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Gegen Volley Lugano in doppelter Mission

Die Auswärtsspiele in NLA und Cup in Lugano gingen verloren, am Samstag tritt der VC Kanti daheim aber nicht nur zur Revanche an.

Ein Smash von Brooke Botkin im Cup-Spiel in Lugano, in dem der VC Kanti mit 1:3 unterlag. Bild: Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Nach 22. Runden geht am Samstag die Qualifikationsphase der Nationalliga A 2024–2025 zu Ende. Im Spiel des VC Kanti gegen Volley Lugano (17.30 Uhr, BBC-Arena) geht es sportlich um nichts mehr, die beiden Teams stehen bereits seit zehn Tagen als Zweiter bzw. Dritter hinter Tabellenführer und Titelverteidiger Neuenburg UC fest. Während Volley Glaronia und Volley Toggenburg die Play-outs bestreiten, ist die Reihenfolge der Teams auf den Plätzen 4 bis 8 noch offen. Aesch-Pfeffingen, VBC Cheseaux, Volley Düdingen, Franches-Montagnes und Genève Volley sind nur durch vier Punkte getrennt. Somit müssen die Schaffhauser Volleyballerinnen bis zum Abschluss der Spiele vom Samstag darauf warten, wen sie am 2. März zum Auftakt der Viertelfinals in der heimischen Halle begrüssen können.

Weiteres Spiel ohne die Topskorerin

Die Krankheits- und Verletzungsphase bei den Munotstädterinnen scheint bislang noch nicht abgeschlossen zu sein. In den letzten Tagen kränkelten zwei Spielerinnen erneut, Trainer Neubauer geht jedoch davon aus, dass sie im Spiel dabei sind. In der vierten Partie hintereinander wird das Team ohne die Dienste von Topskorerin Jordan Lockwood auskommen müssen. «Sie wird eventuell auch noch für das erste Play-off-Spiel ausfallen», befürchtet Chefcoach Neubauer. Die Amerikanerin befindet sich nach dem Muskeleinriss im Adduktorenbereich, der ausheilen muss, weiterhin in der Reha-Phase. Möglich sind Trainings mit dem Oberkörper, das Krafttraining teilweise. Sprünge und seitliche Bewegungen sind jedoch derzeit nicht möglich.

Wie angekündigt, nutzte Nicki Neubauer die Zeit seit dem Spiel bei der Volleyball Academy (11. Februar), um sich im Training bereits in Richtung Play-offs vorzubereiten. «Wir wollen Lugano natürlich einen Fingerzeig geben», meint der Kanti-Trainer im Rückblick auf die zwei knappen Niederlagen im Tessin gegen das Team mit der Jascqui Armer, die in der vergangenen Saison bei den Schaffhauserinnen spielte. «Wir wollen aber auch ein, zwei Sachen ausprobieren.» Eine Woche vor Beginn der Play-offs geht es für die Munotstädterinnen weiter darum, wieder den Spielrhythmus nach der Pause aufzunehmen, denn ab Anfang März stehen ggf. auch zwei Spiele pro Woche an. «Wir möchten in der eigenen Halle noch mal Vertrauen holen in den Basics, in Aufschlag – Annahme», so Neubauer. Kanti werde abwarten, was Lugano macht, der Fokus liege aber beim eigenen Team.

Weiter Schlagzeilen bei der Konkurrenz

Nach dem Rücktritt des Präsidenten in Lugano aus persönlichen Gründen sowie der Ablösung nach der Saison des Trainer-Urgesteins Marcel Erni bei Volley Toggenburg, erreichten weitere Nachrichten von NLA-Konkurrenten die Volleyballfans. So kündigte Cup-Finalist Aesch-Pfeffingen an, dass der Vertrag mit Trainer Timo Lippuner nicht verlängert werde. Genève Volley mit dem Büsinger Trainer Andi Vollmer wird dagegen von finanziellen Sorgen geplant, nach dem Ausfall von Sponsoren (65’000 CHF) wird via Social Media zur Unterstützung in der Gesamtsumme von bis zu 150’000 CHF aufgerufen. Beim VC Kanti laufe jedoch bereits die Vorbereitung und Teamzusammenstellung für die nächste Saison, so Nicki Neubauer. Traditionell lebe der Verein nicht über die eigenen Verhältnisse, betonen die Verantwortlichen der Schaffhauserinnen, wenn bei der Konkurrenz riesige Löcher in den Finanzen für Schlagzeilen sorgen.

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Kanti-Gegner in den Playoff-Viertelfinals noch nicht bekannt

Jubelnde Kanti-Spielerinnen: Auch im Playoff-Viertelfinal wieder? Bild: Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Einen Spieltag vor Ende der Nationalliga-A-Qualifikation steht zwar fest, dass der VC Kanti diese erste Saisonphase auf Rang 2 abschliesst, den Gegner in der Playoff-Viertelfinals kennen die Schaffhauser Volleyballerinnen zurzeit jedoch noch nicht. Die Teams auf den Plätzen 4 bis 8 liegen innerhalb von nur drei Punkten (Aesch-Pfeffingen/27, VBC Cheseaux/26, Volley Düdingen/26, Franches-Montagnes/26 sowie Genève Volley/24), sodass erst nach der 22. und letzten Runde, die am 22.  Februar ausgetragen wird, feststeht, wer sich im siebten Rang platziert und damit ab dem 2.  März in den Viertelfinals auf den VC Kanti trifft.

