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Kanti-Exploit: 3:0-Sieg über den Leader

Den leidenschaftlich aufspielenden Spielerinnen des VC Kanti Schaffhausen gelingt ein überraschender Erfolg. Gegen Leader und Meisterschaftsfavorit Neuenburg gewinnen die Kanti-Girls mit 3:0. 

Die Spielerinnen des VC Kanti feiern den Sieg über Leader Neuenburg. BILDWerner Schläpfer

 Reinhard Standke

«In einem Heimspiel liegt jedoch immer etwas drin. Ein Sieg unserer jungen Mannschaft wäre aber eine Sensation», hatte Kanti-Trainer Nicki Neubauer vor dem Spitzenspiel gegen Leader Neuenburg gesagt. Doch genau dieser Exploit sollte seinem Team vorgestern gelingen. Die Schaffhauser Volleyballerinnen konnten mit der Stamm-Sechs der Saison beginnen und legten mit den Aufschlägen von Lindsay Flory und Elisa Suriano gleich einen starken Einstieg in die Begegnung hin. Einen Fehlstart oder einen Rückstand zu Satzbeginn wie noch bei der 2:3-Niederlage gegen Volley Glaronia am Sonntag, dieses sollte es in diesem denkwürdigen Spiel nicht geben. Über 5:1, 7:3 auf 11:5 und 13:7 erspielte sich das Kanti Team den Vorsprung. Die Schaffhauserinnen konnten auf den Aufschlag sowie Block- und Abwehrarbeit bauen und überzeugten auch im Angriff: Genau, dosiert mit harten Smashes, aber auch klugen Finten erkämpften sie sich als Team die Führung. Dagegen kam die Angriffsmaschine der Gäste mit Topskorerin Tessa Grubbs sowie Tia Scambray und Madelaine Haynes nur schwer auf Schwung. Angesichts der beherzten Spielweise des Heimteams sprach Speaker Christian Ritzmann schon bald von einem spektakulären Spiel.

Dann sollte sich jedoch NUC nach und nach zurückkämpfen und übernahm im Anschluss an das 17:17 eine Führung von ein bis zwei Punkten. Doch wie meistens in dieser Saison behielten die Kanti-Girls zum Satzende die Nerven und wehrten sogar zwei Satzbälle ab. Mit drei Punkten von Barbara Dapic stellten sie den 27:25-Satzgewinn sicher.

Schwung mitgenommen

Den Schwung sollten die Munotstädterinnen in den nächsten Durchgang gleich mitnehmen. Mit einer aggressiven Teamleistung legten sie wieder von Beginn an dominant los, bald einmal kam es beim 8:2 zu einem Timeout bei den Gegnerinnen. Doch diese gerieten bei eigenen Fehlern und den dauernden starken Kanti-Angriffen immer wieder in Bedrängnis und immer weiter in Rückstand. Neuenburg blieb gegen diesen VC Kanti, der die Gäste nach nur 19 Minuten mit 25:12 vom Feld fegte, ohne Chance. Dann kam es zur 10-Minuten-Pause, nach der ein angeschlagenes Team so oft wieder erstarkt zurückkehrt. «Gegen NUC ist es noch nicht fertig», warnte Kanti-Präsident Sandro Poles, der mit einem 2:0-Zwischenstand seines Teams eigentlich nicht gerechnet hatte, kurz vor dem Wiederanpfiff. Doch bald sollte sich herausstellen, dass diese Sorge an diesem Samstag unbegründet war.

