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Kanti-Girls treten heute zum ersten Testspiel gegen den Aufsteiger an
In einem Monat starten die Schaffhauser Volleyballerinnen vom VC Kanti in die NLA-Saison 2023/24. Heute testet die Equipe von Coach Nicki Neubauer gegen VBC Glaronia. 
Die Spielerinnen des VC Kanti Schaffhausen sind bereit für den ersten Test. Heute Mittag geht es gegen NLA-Aufsteiger VBC Glaronia. BILD WERNER SCHLÄPFER
Werner Schläpfer, Reinhard Standke
Am vergangenen Wochenende sind mit Lindsay Flory, Jacqui Armer und Barbara Dapic die drei auf diese Saison neu verpflichteten Ausländerinnen zum Team des VC Kanti Schaffhausen gestossen. Zurück von den Europameisterschaften sind die Schweizer Nationalspielerin Julia Künzler sowie Chefcoach Nicki Neubauer. «Es war ein tolles Erlebnis, mit einer Top-Mannschaft dabei zu sein», blickt Neubauer auf die drei Wochen in Estland, Italien und Belgien als Assistenztrainer des niederländischen Teams zurück, das die Bronzemedaille gewann. «Frauen-Volleyball verändert sich, die Top-Nationen setzen auf extrem physische Spielerinnen zum Beispiel auf der Diagonalen», nennt Neubauer eine seiner Beobachtungen.
Erster Test, dann Trainingslager
In seiner Abwesenheit bereitete Assistenztrainer Claudio Krieg das Kanti-Team bis Montag dieser Woche vor, der Teamevent der 13-köpfigen Mannschaft, Böötlen auf dem Rhein, fand noch ohne Neubauer statt. Mit dem Chefcoach ging die Saisonvorbereitung ab Dienstag dann weiter, heute Mittag steht ein erstes Trainingsspiel an. Ab 12 Uhr ist der NLA-Aufsteiger VBC Glaronia in der BBC-Arena zu Gast. Eine Woche später geht es ins Trainingslager nach Innsbruck mit zwei Testspielen gegen It-Volley Innsbruck. Ein weiterer Testgegner ist Volleyball Academy Zürich, zudem sind Spiele gegen ein Männerteam geplant.
Anlässlich der Teampräsentation am 29. September stellt sich das neue Kanti-Team in einem Testspiel ab 19.45 Uhr gegen den VFB Suhl in der BBC-Arena vor. Im Rahmen eines kleinen Turniers ist dann auch der Büsinger Andi Vollmer mit NLA-Gegner Genève Volley in Schaffhausen zu Gast. Die Partie gegen den VC Kanti findet am Sonntag, 1. Oktober, statt. Eine Woche später starten die Schaffhauserinnen mit dem Auswärtsspiel in Lugano in die Saison.
Achtelfinal-Out gegen die Niederlande
Für die Schweizer Volleyballerinnen ging die EM wie erwartet im Achtelfinal zu Ende. Die Niederlande mit Assistenzcoach Nicki Neubauer (VC Kanti) schlugen die Schweizerinnen mit Kanti-Spielerin Julia Künzler 3:0.

Julia Künzler und Nicki Neubauer trafen sich am EM-Spiel in Florenz. BILD ZVG
Gegen die Nummer 4 in Europa erhielten die Schweizerinnen allerdings ihre Grenzen noch einmal deutlich aufgezeigt. In den ersten beiden Sätzen konnten sie zumindest resultatmässig noch einigermassen mithalten. Im dritten, in dem auch Olivia Wassner in ihrem Abschiedsspiel zumindest zu einem Teileinsatz kam, resultierten dann aber gerade mal noch zwölf Punkte.Und auch erfreuliche PerspektivenUnter dem Strich können die Schweizerinnen über diese EM trotzdem eine durchweg positive Bilanz ziehen. Vor allem das im dritten Anlauf erstmalige Überstehen der Gruppenphase war für das erst nach dem Ausschluss von Russland unter die 24 Endrunden-Teilnehmer nachgerückte Team gegen durchweg höher kotierte Gegner ein ebenso überraschender wie historischer Erfolg.Ein grosses Verdienst für die in den letzten Jahren erreichten Fortschritte kommt zweifellos Lauren Bertolacci zu. Für die Nationaltrainerin ist die Entwicklung aber noch nicht abgeschlossen. «Die Equipe, die grösstenteils zusammenbleibt, hat durchaus noch mehr Potenzial. Und ein nächstes grosses Ziel wird die erstmalige Qualifikation für die WM sein».
Künzler traf auf ihren Heimtrainer
Als eine Vertreterin der nächsten Generation war die VC Kanti-Spielerin Julia Künzler im Kader der Schweiz an den EM-Spielen dabei, gemeinsam mit Schwester Laura. Die 20-Jährige war in den Gruppenspielen gegen Kroatien und Bulgarien für den Service eingewechselt worden. «Es war ein schönes Gefühl, auch auf dem Feld etwas beitragen zu können, denn neben dem Feld geben wir natürlich immer alles beim Anfeuern und Tippsgeben.» Im Achtelfinalspiel gegen die Niederlande in Florenz traf Künzler auf ihren Trainer beim VC Kanti, Nicki Neubauer. «Für Julia war es eine tolle Erfahrung, sie hat auch ein bisschen gesehen, was sie noch machen muss», sagte Neubauer im Anschluss an die Partie. «Das wird eine gute Motivation für sie sein», hofft der Trainer darauf, dass Julia Künzler die gemachten Erfahrung im Verein umsetzen kann.Neubauer will, als Assistenzcoach mit den Niederländerinnen, nach dem Viertelfinalspiel von morgen gegen Bulgarien an die Halbfinals nach Belgien weiterreisen. «Wir haben es gegen die Schweiz taktisch sehr gut gemacht und Maja Stork und Laura Künzler sehr gut kontrolliert», bilanziert Neubauer. Das Team habe aber noch Luft nach oben. (sda/R.Sta.)
Der VC Kanti ist leicht dezimiert in die neue Saison gestartet
Zu Beginn dieser Woche haben die Kanti-Girls mit dem Training für die kommende Saison in der Nationalliga A begonnen. Es fehlen aber noch die EM-Teilnehmer sowie die Neuzugänge.