Persönliche Veränderungen kündigten in den letzten Tagen gleich zwei Teams aus der höchsten Schweizer Spielklasse an. Beim Cup-Halbfinalisten Volley Lugano (am Sonntag bei Aesch-Pfeffingen) und Gast in der Munotstadt am 22.  Februar im bedeutungslosen Spiel bei Kanti, trat Präsident Paolo Bernasconi aus persönlichen Gründen per sofort zurück. Unternehmerische Gründe gebe es keine, teilte der Verein mit. Aus strategischen Gründen trennen sich dafür Ende Saison Volley Toggenburg und Trainer-Urgestein Marcel «Mäsi» Erni, der seit 2001 in Wattwil amtiert. Der Verein möchte seine Strukturen professionalisieren – dies mit einem anderen Trainer. Den Posten als Nachwuchstrainer lehnte Erni unterdessen ab.

Letztes Qualifikationsspiel
Der VC Kanti trifft im letzten Spiel der NLA-Qualifikation auf Volley Lugano (22.02., 17.30  Uhr).

Kanti sichert sich den zweiten Platz

Dank eines 3:0-Sieges bei der Volley Academy kann der VC Kanti nicht mehr von Rang zwei verdrängt werden.

Lina Lieb (v. l.) greift an gegen Jasmin Kuch und Fiona Mäder. Bild: Werner Schläpfer

Reinhard Standke

Ein Wunsch ist beim VC Kanti in Erfüllung gegangen: Bereits vor der letzten Runde der Qualifikation, die erst am Samstag, 22. März, ausgetragen wird, steht fest, dass der VC Kanti die NLA-Qualifikation hinter Titelverteidiger Neuenburg UC auf Rang zwei abschliesst. Das Spiel gegen Volley Lugano ist somit für die Tabelle ohne Auswirkung. Trainer Nicki Neubauer kann nun bereits mit der Vorbereitung in den Trainings auf die Playoffs beginnen, die am 2. März losgehen. Nach dem Heimstart in die Viertelfinale könnte Kanti nun im Erfolgsfall auch in die Halbfinale daheim starten.

In der Partie vom Dienstag in Kloten gegen die Volleyball Academy mussten die Schaffhauserinnen weiterhin auf die verletzte bisherige Topskorerin Jordan Lockwood verzichten. Für sie begann in der Startaufstellung Lina Lieb, anstelle der zuletzt nach der Grippeerkrankung geschonten Mittelblockerin Lea Ambrosius begann wiederum Astrid Popic. Den besseren Start in die Partie erwischte jedoch das Heimteam (6:3), mit einer Aufschlagsserie brachte dann Kanti-Captain Katerina Holaskova ihr Team in Führung (7:6). Dann hatten die Munotstädterinnen den Druck gefunden, agierten besser am Block und im Angriff, bei der Volleyball Academy stieg die Fehlerquote.

Im zweiten Durchgang dominierte Kanti bis zum 19:10, eine kleine Serviceserie der Schwedin Gun Hindgren weckte neue Energien bei den Gastgeberinnen, die auf 19:22 herankamen. Kanti-Trainer Neubauer schickte Passeuse Brigitta Petrenko (die zuvor von Alessia Pazin abgelöst worden war) zurück auf das Feld, Kanti sicherte sich auch den zweiten Satz (25:19). Anschliessend agierten die Schaffhauserinnen druckloser wie zu Beginn der Partie. Nach einem Time-out (nachfolgend an einen Aufstellungsfehler) fand das Team den Druck am Service, zog auf 20:13 davon. Nachdem Lea Abrosius ab Satzbeginn für Popic auf dem Feld stand, gab Trainer Neubauer nun auch den weiteren Spielerinnen Einsatzzeit, der VC Kanti sicherte sich auch den dritten Satz (25:18).

«Man hat gemerkt, dass wir erst vor 48 Stunden gespielt haben, einige Spielerinnen haben noch mit Nachwehen der Erkrankung zu kämpfen», sagte Trainer Neubauer nach den 69 Spielminuten. «Viele haben ein OK-Spiel gemacht, was Ballkontrolle, Blockarbeit und Aufschlag betrifft. Aber im Angriff hat man sicher schon bessere Spiele von uns gesehen.»