Auf Siegkurs geblieben

Das Kanti-Team setzte den Lauf fort, den Schaffhauserinnen gelang an diesem Tag einfach mehr im Angriff als den Gästen (so schlug Korina Perkovac ihren Angriff zum 10:5 durch einen Dreier-Block). Die Gastgeberinnen bauten ihre Dominanz über 5:2, 9:4 auf 14:8 aus. Die Gegnerinnen sollten nie mehr als auf zwei bis drei Bälle herankommen, in der Folge des umstrittenen 16:13 gab es eine Gelbe Karte gegen Kanti. Doch trotz einiger starker Aufschläge der Gegnerinnen blieben die Schaffhauserinnen auf Siegkurs, Elisa Suriano verwandelte gleich den ersten Matchball mit einer Finte zum 25:22. Während beim Heimteam Dapic und Perkovac mit 17 beziehungsweise 15 Punkte glänzten, kamen Grubbs, Branca und Scambray nicht über 9 beziehungsweise 8 oder 5 Punkte heraus. Kanti, effizienter im Block und im Angriff, hatte sich in die Herzen der Fans gespielt, von denen sich Trainer Neubauer während des schwierigen Spiels gegen Glaronia mehr Unterstützung erhofft hatte. Der 3:0-Erfolg über Neuenburg hätte wohl mehr als 428 Zuschauer verdient. Sein Team habe sich mit Herz und Leidenschaft den Sieg verdient und sehr gut auf das Spiel der Vorwoche reagiert, sagte Kanti-Trainer Nicki Neubauer.

Hinrunden- Abschluss in Genf

Zum Abschluss der Hinrunde in der NLA-Qualifikation tritt der VC Kanti am Samstag bei Volley Genève an. Fans können mit dem Teambus mitreisen (40 Franken), Abfahrt ist um 12.00 Uhr an der BBC-Arena.

Die Bewährungsprobe gegen den Spitzenreiter Neuenburg

Nach den Siegen und Niederlagen in den letzten Wochen steht für den VC Kanti nun das Duell gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Neuenburg an.

 

Eine gute Annahme, hier Viviane Habegger, wird gegen Neuenburg gefordert sein. BILD Werner Schläpfer

 Reinhard Standke

Zum aktuellen Spitzenspiel in der NLA der Frauen kommt es heute in der BBC-Arena: Der drittplatzierte VC Kanti empfängt den Leader aus Neuenburg. Während die Schaffhauserinnen am letzten Sonntag eine 2:3-Niederlage gegen den Aufsteiger Glaronia wegstecken mussten, blickt NUC auf drei Siege in Folge im Anschluss an die bisher einzige Saisonniederlage in Düdingen (2:3) zurück. Die letzten Erfolge der Schaffhauserinnen gegen Neuenburg UC datieren aus dem März 2021: Im Playoffs-Halbfinal erzwang Kanti durch zwei Siege ein fünftes Spiel, in dem sich der spätere Meister NUC durchsetzte.

Rückblickend auf das Spiel gegen Glaronia stellte Neubauer fest, die Partie sei eines von 2 bis 3 aus 100 Spielen, in denen die Matchstatistik «quasi lügt»: Kanti sei in jedem Element besser als der Gegner gewesen (und erzielte in der Summe mit 103:102 einen Punkt mehr), habe aber trotzdem das Spiel verloren. Im fünften Satz sei das Momentum ein bisschen gekippt, so habe Glaronia von 11 Blockpunkten allein 4 im Tiebreak erzielt. «Das killte uns etwas.» Offensiv sei die Begegnung jedoch eines der besten Spiele gewesen. Dass sein Team nach der 10-Minuten-Pause den Start in den dritten Satz verpasse (Rückstand 0:6), dürfe indes nicht passieren. Dies war allerdings nicht typisch für das Spiel des VC Kanti in dieser Saison, der nach einem Rückstand immer dagewesen sei, so Neubauer.

Der heutige Gegner NUC ist «der haushohe Favorit auf die Meisterschaft in dieser Saison», so die Einschätzung des Kantitrainers. «Die Mannschaft ist seit ein paar Jahren sehr eingespielt und hat mit Tia Scambray die tragende Figur wieder zurück. Sie spielen sehr aggressiv, sehr risikoreich, sei es im Aufschlag, sei es im Angriff.» Zu schlagen ist Neuenburg wohl nur, wenn sie viele Fehler machen. So wie bei der Niederlage in Düdingen, wo dem Leader mit 37 gleich 15 Fehler (in fünf Sätzen) mehr unterliegen als dem Heimteam. Normal könne NUC jedoch darauf vertrauen, dass sie trotz mehr Fehlern aufgrund des risikoreicheren Spiels auch mehr Punkte machen. «In einem Heimspiel liegt jedoch immer etwas drin, wir sind in dieser Saison stabil im Aufschlag, in der Block- und Abwehrarbeit. Ein Sieg unserer jungen Mannschaft wäre aber eine Sensation», so der Kantitrainer.

