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Kanti erkämpft sich Bronze

Nach einem packenden Spiel und einem Tiebreak-Krimi im dritten Playoff-Spiel gegen Volley Düdingen kann der VC Kanti den dritten Rang in der NLA-Schweizermeisterschaft feiern. 

Die Spielerinnen und der Staff des VC Kanti feiern ausgelassen den Gewinn der Bronzemedaille. BILD wsch

Reinhard Standke

VOLLEYBALL. Dramatik pur! Zweimal ging Düdingen im dritten und entscheidenden Spiel um Rang drei der NLA-Meisterschaft in Führung, zweimal konnte der VC Kanti aus­gleichen und damit den Tiebreak erzwingen. Hier lagen zunächst die Schaffhauserinnen vorne (6:3), dann Düdingen 10:8 und 11:9. Die Schlussphase in diesem Krimi sollte jedoch Kanti gehören, dass zunächst vier Punkte in Folge erzielte und den ersten Matchball nutzen konnte. Mit 15:11 standen die Munotstädterinnen als Gewinnerinnen der Bronzemedaille fest, zuletzt hatte dies Kanti 2003 erreicht. In der Zwischenzeit hatte das Team jedoch 2004, 2008, 2009, 2012 und 2020 Silber geholt.

 

Kanti begann das Spiel vor 516 Zuschauern, darunter war das Team des FC Schaffhausen, mit Romy Jatzko anstelle von Eva Svobodova sowie Rebekka Merkofer als Libero, bei Düdingen fehlte weiterhin der verletzte Captain, die frühere langjährige Kanti-Spielerin Elena Steinemann. Die Schaffhauserinnen starteten gut in das Spiel, lagen 9:6 vorne und baute den Vorsprung beim Service von Victoria Deisl auf 14:8 aus. Auch beim 18:12 war Kanti noch auf gutem Weg, doch dann kamen das Team von Nicki Neubauer nicht mit dem Service von Wieland zurecht, die bis zum Ausgleich aufschlug. In der Schlussphase hatten die Gäste die besseren Nerven (25:23).

 

Hin und her ging der Spielstand im zweiten Durchgang. Kanti lag ab 10:6 mit vier Punkten vorne, nach einem umstrittenen Ball geriet das Heimteam jedoch in Rücklage (13:15). Nicki Neubauer brachte Svobodova für Ubavic, die Munotstädterinnen fingen sich wieder und glichen aus (25:21). Eine schlussendlich klare Angelegenheit sollte der dritte Satz werden, Kanti unterliefen mehr Service- und Spielfehler, Düdingen lag beim 9:5 zum ersten Mal mit vier Punkten vorne, Kanti konnte zwar verschiedentlich noch auf zwei Punkte reduzieren, musste den Durchgang mit 18:25 abgeben. Doch die Munotstädterinnen sollten nicht aufgeben, gingen im vierten Satz mit 6:4 in Führung, mussten diese jedoch zwischenzeitlich (7:8) noch einmal abgeben. Dann fanden die Schaffhauserinnen in den Spielfluss zurück und erkämpften sich das Tiebreak. «Es hat all unsere Kraft abverlangt, alle Emotionen», so die strahlende Passeuse Victoria Deisl. «Wir haben alles rausgehauen, mehr ging nicht», fasste Trainer Nicki Neubauer zusammen.

VIDEO

Interviews mit Nicki Neubauer und Victoria Deisl

Volleyball, NLA. Playoff-Final, Spiele um Rang 3 (best of 3). 3. Runde: VC Kanti – Volley Düdingen 3:2 (23:25, 25:21, 18:25, 25:20, 15:11), Endstand 2:1. - BBC Arena. – 516 Zuschauer. – SR: Sikanjic/Grellier. – Spieldauer: 26, 24, 22, 26, 16 = 114 Minuten. - VC Kanti: Deisl (Pass), Jatzko, Holaskova, Ubavic, Perkovac, Watson, Contorno (Libera); eingewechselt: Corbach, Silge, Guyer (Pass), Merkofer, Svobodova, Hinteregger; nicht eingesetzt: Kunz; rekonvaleszent: Habegger. - Volley Düdingen: Uiato (Pass), Cunningham, Dascalu, Eiholzer, Mohler, Wieland, Portmann (Libera); eingewechselt: Zurlinden, Deprati (Libera), Caluori, Sprumont; nicht eingesetzt: Rohrer; ohne Steinemann (verletzt).

Enger Kampf um die Bronzemedaille

Die Best-of-3-Serie um den dritten Platz in der Frauen-NLA geht heute Abend (20 Uhr, BBC-Arena) in die dritte Runde. Wenn es für den VC Kanti das erste Mal seit 2003 Bronze geben soll, dann muss er sich gegen Düdingen steigern.

