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Die Ausgangslage für den VC Kanti ist klar

Um im CEV Challenge Cup eine Runde weiterzukommen, muss der VC Kanti heute Dienstagabend im Rückspiel bei Holte IF drei Sätze gewinnen. Dabei gibt es verschiedene mögliche Varianten.

Das VC Kanti-Team beim gestrigen Abendtraining in den «Holtehallen». BILD ZVG

Reingard Standke

VOLLEYBALL. Im Vorfeld der Europacup-Begegnung heute Abend im nördlich von Kopenhagen gelegenen Vorort gab es gestern früh im Flughafen Zürich ein fröhliches Hallo von gleich drei Mannschaften: Während die Handballer von Kriens-Luzern in der gleichen Maschine wie die Schaffhauser Volleyballerinnen nach Kopenhagen flogen, um heute Abend gegen GOG Gudme (im Raum Svendborg, 150 Fahrkilometer) anzutreten, bestiegen die Kadetten Schaffhausen den Flieger im Gate nebenan.

Während die Handballer in der Gruppenphase der European League sechs Partien absolvieren, wird der CEV Challenge Cup als K.-o.-Wettbewerb ausgetragen. Nach dem 3:2-Hinspielsieg am vergangenen Mittwoch muss der VC Kanti heute Abend insgesamt drei Sätze gewinnen, um die 1/16-Finals vom November gegen Volley Düdingen zu erreichen. Die ist bei einem 3:0, 3:1 oder einem erneuten 3:2-Sieg über Holte IF der Fall.

Die Ansatzpunkte zum Erfolg

Gewinnt Holte IF heute Abend (19.00 Uhr) das Rückspiel 3:2, entscheidet ein im Tiebreak-Format gespielter «Golden Set» über das Weiterkommen.Verlieren die Schaffhauserinnen das Spiel 0:3 oder 1:3, sind sie für diese Saison aus dem Europacup ausgeschieden.

Am gestrigen Reisetag stand abends nur ein leichtes Balltraining auf dem Programm, um die Spielerinnen zu schonen. Davor präsentierte Kantichefcoach Neubauer die Videoanalyse des Hinspiels. «Es gibt zwei, drei Stellschrauben, um uns zu verbessern», meint Nicki Neubauer. «So müssen wir unser Angriffsspiel noch effizienter nutzen. Wenn unsere Zuspielerin am Netz war, hat Holte uns das Leben schwer gemacht, indem sie einen Doppelblock gegen die Aussenangreifer gestellt haben. Da können wir unser Spiel anders verteilen», nennt der Kantitrainer einen Ansatz. Weiter müsse man mehr auf das erste Tempo setzen. «Der Angriff aus Abwehr heraus war ziemlich gut mit drei Angreifern am Netz, mit zwei Angreifern haben wir Schwierigkeiten gehabt», erläutert Neubauer. Da könne das Skoring noch besser sein. In der Defensive müsse Kanti die Diagonalspielerin Helena Elbaek, die im Hinspiel 17 Punkte erzielte (damit aber hinter den drei erfolgreichsten Kantispielerinnen lag), besser in den Griff kriegen.

«Die Aussenangreiferinnen hatten wir gut im Griff, die Mitte war inexistent. Wenn unser Offensivspiel so bleibt wie in den Sätzen vier und fünf, sollten wir gut hinkommen», so Nicki Neubauer. Viel werde wieder über den Aufschlag laufen. «Die Stimmung ist sehr gut, wir sind gut gereist», berichtet Neubauer. «Wir wollen das Spiel gewinnen», will sich der Kantitrainer gar nicht auf den möglichen«Umweg» über den «Golden Set» einlassen.


Der VC Kanti bleibt ungeschlagen

Auch nach dem dritten Saisonspiel führt der VC Kanti ohne Punktverlust die NLA-Tabelle an. Zwei Tage vor dem Rückspiel des CEV Challenge Cup gelang den Schaffhauserinnen ein 3:1-Sieg über VBC Cheseaux.

Korina Perkova (Mitte, 2) mit dem Smash gegen Naya Gros (l.) und Oriane Hämmerli an. BILD REINHARD STANDKE

Reinhard Standke

Nach dem dritten Saisonspiel sind neben dem VC Kanti auch Neuenburg UC (beide drei Spiele) und Aesch-Pfeffingen (zwei Spiele) noch ungeschlagen. Mit nur einem Tabellenpunkt steht dagegen der Finalist der vergangenen Saison, Volley Düdingen, als Neunter der elf Teams da.

