürlich unsere Hausaufgaben gemacht», äussert sich der Kanti-Trainer vor der zweiten Runde. «Je öfter man sich das anschaut, desto ärgerlicher wird es eigentlich. Es sind viele kleine Sachen. Wir sind eigentlich schon durch», erinnert Neubauer an die Spielstände zugunsten seiner Mannschaft im ersten und vierten Satz. «Wir haben dann in der Rally auch die Chance, den Punkt zu machen. Wir hatten den Ball so, dass wir einen Punkt machen müssen, und machen ihn halt nicht », hadert der Coach. «Das ist dann megaärgerlich, Neuenburg hat dann auch das nötige Spielglück in einigen Situationen. Da fehlt uns dieser Killerinstinkt», meint Neubauer nach den «liegen gelassenen» Möglichkeiten.
Klare Änderungen nötig
In Folge seien dann Dinge passiert, die vorher nicht passiert seien. «Wir halten uns nicht mehr ganz an den Gameplan, wir fangen an, ein bisschen zu studieren, wir machen da mal ein bisschen weniger, sind da mal einen halben Schritt zu spät und es fehlt an Aufmerksamkeit», so der Trainer des VC Kanti im Detail. Neuenburg gelängen dann ein, zwei unmögliche Situationen. «Dann glauben sie sofort wieder dran, das ist der grosse Unterschied.» Dann kommt NUC wieder heran. «Wenn so ein Ball passiert, dann müssen wir den nächsten machen, wir müssen sie klein halten können», fordert Nicki Neubauer. «Wenn wir in der Serie bleiben wollen, wenn wir in Spiel 4 wollen, dann muss es klar anders werden.» Seit dem Auftakt in die Finalserie muss der VC Kanti auf die verletzte Stammpasseuse Brigitta Petrenkó verzichten. Ob und, wenn ja, wie, die Spielerin ersetzt werden kann, dazu äussert sich der Verein bislang nicht.
Ob der VC Kanti in der 2. Runde VBC Cheseaux nacheifern kann? Das Team aus der Romandie konnte in den Spielen um Rang 3 gegen Volley Lugano im Heimspiel vom Donnerstag nach der 0:3-Auswärtsniederlage mit einem 3:1-Sieg ausgleichen, sodass die Entscheidung über die Vergabe der Silbermedaillen am Samstagabend in Cadempino fällt. Gelingt auch den Schaffhauserinnen in der Finalserie gegen NUC der Ausgleich, steht bereits jetzt fest, da es nach der 3. Runde in Neuenburg vom Donnerstag, 24. April, zwei Tage später zu einer weiteren Partie in der heimischen BBC-Arena kommt. Ansonsten muss in der dritten Runde das Break gelingen, um die Chancen auf Meisterschaftsgold zu wahren.
Viel Organisation
Organisatorisch gab es beim VC Kanti und seinen Helfern in den letzten Tagen viel zu tun. Am Donnerstagabend wurde der früher für die Europacupspiele in der grossen BBC-Arena angeschaffte Volleyballboden, der wegen der TV-Liveübertragung vorgeschrieben ist, in der aktuellen Spielhalle verlegt. So konnte das Heimteam ab Freitag darauf trainieren. Am Ostermontag wird der Boden jedoch wieder abgebaut, damit die gesamte Halle für das erste «Rising Stars»-Volleyballcamp mit 22 Kindern zur Verfügung steht. Wenn der VC Kanti ein viertes Spiel erreicht, müsste der Boden für den Samstag in einer Woche erneut verlegt werden. Worauf natürlich das Team, der Verein und die Fans hoffen.
NLA Frauen. Playoff-Finals (best of 5). 2. Runde: Ostersamstag, 19. April, 17.00, VC Kanti - Neuenburg UC (BBC-Arena), Stand 0:1. - Livestream: via SRF Sport (App und Web) oder RTS 2.
Spiele um Rang 3 (best of 3): 2. Runde: VBC Cheseaux - Volley Lugano 3:1, Stand 1:1; 3. Runde: Samstag 19.4., 18.00 Uhr.
Silbermedaille geholt.
Die Kantigirls Jlla Duic, Ronja Schilling und Sherine Hmina holen mit dem SVRNO Team Silber an der SAR-Schweizermeister.