NLA, Frauen, 21. Runde: Volleyball Academy - VC Kanti - Volley Düdingen 3:0 (18:25, 19:25, 18:25). - Ruebisbach, Kloten. - SR: Gena/Rüegg. - Spieldauer: = 22, 23,24 = 69 Minuten. – Volleyball Academy: Lüthi (Pass), Licka, Kuch, Mäder, Kellenberger, Hindgren, Morandi (Libera); eingewechselt: Zuvic, Schibli, Loretan; nicht eingesetzt: Wenger (Libera). – VC Kanti: Petrenko (Pass), Popic, Botkin, Holaskova, Lieb, Perkovac, Habegger (Libera); eingewechselt: A. Pazin; Loffreda, Caprera, Cavka; ohne: Lockwood (verletzt).

Weitere Spiele der 21. Runde: am Mittwoch, 12. Februar; spielfrei: Franches-Montagnes.

Rangliste: 1. Neuenburg UC 18 53:12 50. 2. VC Kanti Schaffhausen 19 52:19 47. 3. Volley Lugano 18 46:23 40. 4. VBC Cheseaux 18 33:35 26. 5. Franches-Montagnes 19 34:41 26. 6. Genève Volley 18 33:35 24. 7. Aesch Pfeffingen 18 31:35 24. 8. Volley Düdingen 18 29:33 23. 9. Volley Glaronia 18 28:44 20. 10. Volley Toggenburg 18 20:42 14. 11. NLZ Volleyball Academy 20 15:55 9.


Bilder       Infos


Kanti will mit weiterem Sieg die Weichen für die Play-offs stellen

Im vorletzten Spiel der Qualifikation können die Schaffhauserinnen mit einem Sieg bei der Volleyball Academy den zweiten Platz festmachen.

Brooke Botkin versucht, den Block von Volley Düdingen zu düpieren. Heute gastiert Kanti bei der Volleyball Academy.  Topskorerin Jordan Lockwood ist zum Zuschauen verdammt. Bilder: Reinhard Stanke

Reinhard Standke

Viel Zeit bleibt dem Gegner des heutigen Spiels in der Nationalliga A, der VC Kanti trifft um 20 Uhr in Kloten auf das Team der Volleyball Academy, nicht. Beide Teams standen am Sonntag im Einsatz, die Zürcherinnen mit einem Teil sogar noch am Samstag an der Nachwuchs-Schweizer Meisterschaft.

Die Ausgangslage für die Play-off-Phase wird für das Team von Nicki Neubauer immer klarer. Mit drei Punkten aus den letzten beiden Spielen kann der zweite Rang nach der Qualifikation und damit ein allfälliger Start (nach einem Erfolg in den Viertelfinals) in die Halbfinals mit einem Heimspiel gesichert werden. Holt der Konkurrent um Rang zwei, Volley Lugano (der Rückstand beträgt nach den Sonntagsspielen vier Punkte), am morgigen Mittwoch weniger Punkte als der VC Kanti heute Abend, hätte der Ausgang der Direktbegegnung vom 22. Februar keine Bedeutung mehr für die Schlussrangliste.

Gegner nicht unterschätzen

«Die Marschroute ist klar: Man darf sie nicht unterschätzen», so der Kanti-Coach zum Gegner Volleyball Academy. Gegen den mit nur neun Punkten abgeschlagen Tabellenletzten hatten die Munotstädterinnen in der Hinrunde einen 3:1-Sieg erreicht, zwischen drei klaren Satzgewinnen hatten die Spielerinnen der Academy einen Satz deutlich gewonnen. Das Spiel der Zürcherinnen habe sich aber nach dem Rücktritt von Laura Koutsogiannakis (vormals Unternährer) geändert, so Nicki Neubauer.

«Sie spielen ganz mutig und können auch mal einen Satz gewinnen. Es geht darum, viel Druck zu machen, in der Annahme haben sie viele Probleme», erklärt er. So gilt es, auch auswärts den Aufschlagdruck zu finden wie zuletzt am Sonntag beim 3:1-Heimsieg gegen Volley Düdingen. «Ihr stärkstes Element ist der Aufschlag, da müssen wir gut auf der Hut sein in der Annahme und wenig Fehler zulassen», äussert sich der Cheftrainer des VC Kanti weiter. Die allgemein grösseren Möglichkeiten dürfe man sich nicht nehmen lassen durch ein Aufschlag-Annahme-Battle.

Was den heutigen Spieltags-Kader der Schaffhauser Volleyballerinnen betrifft, ist klar, dass die bisherige Saisontopskorerin Jordan Lookwood weiterhin pausieren muss – mindestens so lange, bis die Untersuchungen der Adduktorenverletzung ein klares Bild ergeben.

Neubauer hofft, dass sich Lina Lieb bis zum Spiel heute Abend weiter von ihrer Grippe-Erkrankung erholt hat. In Vertretung von Lockwood und Lieb hatte am Sonntag überwiegend Lia Capraro gespielt und ihre Aufgabe sehr gut gelöst.

Play-offs starten am 2. März

Steht Rang zwei bereits heute Abend fest, will Kanti-Trainer Neubauer bereits vor dem Spiel gegen Lugano vom Samstag in einer Woche Akzente im Athletikbereich setzen, um sein Team bereits auf den Start in die Playoffs am 2. März vorzubereiten.

Infos: 

zpqCMeb@6oxMpfGUyU_BL