Mitte der Woche musste Nicki Neubauer in den Trainings auf wenige Erkrankte verzichten, daher wurden Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft dazugeholt. «Wir müssen dann schauen, wer 100-prozentig fit ist für das Spiel.»

Die konstantere Mannschaft gewinnt.

Nach zwei Wochen Spielpause empfing in der 1. Liga der VC Kanti die Gäste aus Aadorf.

Ein erfolgreicher Block von Sophie Broder (14), als Unterstützung stehen Leonie Brander (8) und Julia Künzler (15) parat. BILD M. RÄSS

Die Schaffhauserinnen mussten in jedem Satz den Aufholmodus starten. In den Sätzen 1 und 3 gelang das auch. Kanti 2 gewann den ersten Satz mit 25:23, musste aber bis 18:18 einen Rückstand wettmachen. Julia Künzler von der NLA-Mannschaft punktete zu Anfang des 2. Satzes serienweise. Beim Stand vom 11:16 kam das Heimteam langsam näher, Coach Seraina Backer wechselte Leonie Brander für Noelia Pazin ein. Die Spielerinnen aus Aadorf waren aber nicht zu bremsen – und gewannen den zweiten Satz mit 25:22. Im dritten Satz kam es beim Spielstand vom 5:6 zum spektakulärsten Ballwechsel. Dieser schien kein Ende zu finden, bis Sophie Broder (14) mit einer Finte abschliessen konnte. Die Aadorferinnen waren aber auch diesmal konstanter und entschieden den dritten Satz mit 25:19 für sich. Im vierten Durchgang verschärften die Kantispielerinnen das Tempo und wollten den Ausgleich. Und dies gelang mit 25:20. Sophie Broder punktete viermal hintereinander und auch Julia Künzler und Nina Cavka waren in diesem Satz nicht zu bremsen. Die Entscheidung musste im 5. Satz fallen. Bis zu dem Stand von 10:10 ging es im Gleichschritt, danach entschieden aber die Aadorferinnen den Satz mit 15:12 und den Match mit 3:2 für sich. Im nächsten Spiel tritt der fünftplatzierte VC Kanti 2 am Samstag in Jona (3.) an, zwei Tage später folgt das Nachholspiel bei Schlusslicht Andwil Arnegg. (mrä)

Frauen 1. ​Liga, Gruppe D: VC Kanti 2 - Aadorf 2 2:3 (25:23, 22:25, 19:25, 25:20, 12:15). – VC Kanti: Ceçen, Kunz, Künzler, Moser, Loffreda (Libera), Brugger, N. Pazin; eingewechselt: Brander, Broder, Cavka, Saipi (Libera).

Weitere Spiele: VBC Spada Academica - Rüschlikon 0:3. Jona Volleyball - Toggenburg 1:3. Aarau - Pallavolo Kreuzlingen 3:1. Andwil-Arnegg - Voléro Zürich 0:3. St. Gallen - Volleyball Academy Zürich 3:1. – Rangliste: 1. Toggenburg 9/27 (27:5). 2. Voléro Zürich 9/24 (25:6). 3. Jona 9/17 (21:15). 4. Aadorf 9/14 (20:18). 5. VC Kanti 2 8/13 (17:13). 6.Rüschlikon 8/12 (14:14). 7. St. Gallen 8/12 (16:16). 8. Volleyball Academy Zürich 9/10. (15:20). 9. Kreuzlingen 8/8 (12:17). 10. Spada Academica 8/6. (9:21). 11. Aarau 9/6 (9:23). 12. Andwil-Arnegg 8/4 (5:22).

VC Kanti muss gegen Glaronia zwei Punkte abgeben

In der 7. Runde der NLA-Saison bezog der VC Kanti Schaffhausen die zweite Niederlage. Gegen den Aufsteiger Glaronia mussten sich die Munotstädterinnen mit 2:3 geschlagen geben. 