Das U17-Frauenteam des RNVO feiert den Gewinn der Silbermedaille, mit dabei auch drei Spielerinnen des VC Kanti Schaffhausen. Bild: Werner Schläpfer
Drei Kanti-Spielerinnen holen SM-Silber mit U17-Regionalauswahlteam Nord-Ost. Zum dritten Mal haben am Wochenende die SAR-Schweizer Meisterschaften («Sélection de l'Association régionale») in St. Gallen stattgefunden. Die besten U17-Nachwuchs-Volleyballer:innen aus den vierzehn Regionalverbänden der Schweiz sind gegeneinander angetreten. Über 400 Teilnehmende nahmen am Anlass teil. Bei den Frauen holte die Swiss Volley Region Nord-Ostschweiz mit den drei Kantispielerinnen Jlla Duic, Ronja Schilling und Sherine Hmina nach der Finalniederlagen gegen die Swiss Volley Region Bern-Solothurn die Silbermedaille. (zVg)
Silbermedaille geholt.
Die Kantigirls Jlla Duic, Ronja Schilling und Sherine Hmina holen mit dem SVRNO Team Silber an der SAR-Schweizermeister.

Das U17-Frauenteam des RNVO feiert den Gewinn der Silbermedaille, mit dabei auch drei Spielerinnen des VC Kanti Schaffhausen. Bild: Werner Schläpfer
Drei Kanti-Spielerinnen holen SM-Silber mit U17-Regionalauswahlteam Nord-Ost. Zum dritten Mal haben am Wochenende die SAR-Schweizer Meisterschaften («Sélection de l'Association régionale») in St. Gallen stattgefunden. Die besten U17-Nachwuchs-Volleyballer:innen aus den vierzehn Regionalverbänden der Schweiz sind gegeneinander angetreten. Über 400 Teilnehmende nahmen am Anlass teil. Bei den Frauen holte die Swiss Volley Region Nord-Ostschweiz mit den drei Kantispielerinnen Jlla Duic, Ronja Schilling und Sherine Hmina nach der Finalniederlagen gegen die Swiss Volley Region Bern-Solothurn die Silbermedaille. (zVg)
Der VC Kanti startet mit einer Niederlage
Auch ohne die verletzte erste Passeuse hatte der VC Kanti Chancen, die 1. Runde in den Play-off-Finals gegen Neuenburg zu gewinnen.

Duell am Netz: Viviane Guyer und Tia Scambray . Bild: Werner Schläpfer

Mehr als 40 Fans hatten den VC Kanti zum Auftakt der Finalserie nach Neuenburg begleitet und unterstützten ihr Team während den vier Sätzen lautstark. Bild R. ST.
Reinhard Standke, Neuenburg
Hiobsbotschaft zum Auftakt der Play-off-Finalspiele gegen Neuenburg UC: die erste Zuspielerin des VC Kanti, Brigitta Petrenko, leidet an Schmerzen in der Hüfte, kurz vor dem Start in die Spielserie um den Meisterschaftstitel kam das Aus für die Ungarin. An ihrer Stelle rückte ein Kanti-Eigengewächs in die Startformation. Als Back-up reiste Vivian Guyer mit nach Neuenburg. Die 26-Jährige hatte von 2016 bis 2022 im Fanionteam der Schaffhauserinnen gestanden und vor zwei Wochen mit der 2. Mannschaft die erste Ligasaison beendet.
Dominanter Start
Doch auch in der veränderten Startformation gelang es den Gästen, den ersten Satz gegen den Titelverteidiger zu dominieren und in Führung zu liegen – bis zum 23:22. Die Partie hatte gleich mit einer kleinen Serviceserie von Lea Ambrosius zum 4:0 begonnen. Anschliessend kam Neuenburg zwar auf 5:6. Die Munotstädterinnen setzten ihre Überlegenheit bald fort, mit starken Aufschlägen, guten Angriffen, stark im Block und mit weniger Fehlern. Wie erwartet nahm der Gegner, vor allem im Service, aber auch im Aufschlag mehr Risiko. 12:5, 18:11, 21:16. 23:18: Kanti war auf Kurs zum Satzgewinn. Doch dann prüfte NUC-Passeuse Méline Pierret die Kanti-Annahme und brachte ihr Team zum Ausgleich. Die Schaffhauserinnen erspielten und vergaben zwei Satzbälle, Neuenburg sicherte sich mit 27:25 knapp den Startsatz. «Schade, das sollte nicht passieren, dann wäre das Spiel vielleicht anders gelaufen», äusserte sich Captain Holaskova nach den 104 Spielminuten, die von 1611 Zuschauerinnen und Zuschauern in der Riveraine Halle verfolgt wurden.