 

An der Fan-Unter­stützung für den VC Kanti hat es im Auswärtsspiel in der Leimacker-Sporthalle nicht gefehlt. Um die Medaille zu holen, wird sie heute im Heimspiel noch ­wichtiger sein. BILD WERNER SCHLÄPFER

 

VOLLEYBALL. Nach dem 3:1-Heimsieg am Samstag vor einer Woche durften die Schaffhauserinnen darauf hoffen, im Auswärtsspiel am letzten Samstag in Düdingen mit dem 2:0 schon alles klarzumachen. Aber es sollte nicht sein. Nach dem gewonnenen ersten Satz steigerten sich die Freiburgerinnen vor 460 Zuschauer derart, dass sie dem VC Kanti in den Sätzen zwei bis vier mit 25:18, 25:19 und 25:18 klar das Nachsehen gaben. «Der erste Satz war wirklich gut, aber danach haben wir uns die Butter fast wie selbst vom Brot genommen», meinte der mitgereiste Kantipräsident Sandro Poles etwas ernüchtert. Ohne dass der gegnerische Trainer Dario Bettello personelle Änderungen vorgenommen hätte – im Gegensatz zum ersten Match war indes die Topskorerin Nicole Eiholzer wieder im Team –, brachte die geänderte Servicetaktik die Schaffhauser Abnahme stark unter Druck. Dadurch wurde auch das Passspiel immer schwieriger, sodass am Ende statistisch gesehen in der Angriffs­effizienz der grösste Unterschied zwischen den beiden Teams lag: Düdingen verwandelte 59 von 131 Angriffsbällen in Punkte (= 45 Prozent), beim VC Kanti waren es nur 43 von 122 (= 35 Prozent). Bei den direkten Servicepunkten lautete die Statistik 7:3 für Düdingen, einzig bei den Blocks hatten die Schaffhauserinnen mit 9:13 ein leichtes Plus.

 

Um die nach den Abgängen von Topzuspielerin Irina Kemmsies und Diagonalangreiferin Taylor Fricano neu formierte und stark verjüngte Kanti-Equipe doch noch zur ersten Bronzemedaille seit 2003 – damals mit Trainer Chuanlun Liu gegen Riehen – zu führen, braucht es heute Abend eine Topleistung. «Mit dem Heimvorteil in der vom Training her bekannten Halle, der wegfallenden langen Anreise und dem Glauben an sich selbst ist vieles möglich», glaubt Sandro Poles an die Fähigkeiten des Teams. «Vor allem im Kopf müssen wir bereit sein – und es beginnt ja wieder bei 0:0.» Natürlich würde den Schaffhauserinnen eine breite und lautstarke Fanunterstützung bei dieser schwierigen Ausgangslage sehr helfen.

 

Abgänge nach der Saison stehen fest

Dass die Pendenzen im Personalbereich inzwischen weitgehend bereinigt sind und beim heutigen Saisonschlussmatch acht Verabschiedungen bevorstehen, ist sicher gut: Mit Vivian Guyer, Melanie Kunz, Victoria Deisl, Eva Svobodová, Isidora Ubavić, Karis Watson, Wiebke Silge und Rebekka Merkofer verlassen acht Spielerinnen die NLA-Equipe des VC Kanti. Zudem verabschiedet sich Natalia Cukseeva als Assistenztrainerin, sie wird aber weiter im Kanti-Nachwuchs tätig sein. Weiterhin im Kader stehen, vorbehältlich kurzfristiger Änderungen, Korina Perkovac, Romy Jatzko, Maelle Corbach, Captain Katerina Holaskova wie auch die beiden Liberas Viviane Habegger und Lisa Contorno. «Wir hatten diese Saison ein sehr junges Team, die Routine hat uns in schwierigen Spielsituationen wie in Düdingen oder im Europacup etwas gefehlt», zieht Präsident Poles Bilanz. «Die Angst, zu verlieren, kam zu schnell. Aber das wussten wir ja.» Bei der Zusammensetzung des Kaders 2022/23, die im Hintergrund auf Volltouren läuft, spiele der Faktor Erfahrung eine grössere Rolle. (hcs.)

VC Kanti verliert das Spiel in Düdingen und muss auf den Mittwoch hoffen

Nach der 1:3-Niederlage in Düdingen im zweiten Spiel ist das Rennen und um die Bronzemedaille weiterhin hoffen

 

Für einmal bekommt die französische Angreiferin Alexandra Dascalu einen Blockball des VC Kanti ins Gesicht. Dennoch behielt Düdingen mit 3:1 die Oberhand. BILD WSCHL.