Für die Partie gegen VBC Cheseaux hatte Kanti-Trainer Neubauer Änderungen in der Stammformation angekündigt. Davon sollte es zwei geben. Anstelle der ersten Passeuse erhielt Eigengewächs Alessia Pazin fast durchgehend Einsatzzeit, anstelle von Brooke Botkin begann Lina Lieb. Zunächst sollte jedoch das Heimteam gegen den unangenehmen Gegner aus der Romandie lange einem Rückstand von ein bis zwei Punkten hinterherlaufen. Dem Gegner unterliefen zwar mehr Fehler, sie punkteten aber fleissig mit Neuzugang Naya Gros. Erst später fand auch Kanti im Angriff gegen das Bollwerk Cheseaux Lösungen, dann kam auch Topscorerin Jordan Lockwood zu ihren Punkten. Nach dem Stand von 21:21 entschied Kanti den Satz für sich (25:21).

Mal mehr, mal weniger Intensität

Auch im zweiten Durchgang agierte Cheseaux aus der Verteidigung im Angriff aktiver, schneller. Kanti führte einzig beim 5:4, 6:5, geriet dann mit bis zu fünf Punkten in Rückstand und liess die Gäste ausgleichen (25:21). Nach der Pause von 10 Minuten sahen die 356 Zuschauer ein entschlosseneres Kanti-Team als zuvor. Die Munotstädterinnen machten mehr Druck mit dem Service, verteidigten besser und machten im Angriff ihre Punkte. Captain Holaskova gelang eine Service-Serie vom 5:3 bis 14:4, danach war der Satz so gut wie gelaufen (25:12). Die Schaffhauserinnen nahmen den Schwung mit in den Beginn des vierten Satzes, jedoch nach dem 11:5 schmolz der Vorsprung dahin. Cheseaux war im Angriff wieder das aktivere Team und kam bis auf ein, zwei Punkte heran. Den dritten Matchball entscheiden zum 25:23 sollte dann eine Netzberührung des Gegners.

Nach den 91 Spielminuten äusserte der Kanti-Cheftrainer unterschiedliche Kritiken. «Alessia Pazin hat ihre Sache sehr gut gemacht, Lina Lieb agierte auf dem Feld gut, im Angriff tat sie sich schwer», so Nicki Neubauer. Nicht zufrieden war Neubauer in den Sätzen zwei und vier mit der Intensität, die sein Team zeigte. Brooke Botkin habe bei ihren Einwechselungen Energie gebracht.

Bereits heute morgen um 7 Uhr erfolgt die Abreise Richtung Kopenhagen, wo morgen (19 Uhr) in einem nördlich der Hauptstadt gelegenen Vorort das Rückspiel im CEV Challenge Cup ausgetragen wird. Das Hinspiel hatte das Team von Nicki Neubauer Mitte letzter Woche mit 3:2 gewonnen. Die nächste Partie in der NLA folgt am Sonntag auswärts bei Genève Volley.


An Cheseaux weiter als Team wachsen

Nach den bisherigen drei Spielen der Saison (NLA und Europacup) ist der VC Kanti noch ungeschlagen. Vor dem Rückspiel bei Holte IF vom Dienstag müssen die Schaffhauserinnen morgen daheim gegen VBC Cheseaux antreten.

Jordan Lockwood (9) avancierte im Spiel gegen Holte IF zur Topscorerin (23 Punkte). BILD REINHARD STANDKE

Reinhard Standke

VOLLEYBALL. In englischen Wochen ist die Steuerung der (Trainings-)Belastung nicht immer ganz einfach. Nach dem Europacupspiel vom Mittwoch hatte Kanti-Cheftrainer Nicki Neubauer seinem Team einen freien Tag verordnet. Für gestern Freitag und heute Samstag sind drei Einheiten mit Kraft beziehungsweise Ball geplant, bevor schon morgen um 16.30 Uhr in der BBC-Arena das nächste Spiel in der NLA angepfiffen wird. Je nach Dauer der Partie könnte im Anschluss noch ein kurzes Krafttraining folgen. Bereits am Montag um 7.00 Uhr beginnt bei der BBC-Arena die Reise nach Kopenhagen. Neubauer deutete an, dass es am Sonntag zu Änderungen in der Startaufstellung gegen Cheseaux kommen könnte, um die eine oder andere Spielerin für das Rückspiel in den 1/32-Finals im CEV Challenge Cup vom Dienstagabend zu schonen.