Zu abwartend
«Wir spielen zu unpräzis, schauen zu», dies sind nur zwei Aspekte, mit denen Kanti-Trainer Neubauer das Spiel seines Teams in den schwachen Phasen beschrieb. Und so eine folgte im zweiten Satz im Anschluss an den 16:17-Rückstand, mit einer Serviceserie gelang NUC eine Vorentscheidung (23:16). Im dritten Satz fanden die Schaffhauserinnen über den Druck am Aufschlag in ihr Spiel zurück, vergaben zwar eine 13:7-Führung, sicherten sich aber den Durchgang (23:25).
Starke und schwache Phasen zeigten die Schaffhauserinnen auch im vierten Satz. Nach einem 9:14-Rückstand liefen sie auf 20:15 davon, liessen aber das Heimteam wieder herankommen (23:23). Wie im ersten Satz wurde ein Satzball nicht genutzt, Neuenburg legte mit dem Starterfolg in der Finalserie vor.
Bei NUC dominierten wie erwartet Scambray (25 Punkte) und Dvoracek (22) den Skore. Bei Kanti waren es Lockwwod (20) und Holaskova (17). Botkin (11), Perkovac (10) und Ambrosius (8) folgten mit grösserem Abstand als auch schon.
Nun ist der VC Kanti am Karsamstag in der heimischen Halle gefordert. Mit einem Heimsieg könnte sich das Team von Nicki Neubauer eine Woche später eine weitere Partie in der BBC-Arena erkämpfen. «Wir müssen es besser machen», fordert Captain Holaskova. Ob, und wenn ja, wie die verletzte Passeuse Petrenko ersetzt werden kann, darüber liessen sich die Verantwortlichen bei Kanti noch nicht in die Karten schauen. Vivian Guyer steht nicht für alle möglichen weiteren Partien zur Verfügung. Eine kurzfristige Verpflichtung einer neuen Spielerin aber scheint nicht einfach zu sein.
NLA Frauen. Play-off-Finals (best of 5). 1. Run de: Neuenburg UC – VC Kanti 3:1 (27:25, 25:19, 23:25, 26:24), Stand:1:0. – Riveraine. – 1611 Zuschauer. – SR: Grellier/Sanapo. – Spieldauer: 27, 21, 29, 27 = 104 Minuten. – Neuenburg UC: Pierret (Pass, 5), Branca (9), Dvoracek (22), Meuth (3), De Micheli (6), Scambrey (25), Mottis (Libera); eingewechselt: Mico (7), Milz (1); nicht eingesetzt: Chase, Scrucca, A. Lengweiler. – VC Kanti: A. Pazin (Pass, 2), Perkovac (10), Botkin (11), Lockwood (20), Holaskova (17), Ambrosius (8), Habegger (Libera); eingewechselt: Lieb (1), Gyuer; nicht eingesetzt: Popic, Loffreda (Libera), Capraro, Cavka; verletzt: Petrenko.
Nächstes Spiel: Karsamstag, 19. April, 17.00, VC Kanti – Neuenburg UC (BBC-Arena).
Spiele um Rang 3 (best of 3). 1. Runde: Volley Lugano – VBC Cheseaux 3:0.
Letzte Saison für Perkovac
Auf die Saison 2017/2018 stiess Korina Perkovac zum VC Kanti und bestreitet nun die achte Saison unter Trainer Nicki Neubauer. Doch mit Abschluss der Finalspiele soll ihre Volleyballkarriere zu Ende gehen. Dies verriet die 25-Jährige im «Blick» und verweist auf die Doppelbelastung von Sport und ihrer Arbeit als Apothekerin in Schaffhausen.(R.Sta.)