Trainingsauftakt beim VC Kanti. Noch fehlen einige Spielerinnen. BILD WERNER SCHLÄPFER
Das Vorbereitungstraining steht momentan unter der Leitung von Claudio Kriech. Weil Kanti-Trainer Nicki Neubauer mit dem holländischen Nationalteam bis voraussichtlich Anfang September an der Europameisterschaft in Italien engagiert ist, schwitzen die Spielerinnen bei den ersten intensiven Trainingseinheiten ohne ihren etatmässigen Cheftrainer. Unterstützung erhielt der Staff von Ludwig Horvath und Ewa Cabajewska. Von der ehemaligen polnischen Nationalzuspielerin konnten die Setter bereits profitieren.
Anfang September werden die ausländischen Verstärkungsspielerinnen dann ebenfalls in Schaffhausen beim Kanti-Team eintreffen. Nicht dabei beim Trainingsauftakt ist Julia Künzler, die noch mit dem Schweizer Nationalteam unterwegs ist, welches sich erfreulicherweise an den EM in Italien für die Achtelfinals qualifiziert hat und dort gegen Holland (mit Trainer Nicki Neubauer) spielen wird. Die spannende Affiche wird übrigens am morgigen Sonntag, 27. August, ab 18 Uhr von SRF 2 im Fernsehen live übertragen. R.St.
Die internationalen Einsätze von Kanti- Coach Neubauer

Kanti-Coach Neubauer. BILD W. Schläpfer
Wie in den Vorjahren verbringt Kanti-Cheftrainer Nicki Neubauer die NLA-Saisonpause nicht ganz ohne Volleyball: Nach der Universiade in China geht es nun an die Volley-EM der Frauen.
Von Ende Juli bis Anfang August betreute Neubauer als Coach das Deutsche Frauen-Team an der Universiade in der 22 Millionen Einwohner umfassenden Metropole Chengdu. «Ein beeindruckendes Event mit 8000 Athleten, 10 000 Helfern und einer Logistik, die kein europäisches so auf die Beine stellen könnte», so Neubauer. Er stiess mit dem Team, in dem auch die Ex-Kanti-Spielerinnen Wibke Silge (Mittelblockerin, 2020–2022), Romy Jatzko (Angriff, 2021–2023) und Pia Konprecht Leweling (Angriff, 2019–2021) standen, nach den schweren Gruppenspielen bis in die Partie um Rang 5 vor. Dort unterlagen die deutschen Studentinnen knapp 2:3 gegen Italien.
Kam Neubauer am vergangenen Mittwoch aus China zurück, ging die Reise bereits am Freitag weiter: Der Kanti-Chefcoach hat ein Engagement als Assistent seines alten Freundes Felix Koslowski angenommen. Dieser ist seit 2013 Trainer der Damen des Schweriner SC und betreut seit diesem Jahr zusätzlich das niederländische Nationalteam der Frauen, welches in Estland die Gruppenspiele der Volleyball-EM bestreitet und anschliessend in Belgien die Halbfinals erreichen könnte. Von den Kontakten, die Nicki Neubauer an der EM knüpft, könnte zukünftig auch der VC Kanti profitieren.
Neben Neubauer und Julia Künzler wird kein weiteres Teammitglied der Schaffhauserinnen an der EM dabei sein: Neuzugang Barbara Dapic, die im erweiterten Kader Kroatiens geführt wurde, verzichtet auf eine Teilnahme. Bereits im Frühjahr hatte Korina Perkovac aus beruflichen Gründen abgesagt. (R.Sta.)