Die Glaronia-Tokspkorerin Daria Szczyrba (l.) war immer für einen starken Angriff gut, Barbara Dapic (10) und Jasqui Armer (3) stellen einen Doppelblock. BILD Werner Schläpfer

 Reinhard Standke

Fünf Spiele hatten die Spielerinnen des VC Kanti in den letzten 15 Tagen in der Meisterschaft und im Europacup zu absolvieren. In den NLA-Begegnungen sollten daraus zwei Niederlagen resultieren. Hatten sich die Schaffhauserinnen nach der Niederlage in Aesch vor zwei Wochen von Spiel zu Spiel steigern können, vermochten sie dies gestern gegen den NLA-Aufsteiger aus dem Glarnerland – zumindest ergebnismässig – nicht fortzusetzen.

Kanti-Trainer Neubauer schickte gegen Glaronia seine Stammformation auf das Feld. Dieser gelang jedoch kein guter Start, die Schaffhauserinnen mussten bald einem 1:5-Rückstand hinterherspielen und lagen selten nur einen, meistens aber zwei oder mehr Punkte hinten. Man hatte die Topskorerinnen der Gäste, die Polin Daria Szczyrba, wohl weniger gut im Griff, als es andere Gegner hatten. Zum anderen lief es im Angriff zeitweilig zu unpräzis, Kanti machte etwas mehr Fehler und konnte erst mit dem zweiten abgewehrten Satzball ausgleichen. Doch mit einem Angriffs- und Blockpunkt sicherten sich den Glarnerinnen den 26:24-Satzerfolg.

Ein Auf und Ab

Anders, aggressiver, trat das Heimteam im zweiten Satz auf, agierte genauer im Angriff und mit den kleinen Serviceserien stand es bald einmal 13:5. Kanti war der Satz (25:19) nicht zu nehmen. Doch nach der 10-Minuten-Pause sollte es mit dieser Art Kanti-Spiel wieder vorbei sein. «Das darf nicht passieren», kommentierte Trainer Neubauer den 0:6-Start in den dritten Satz. Davon sollten sich die Schaffhauserinnen nicht erholen. «Wir machen viele kleine Fehler, spielen die Bälle teilweise zu dicht ans Netz, lassen viele Chancen liegen.» Volley Glaronia griff clever an, nutzte das ganze Feld und setzte sich mit 25:16 durch. Anschliessend sollten jedoch wieder die Kanti-Fans unter der grossen Kulisse von 508 Zuschauern auf ihre Kosten kommen. Ihr Team reagierte, kämpfte aggressiv, führte bald mit 11:2 und stellte mit 25:19 den Satzausgleich sicher.

Fehlende Konstanz

Im Tiebreak führten zunächst die Gäste mit 5:3, dann verlief der Stand ausgeglichen bis zum 13:13. Ein Angriffsfehler und eine Netzberührung ergaben den 15:13-Satzstand für Glaronia. Unter dem Strich hatte Kanti in den fünf Sätzen zwar einen Punkt mehr erzielt (103:102), musste jedoch zwei Tabellenpunkte abgeben. Trainer Nicki Neubauer bemängelte nach dem Auf und Ab die fehlende Konstanz, die in diversen Aktionen fehlende Ruhe und das Auslassen von diversen Chancen. «Dieser Challenge müssen wir uns stellen.» Der Trainer hatte aber nach den diversen Spielen in den letzten beiden Wochen auch eine gewisse Müdigkeit in seinem Team festgestellt.

Da Düdingen in Lugano beim 2:3 zwei Punkte liegen liess, folgen diese beiden Teams nun jeweils vier Punkte hinter dem drittplatzierten VC Kanti. Den Schaffhauserinnen steht am kommenden Samstag (16.30 Uhr, BBC-Arena) das Duell gegen den Leader Neuenbug UC bevor. In den letzten Spielen hatte es sich Kanti gegen die stärkeren Gegner Düdingen und Voluntari fast leichter getan als gegen Glaronia. Ob dies auch gegen Neuenburg gelten wird?

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