Geduld zeigen und Lösungen finden

Aber auch gegen VBC Cheseaux werde man alle Kräfte brauchen, so der Kanti-Chefcoach. Das Team aus der Romandie liegt nach nur einem absolvierten Spiel in der Tabelle, die von den Schaffhauserinnen mit sechs Punkten aus zwei Spielen angeführt wird, auf Rang vier. «Sie haben relativ viele Annahmeformationen», hat Neubauer anhand von zwei Videoaufnahmen beobachtet. «Unter der Trainerin Laura Girolami hat Cheseaux seit der vergangenen Saison einen neuen Spielstil, eher so wie NUC, aggressiv, eher schnell.» Da gelte es anzusetzen, beim Aufschlag und auch bei Block und Abwehr. «Da müssen wir unsere Hausaufgaben machen.» Aber es sei ein komplett anderer Stil als am Mittwoch gegen die gross gewachsenen Däninnen. «Cheseaux ist physisch ein eher kleines Team, das aber traditionsgemäss eine gute Abwehr hat und viel zurückbringt. Wir müssen uns darauf einstellen, dass es manchmal einen zweiten oder auch dritten Anlauf braucht.»

Neu im Kader bei den Westschweizerinnen sind unter anderem die Ausländerinnen Naya Gros (USA, Mitte) und Gabrielle Attieh (CAN, Angriff) sowie die Ex-Neuenburgerin Chiara Petitat (Angriff). Kanti müsse versuchen, wie gegen Toggenburg, die Mittelblockerin gut zu stoppen, gibt Nicki Neubauer vor. «Cheseaux ist eine Mannschaft, die nie aufgibt, die kämpft, die auch unmögliche Bälle zurückbringt. Ähnlich wie am Mittwoch ist, dass wir Geduld zeigen müssen, um die richtigen Lösungen zu finden.»

Gegen Holte IF habe sein Team ein gutes Spiel gemacht, auch wenn es scheinbar eng gewesen sei. «Das Spiel war auf einem guten Level, da können wir viel herausziehen. Vor allem in den Sätzen, die wir gewinnen, spielen wir sehr dominant, haben sehr gute Werte in der Statistik.» Man stehe aber immer noch am Anfang der Saison. «Es geht auch darum, Respekt, Geduld und Demut dem Gegner gegenüber zu haben. An den Spielen können wir nur wachsen, dies wird auch gegen Cheseaux so sein.»


Saisonstart Kanti 2:Nach Rang vier nun in Richtung Podest

Einige Neuerungen verzeichnet das 1.-Liga-Team des VC Kanti, welches morgen mit dem Heimspiel (13 Uhr, BBC-Arena) gegen VBC Kanti Baden in die Saison startet. Der neue Trainer heisst Claudio Kriech, zuletzt NLA-Assistenzcoach, der mit einem 40-Prozent-Pensum nun als Nachwuchschef amtiert. Von Volley Aadorf (NLB) wechseln zwei Spielerinnen in die Munotstadt, die früher im Kanti-Nationalliga-A-Kader spielten: Alexandra Schaber (Mitte, 2015–2017) und Vivian Guyer (Pass/Diagonal, 2016–2022). Mit Olivia Nussbaumer kommt aus Aadorf eine weitere Spielerin, eine junge, «wilde» (so Kriech) Mittelblockerin (2004). Das Team verlassen haben Noemi Moser, Leonie Brander und Sophie Broder, die alle im VC Kanti «aufgewachsen» sind.

Nun mehr Erfahrung im Team

Unter dem Strich sei das Kanti-2-Team stärker geworden, so Claudio Kriech. «Vivian Guyer und Alexandra Schaber bringen viel Erfahrung und Unterstützung mit. Wir haben als Teamzielsetzung mindestens einen Podestplatz», so Kriech. «Somit Bestätigung der vergangenen Saison, wo wir im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg Vierter wurden, das wollen wir jetzt toppen.» (R. Sta.)

Kader VC Kanti Schaffhausen 2 (1. Liga): 1 Melanie Kunz (Pass). 2 Jana Fuchs (Pass). 3 Olivia Nussbaumer (Mitte). 4 Anna-Lena Rubli (Libera). 5 Melis Çeçen (Aussen). 6 Nina Cavka (Aussen). 7 Melisa Saipi (Libera). 9 Noelia Pazin (Diagonal). 10 Nina Brugger (Mitte). 11 Jeanne Neuhaus (Aussen). 12 Isabella Loffreda (Libera). 13 Alexandra Schaber (Mitte). 16 Vivian Guyer (Pass, Diagonal). – Zugänge: Nussbaumer, Schader, Guyer (alle Volley Aadorf), Claudio Kriech (Kanti-NLA), Elia Casutt (Assistenztrainer).– Abgänge: Noemi Moser, Leonie Brander, Sophie Broder, Seraina Backer (Trainerin).


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