 

Werner Schläpfer, Düdingen

VOLLEYBALL NLA. Der VC Kanti und die Leimackerhalle in Düdingen waren schon in der Vergangenheit keine Erfolgsgeschichte und am Samstag kam ein weiteres negatives Kapitel dazu. Düdingen gewann als das klar bessere Team das Heimspiel mit 3:1 und gleicht die Serie um Platz 3 aus.

Im Vorfeld der Begegnung im Kampf um Platz drei gegen Düdingen war man im Kantilager nach dem Auftaktsieg vor Wochenfrist verhalten optimistisch gewesen, nach einer beinahe zehnjährigen Durststrecke endlich wieder einmal eine Meisterschaftsmedaille nach Schaffhausen zu bringen. Nach den engen Satzverhältnissen im ersten Aufeinandertreffen in Schaffhausen wurde auch ein spannendes Spiel zweier ebenbürtiger Gegner in Düdingen erwartet. Entsprechend intensiv starteten die Teams in die Partie. Beide starteten gut, entsprechend eng war der Spielstand mit leichtem Vorteil für Kanti beim Skore von 8:5. Im weiteren Verlauf kamen die Einheimischen besser ins Spiel und führten bei Satzmitte 14:10. Mit einigen guten Angriffsaktionen brachte Topskorerin Korina Perkovac ihr Team zurück. Am Ende war es den Gästen vergönnt, im ausgeglichenen ersten Satz die beiden letzten Punkte zu machen.

Trainer Dario Bettello änderte im zweiten Satz die Taktik, und seine Spielerinnen punkteten jetzt vermehrt mit Block-outs und verstärkten den Druck am Service. Die Schaffhauserinnen hielten zu Beginn dagegen, aber unter dem Druck der Power-Cats summierten sich die Fehler: da eine ungenaue Abnahme, dort ein Angriffsfehler. So musste Nicki Neubauer beim Stand von 13:8 bereits sein zweites Time-out nehmen. Der VC Kanti konnte jetzt wieder mithalten, den eingehandelten Rückstand jedoch nicht mehr wettmachen.

Etwa 30 Kanti-Supporter, unter ihnen Präsident Sandro Poles, unterstützten ihr Team nach der Pause lautstark, aber sie mussten zur Kenntnis nehmen, das es im Sensebezirk nichts zu holen gab. In Satz 3 und 4 spielte Düdingen aus einem Guss und liess die Gäste nicht mehr ins Spiel kommen. So kommt es am Mittwoch, 13. April, um 20 Uhr zur finalen Entscheidung um Platz 3 in der BBC-Arena.

Bilder

Juniorinnen (U18/U19)

Das Nationalteam der Juniorinnen U19 qualifiziert sich direkt für die Europameisterschaft!Historisches für den Schweizer Volleyball: Erstmals seit sechzehn Jahren qualifizieren sich die Juniorinnen wieder für eine EM-Endrunde.

Das Team um Headcoach Frieder Strohm und Assistenztrainerin Aïda Shouk kann im ersten Spiel gegen Montenegro einen 2:1-Satzrückstand noch zu einem 3:2-Sieg drehen - das beweist mentale Stärke. Topmotiviert und mit dem Ziel vor Augen, Historisches zu schaffen, gelingt den Juniorinnen dann gegen Gastgeber Bosnien & Herzegowina ein sensationeller Coup: Ein umkämpftes, aber letztendlich klares 3:0 für die Schweiz! Als Gruppenerster qualifiziert sich die Equipe damit direkt für die EM-Endrunde."Wir sind unglaublich stolz und glücklich. Es ist wahnsinnig, was diese Spielerinnen geleistet haben - sie haben es sich mehr als verdient. Ausserdem bin ich sehr dankbar für die Arbeit des Staff. Alles ist perfekt aufgegangen und war so organisiert, dass wir uns ganz auf diese zwei Matches fokussieren konnten. Das Ganze zeigt auf, dass die Organisation und die Strukturen der Nationalen Nachwuchsvereine und des Nachwuchs im Allgemeinen funktionieren. Sie führen dazu, dass solche Resultate möglich sind. Nun muss man klar sagen, dass wir jetzt investieren müssen, damit wir in Zukunft auch auf Elite-Nati-Niveau mit diesen Spielerinnen Erfolge feiern können. Die Nationalteams der Juniorinnen und Junioren haben einen ungemeinen Wert auf dem sportlichen Weg dieser Athletinnen und Athleten", meint der stolze Headcoach Frieder Strohm.

Resultate:

Montenegro - Schweiz: 2:3 (23:25, 25:23, 25:19, 15:25, 9:15)Schweiz - Bosnien & Herzegowina: 3:0 (28:26, 25:23, 25:21)

Europameisterschaft

Die EM der Juniorinnen findet vom 27. August bis 4. September in Skopje (Nordmazedonien) statt. 

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